Deutschland in Daten - Zeitreihen zur Historischen Statistik.

28.1.2016 | Von:
Rainer Metz

Preise, Preisstatistik und Preisindizes

Mithilfe von Preisen bemisst man den Wert einer Ware. Preisstatistiken geben die Veränderung des Preisniveaus an. Dabei gilt es zwischen Inflation und Deflation zu unterscheiden.

"Preis" hat die Dimension "Geldeinheiten pro Mengeneinheit", wobei die Benennung der Geldeinheiten vom jeweiligen Währungssystem abhängt und sich mit diesem verändert. [1]Angesichts des nicht überschaubaren Preiskosmos einer Volkswirtschaft mit hunderttausenden von Waren und Dienstleistungen kommt die Preisstatistik nicht umhin, Preise nur für ausgewählte Güter kontinuierlich zu erheben und aus diesen Durchschnitte, Messzahlen und Indizes zu berechnen. Wichtige Aufgaben der Preisstatistik sind die Darstellung des Preisstandes, der Preisstruktur, der Preisentwicklung sowie die Messung der Kaufkraft des Geldes. Die Ermittlung der Kaufkraft des Geldes und ihrer Veränderung ist heute eine der wichtigsten Aufgaben der Preisstatistik. Hierbei spielen Preisindizes eine zentrale Rolle.

Preisindizes haben den Zweck, Durchschnittspreise ausgewählter Güter bzw. Gütergruppen zeitlich und regional vergleichbar zu machen. Grob vereinfachend kann man sagen, dass ein Preisindex eine Messzahl ist für den Durchschnittspreis eines Bündels von Gütern zu einem bestimmten Zeitpunkt im Verhältnis zum Durchschnittspreis dieses Güterbündels zu einem anderen Zeitpunkt. Wichtig ist zu beachten, dass die in den Index aufgenommenen Güterpreise gewichtet werden.[2] Bei der Berechnung eines Preisindex ist also zu klären, für welche Güter Preise erfasst und zu welchen Gütergruppen die Preise zusammengefasst werden, mit welchem Gewicht die Durchschnittspreise in den Index eingehen und welcher Zeitpunkt der Basiszeitpunkt sein soll.

Konstruktion von langen Preisreihen und Preisindizes der Lebenshaltung

Die für diesen Beitrag konstruierten langen Reihen beschränken sich auf Konsumgüter, lassen also große Teile der amtlichen Preisstatistik unberücksichtigt. Die Beschränkung auf Konsumgüterpreise lässt sich mit dem großen Arbeitsaufwand rechtfertigen, der mit der Konstruktion solch langer Reihen verbunden ist, aber auch mit dem eingeschränkten Umfang, den der Beitrag beanspruchen darf. Für den Beitrag wurden Durchschnittspreise ausgewählter Konsumgüter, Indizes ausgewählter Produktgruppen von Konsumgütern sowie ein Preisindex für die Lebenshaltungskosten privater Haushalte für die Zeit von 1834 bis 2013 zusammengestellt. Ziel war es, ausgewählte Reihen der aktuellen Preisstatistik möglichst weit in die Geschichte zurück zu verlängern, ohne dass größere Lücken auftreten und ohne die zeitliche Vergleichbarkeit der Werte allzu sehr einzuschränken. Generell wird man sagen müssen, dass die einzelnen Werte gerade über längere Zeitspannen nicht voll vergleichbar sind, dass sie sich aber sehr wohl dafür eignen, langfristige Entwicklungstendenzen und damit einhergehende Strukturveränderungen quantitativ abzubilden und damit deren historische, theoretische und statistische Interpretation und Analyse zu ermöglichen.

Fußnoten

1.
Preisangaben unterschiedlicher Währungssysteme sind nicht direkt miteinander vergleichbar, sie müssen erst in ein bestimmtes Währungssystem umgerechnet werden.
2.
Bei der Gewichtung geht es darum, dass die Güterpreise bei der Indexberechnung mit einem Faktor multipliziert werden, der der Bedeutung dieser Güter im Warenkorb des Haushalts entspricht, wobei sich die Gewichte zu 1 addieren.
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