Hinterbliebenenrente

die im Rahmen der gesetzlichen Rentenversicherungen, der Unfall- und knappschaftlichen Versicherung, der Alterssicherung für Landwirte, ferner in der Kriegsopferversorgung an Hinterbliebene (Witwen, Witwer, Waisen), an frühere Ehegatten, an bestimmte sonstige Verwandte (z. B. Elternrente) und Hinterbliebene der Opfer von Gewalttaten gezahlte Rente. In der gesetzlichen Rentenversicherung bleiben die Rentenansprüche aus eigener Erwerbstätigkeit neben der Hinterbliebenenrente unberührt.

Bei der Hinterbliebenenrente wird die große und die kleine Witwen- oder Witwerrente unterschieden:

a) Die sogenannte kleine Rente erhalten Ehegatten bzw. Lebenspartner einer eingetragenen Lebenspartnerschaft nach dem Tod des Versicherten, wenn dieser die allgemeine Wartezeit erfüllt und der hinterbliebene Partner keine neue Ehe bzw. Lebenspartnerschaft eingegangen ist. Sie beträgt in den ersten drei Monaten 100 %, danach 25 % der Rente des Partners und wird für zwei Jahre geleistet, jedoch unbegrenzt dann, wenn der Partner vor dem 1. 1. 2002 verstorben ist oder die Ehe/Partnerschaft bereits zu diesem Zeitpunkt bestand und ein Partner älter als 40 Jahre war.

b) Die sogenannte große Witwen- oder Witwerrente erhält der überlebende Partner, der
  • keine neue Ehe/Partnerschaft mehr eingegangen ist und
  • entweder das 45. Lebensjahr vollendet hat (die Altersgrenze wird ab 2012 auf 47 Jahre stufeweise heraufgesetzt) oder ein eigenes minderjähriges Kind oder ein minderjähriges Kind des Verstorbenen erzieht oder
  • erwerbsgemindert ist.
Diese Rente beträgt in den ersten drei Monaten 100 %, danach 55 % der Rente des Verstorbenen (§§ 46 und 67 SGB VI). Frauen, gegebenenfalls auch Männer, die Kinder erzogen haben, erhalten für das erste Kind einen monatlichen Zuschlag in Höhe von zwei Rentenentgeltpunkten, für das zweite und jedes weitere Kind von jeweils einem weiteren Entgeltpunkt. Diese Regelung gilt, wenn der Ehegatte oder Lebenspartner nach dem 31. 12. 2001 verstorben ist oder wenn an diesem Stichtag die Ehe beziehungsweise eingetragene Lebenspartnerschaft bestand und mindestens ein Partner älter als 40 Jahre war. Anderenfalls beträgt die große Witwen- oder Witwerrente 60 Prozent der Rente des Verstorbenen (ohne Zuschlag für Kindererziehung). Auch Geschiedene in den alten Bundesländern haben Anspruch auf eine kleine oder große Witwen- oder Witwerrente, sofern die Scheidung vor dem 1. 7. 1977 erfolgt ist (Geschiedenenwitwenrente) und der Verstorbene Unterhalt geleistet hat. – Die Rente für eine Halbwaise beträgt 10 %, die der Vollwaisen 20 % der Rente des verstorbenen Elternteils bzw. der Eltern.

Abgesehen von der Hinterbliebenenrente , die 100 % der Rente des Verstorbenen beträgt, findet im Übrigen eine Anrechnung mit bestimmten anderen Einkommen statt. Übersteigt das Einkommen des Hinterbliebenen (im Sinne von Erwerbs- und Erwerbsersatzeinkommen nach §§ 18 a bis 18 e SGB IV) einen bestimmten Freibetrag, so werden von dem danach verbleibenden anrechenbaren Einkommen 40 % auf die Renten angerechnet (§ 97 SGB VI). Der Freibetrag ist im Falle von Witwen- und Witwerrenten das 26,4-Fache, bei Waisenrenten das 17,6-Fache des sogenannten aktuellen Rentenwertes nach § 68 SGB VI. Für jedes Kind des Berechtigten, das Anspruch auf Waisenrente hat, erhöht sich das nicht anrechenbare Einkommen um das 5,6-Fache des aktuellen Rentenwertes.


Quelle: Duden Recht A-Z. Fachlexikon für Studium, Ausbildung und Beruf. 3. Aufl. Berlin: Bibliographisches Institut 2015. Lizenzausgabe Bonn: Bundeszentrale für politische Bildung.



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