unterlassene Hilfeleistung

Wer der gesetzlichen Pflicht zur Hilfe bei Unglücksfällen (dazu zählen auch Straftaten gegen Leib und Leben), gemeiner Gefahr oder Not nicht nachkommt, obwohl die Hilfeleistung erforderlich, zumutbar und ohne erhebliche eigene Gefahr sowie ohne Verletzung anderer wichtiger Pflichten möglich ist, dem droht Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder Geldstrafe (§ 323 c StGB). Die Pflicht zur Hilfeleistung entfällt, wenn auf andere Weise Hilfe geleistet wird. Maßgebend sind ferner die körperlichen und geistigen Fähigkeiten des Pflichtigen (also z. B. kein Verstoß gegen die Pflicht zur Hilfeleistung, wenn ein Nichtschwimmer einem Ertrinkenden nicht zu Hilfe kommt). Zivilrechtlich kann das Unterlassen von Hilfeleistung Schadensersatzansprüche auslösen (§ 823 Abs. 2 BGB in Verbindung mit § 323 c StGB).


Quelle: Duden Recht A-Z. Fachlexikon für Studium, Ausbildung und Beruf. 3. Aufl. Berlin: Bibliographisches Institut 2015. Lizenzausgabe Bonn: Bundeszentrale für politische Bildung.



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