Genfer Vereinbarungen

Genfer Konventionen, Rotkreuz-Konventionen

die internationalen Abkommen zum Schutz der Verwundeten, Kriegsgefangenen und der Zivilbevölkerung im Falle eines bewaffneten Konfliktes. Die Konvention zur Verbesserung des Loses der verwundeten Soldaten der Armeen im Feld vom 22. 8. 1864 wurde nach dem Ersten Weltkrieg ersetzt durch die Genfer Konvention vom 27. 7. 1929; am selben Tag wurde eine Konvention zum Schutz der Kriegsgefangenen unterzeichnet. Das Rote Kreuz als eine internationale Organisation zum Schutz der Verwundeten und der Kriegsgefangenen erhielt durch die Genfer Konvention völkerrechtliche Sicherung. An die Stelle der früheren Vereinbarungen traten nach dem Zweiten Weltkrieg die vier Genfer Abkommen vom 12. 8. 1949 zum Schutze der Kriegsopfer, einschließlich der Zivilbevölkerung; sie sind von nahezu allen Staaten ratifiziert worden, von der Bundesrepublik Deutschland aufgrund des Gesetzes vom 21. 8. 1954. Sie werden ergänzt durch zwei Zusatzprotokolle vom 10. 6. 1977, die am 7. 12. 1978 in Kraft traten.

Die Protokolle zielen auf eine Anpassung des humanitären Völkerrechts an die Veränderungen der Kriegstechnik und die veränderten Formen der Kriegführung, auf eine Verbesserung des Schutzes der Zivilbevölkerung gegen eine unterschiedslose Kriegführung, besonders durch Flächenbombardements, und gegen Misshandlungen im Guerillakrieg, auf weitere Sicherung militärischer und ziviler Sanitätseinrichtungen und auf eine Fortentwicklung des humanitären Mindeststandards (Art. 3 der Genfer Konvention) bei nicht internationalen Konflikten, d. h. bei internen Feindseligkeiten kollektiven Charakters, an denen organisierte und unter verantwortlichem Kommando stehende bewaffnete Einheiten beteiligt sind, die einen Teil des Staatsgebiets kontrollieren und fortlaufende militärische Operationen durchführen.


Quelle: Duden Recht A-Z. Fachlexikon für Studium, Ausbildung und Beruf. 3. Aufl. Berlin: Bibliographisches Institut 2015. Lizenzausgabe Bonn: Bundeszentrale für politische Bildung.



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