geldwerte Vorteile

(Sachbezüge), (Nutzungsvorteile)., Belegschaftsrabatte, Annehmlichkeiten

nicht in Geld bestehende Leistungen, die ein Steuerpflichtiger im Rahmen der Einkunftsarten des § 2 Abs. 1 Nr. 4–7 Einkommensteuergesetz (EStG) bezieht und denen Geldwert beigemessen wird. Sie zählen steuerlich wie Geldbezüge zu den Einnahmen (§ 8 EStG) und kommen v. a. bei nicht selbstständiger Arbeit in Betracht. Zu den geldwerten Vorteilen gehören bei Arbeitnehmern insbesondere die vom Arbeitgeber überlassene Wohnung, Kost, Waren und Dienstleistungen (Sachbezüge), aber auch Forderungen und Rechte (Nutzungsvorteile). Soweit nicht in der jährlich erlassenen Sachbezugsverordnung amtliche Werte festgestellt werden (z. B. für Kantinenmahlzeiten), sind geldwerte Vorteile mit dem am Abgabeort üblichen Endpreis zu bewerten, wobei im Geschäftsverkehr mögliche Preisnachlässe zu berücksichtigen sind; Sachbezüge, bei denen der geldwerte Vorteil (nach Anrechnung etwaiger vom Steuerpflichtigen gezahlter Entgelte) insgesamt 44 € im Monat nicht überschreitet, bleiben außer Ansatz (Freigrenze). Für die unentgeltliche Überlassung eines betrieblichen Kfz zur privaten Nutzung bestehen Sonderregelungen. Auch die verbilligte oder unentgeltliche Überlassung von Waren und Dienstleistungen, die im Unternehmen des Arbeitgebers hergestellt, vertrieben oder erbracht werden (Belegschaftsrabatte, z. B. zinsverbilligte Mitarbeiterdarlehen der Kreditinstitute), zählt beim Arbeitnehmer zu den geldwerten Vorteilen , ist aber steuerfrei, sofern der geldwerte Vorteil (die Differenz zwischen dem um einen Preisabschlag von 4 % geminderten Endpreis und dem vom Arbeitnehmer gezahlten Entgelt) insgesamt 1 080 € im Jahr nicht überschreitet (§ 8 Abs. 3 EStG); durch Freibetrag und Preisabschlag bleibt z. B. ein Belegschaftsrabatt von 15 % in Warenhäusern bis zu einem Warenwert von 9 818 € pro Jahr steuerfrei.

Sachleistungen, die der Arbeitgeber überwiegend im betrieblichen Interesse (z. B. zur Bindung der Mitarbeiter an den Betrieb) tätigt, gelten dagegen nach der Rechtsprechung des Bundesfinanzhofes als nicht steuerbare Annehmlichkeiten (z. B. Bereitstellung firmeneigener Sportstätten, Zuwendungen im Rahmen üblicher Betriebsveranstaltungen).

Bei Sachprämien, die ein Unternehmen seinen Kunden bei wiederholter persönlicher Inanspruchnahme der angebotenen Dienstleistungen im Rahmen eines Kundenbindungsprogramms gewährt (z. B. die Vielfliegerprämien von Fluggesellschaften), gilt: Wird die Leistung von einem Steuerpflichtigen betrieblich oder beruflich in Anspruch genommen und können die dafür erhaltenen Sachprämien privat verwendet werden, so zählen diese Prämien beim Empfänger zu den steuerpflichtigen Einnahmen, soweit ihr Wert 1 080 € im Jahr überschreitet (§ 3 Nr. 38 EStG).


Quelle: Duden Recht A-Z. Fachlexikon für Studium, Ausbildung und Beruf. 3. Aufl. Berlin: Bibliographisches Institut 2015. Lizenzausgabe Bonn: Bundeszentrale für politische Bildung.



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