Erpressung

(räuberische E.), erpresserischen Menschenraubs

Vermögensdelikt, das nach § 253 StGB begeht, wer, um sich oder einen Dritten zu Unrecht zu bereichern, einen anderen rechtswidrig mit Gewalt oder durch Drohung mit einem empfindlichen Übel zu einer Handlung, Duldung oder Unterlassung nötigt und dadurch dem Vermögen des Genötigten oder eines anderen Nachteil zufügt. Auf E. steht Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder Geldstrafe. Die Tat ist rechtswidrig, wenn die Anwendung der Gewalt oder die Androhung des Übels zu dem angestrebten Zweck als verwerflich anzusehen ist, z. B. die Drohung mit einer Strafanzeige, um hiermit nicht in Zusammenhang stehende zivilrechtliche Ansprüche durchzusetzen. In besonders schweren Fällen (i. d. R., wenn der Täter gewerbsmäßig oder als Mitglied einer Bande, die sich zur fortgesetzten Begehung einer E. verbunden hat, handelt) ist Freiheitsstrafe nicht unter einem Jahr angedroht. Wird die E. durch Gewalt gegen eine Person oder unter Anwendung von Drohungen mit gegenwärtiger Gefahr für Leib oder Leben begangen (räuberische E.), so wird sie wie Raub bestraft. Wer einen anderen entführt oder sich seiner bemächtigt, um die Sorge eines Dritten um das Wohl des Opfers zu einer E. auszunutzen, wird nach § 239 a StGB wegen erpresserischen Menschenraubs mit Freiheitsstrafe nicht unter fünf Jahren bestraft. Ist eine E. durch die Drohung begangen worden, eine Straftat zu offenbaren, so kann die Staatsanwaltschaft nach § 154 c StPO von der Verfolgung der Tat, deren Offenbarung angedroht worden ist, absehen, wenn nicht wegen der Schwere der Tat eine Sühne unerlässlich ist.


Quelle: Duden Recht A-Z. Fachlexikon für Studium, Ausbildung und Beruf. 3. Aufl. Berlin: Bibliographisches Institut 2015. Lizenzausgabe Bonn: Bundeszentrale für politische Bildung.



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