Deutschland in Daten - Zeitreihen zur Historischen Statistik.

Öffentliche Finanzen

In diesem Duisburger Schwimmbad geht so schnell keiner mehr baden: Vielen Kommunen geht es finanziell so schlecht, dass sie öffentliche Einrichtungen schließen.In diesem Duisburger Schwimmbad geht so schnell keiner mehr baden: Vielen Kommunen geht es finanziell so schlecht, dass sie öffentliche Einrichtungen schließen. (© picture-alliance)

Mark Spoerer



In den öffentlichen Finanzen spiegelt sich der Bedeutungs­zuwachs des Staates seit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wider. Während militärische Aufgaben in den Hintergrund rückten, nahmen die Kosten für Soziales und Ausbildung zu. Entsprechend stieg die steuerliche Gesamtbelastung der privaten Haushalte von etwa 5 Prozent Mitte des 19. Jahrhunderts auf knapp über 20 Prozent seit den 1930er Jahren. Seitdem sind vor allem die Sozialabgaben rasant gestiegen.

Unter den Begriff der öffentlichen Finanzen fallen alle wirtschaftlichen Aktivitäten der staatlichen Gebietskörperschaften (Reich/Bund, Länder und Kommunen sowie Kommunalverbände) und der öffentlichen Unternehmen, die zu Einnahmen und Ausgaben führen. In einem demokratischen Staatswesen delegieren die Bürger Aufgaben an den Staat, für deren Erfüllung (1) öffentliche Ausgaben anfallen, die durch (2) öffentliche Einnahmen, insbesondere Steuern, gedeckt werden sollen. Ist das nicht der Fall, so müssen (3) öffentliche Schulden aufgenommen werden.

Im Mittelalter und der Frühen Neuzeit machten sich die Landesherren und ihre Verwaltung wenig Gedanken über eine rechnungsmäßige Trennung der (privaten) landesherrlichen und der öffentlichen Finanzen. Vor allem in selbstverwalteten Städten, insbesondere Reichsstädten, existierte hingegen bereits ein ordentlich geführter, wenn auch meist nicht öffentlicher Haushalt.

Öffentliche Finanzen

19. Jahrhundert (1815 –1918)

Mehr als Hof, Militär und Verwaltung: Im 19. Jahrhundert 'wächst' der Staat weit über seine klassischen Aufgabengebiete hinaus, beispielsweise im Ausbau des öffentlichen Bildungssystems. Dieses Wachsen erforderte aber auch neue Möglichkeiten der Finanzierung. Weiter...

Öffentliche Finanzen

Weimarer Republik (1919 –1932)

Das Ende des Ersten Weltkrieges und die in Versailles beschlossenen Reparationsforderungen setzten das öffentliche Finanzsystems der Weimarer Republik unter Druck. 1919/20 schuf Matthias Erzberger mit einer deutschlandweiten Finanzreform die Grundlagen des heutigen Steuersystems. Weiter...

Öffentliche Finanzen

Nationalsozialismus (1933 –1945)

Die Nationalsozialisten trieben die Zentralisierung des öffentlichen Finanzsystems weiter voran. Die fiskalische Autonomie der Kommunen bestand faktisch nicht mehr. Weiter...

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Entwicklung seit 1945

Die Bundesrepublik knüpfte mit ihrer Steuerpolitik an die Weimarer Zeit an. Die fiskalische Stellung der Länder und Kommunen wurde wieder gestärkt und Unternehmen sollten zu Investitionen angeregt werden. Weiter...

Öffentliche Finanzen

Datengrundlage

Statistiken über die historische Entwicklung öffentlicher Finanzen haben mit Problemen zu kämpfen. Vor allem Erhebungslücken und der Wechsel politischer Systeme gestalten lange Zahlreihen schwierig. Weiter...

 
A distant view of London's Canary Wharf financial district, Tuesday Aug. 17, 2010. (AP Photo/Lefteris Pitarakis)Dossier

Finanzmärkte

Geld, Wertpapiere, Kredite oder Devisen werden global vernetzt und binnen Sekunden international gehandelt. Verschiedene Akteure bestimmen das Geschehen und die Regeln der Finanzmärkte, deren Instabilität durch den Crash auf dem amerikanischen Hypothekenmarkt deutlich wurde. Die internationale Finanz- und Wirtschaftskrise und die folgende Staatsschuldenkrise sind nach wie vor virulent. Weiter... 

Europäische SchuldenkriseDebatte

Europäische Schuldenkrise

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Solange die betriebliche Altersversorgung eine freiwillige Leistung ist, bleibt offen, welche Unternehmen überhaupt entsprechende Vereinbarungen eingehen.Dossier

Rentenpolitik

Die Alterssicherung stellt, egal wie sie organisiert ist, in allen modernen Gesellschaften einen erheblichen Anteil an der Verwendung des Sozialprodukts dar. Sie ist quantitativ der Kernbereich des Sozialstaats. Weiter...