Pornografie

Kinderpornografie

Das Verbreiten, Abbilden oder Darstellen von Pornografie (in Schriften, mittels Bild- und Tonträgern, in Abbildungen und anderen Darstellungen) sowie das öffentliche Ankündigen, die Ein- und Ausfuhr zu verbotenen Zwecken u. Ä. kann in bestimmten Fällen nach § 184 StGB bestraft werden (Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder Geldstrafe). Das Gesetz schützt generell Jugendliche unter 18 Jahren gegen das Anbieten und Verbreiten pornografischer Abbildungen, zu deren Gunsten außerdem das weiter gehende Gesetz gegen jugendgefährdende Schriften gilt. Erwachsene sollen nicht gegen ihren Willen von Pornografiedarstellungen Kenntnis nehmen müssen (eine Straftat begeht u. a., wer pornografische Werke an einen anderen gelangen lässt, ohne hierzu aufgefordert worden zu sein; strafbar ist auch die Vorführung pornografischer Darstellungen in öffentlichen Filmvorführungen gegen ein Entgelt, das ganz oder überwiegend für die Vorführung verlangt wird).

Die Kinderpornografie wird mit Freiheitsstrafe von drei Monaten bis zu fünf Jahren bestraft; wird ein tatsächliches Geschehen wiedergegeben und liegt gewerbs- oder bandenmäßige Begehung vor, ist Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu zehn Jahren vorgesehen. Darüber hinaus wird die deutsche Strafgewalt auch für die Taten begründet, die im Ausland begangen wurden und die § 184 Abs. 3 und 4 StGB verletzen (§ 6 Nr. 6 StGB).

Mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe wird bestraft, wer einem Kind mit sexueller Absicht pornografische Abbildungen zeigt (§ 176 Abs. 3 StGB). Wer sexuellen Missbrauch an Kindern (§§ 176, 176 a StGB) in der Absicht begeht, die Tat zum Gegenstand pornografischer Darstellungen zu machen und diese zu verbreiten, wird mit Freiheitsstrafe nicht unter zwei Jahren bestraft. Dieselbe Strafe trifft auch den bloßen Gehilfen.

Das Gesetz definiert den Begriff des Pornografischen selbst nicht; vielmehr ergibt sich die Einordnung bestimmter Erscheinungsformen des Anstößigen als Pornografie aus den Erkenntnissen der Rechtswissenschaft und Rechtsprechung. Eine verbreitete Definition fasst unter dem Begriff der (einfachen) Pornografie eine grobe Darstellung des Sexuellen, die in einer den Sexualtrieb aufstachelnden Weise den Menschen zum bloßen (auswechselbaren) Objekt geschlechtlicher Begierde degradiert, wobei das Kriterium der aufdringlich vergröbernden, anreißerischen, verzerrenden, unrealistischen Darstellung, die ohne Sinnzusammenhang mit anderen Lebensäußerungen bleibt, von Bedeutung ist.


Quelle: Duden Recht A-Z. Fachlexikon für Studium, Ausbildung und Beruf. 3. Aufl. Berlin: Bibliographisches Institut 2015. Lizenzausgabe Bonn: Bundeszentrale für politische Bildung.



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