Zahlen und Fakten: Globalisierung

Hilfsorganisationen

Nach Mitgliedstaaten von CARE International und Staaten, in denen CARE aktiv ist, Stand: 2014

Hilfsorganisationen – CARE

Quelle: CARE Deutschland-Luxemburg e.V.: Jahresbericht 2014
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3.4.2017
Entsprechend der Idee, dass für globale soziale und ökologische Probleme letztlich nur auf globaler Ebene angemessene Lösungen gefunden werden können, haben auch zahlreiche Hilfs- und Umweltorganisationen internationale oder globale Strategien umgesetzt. Einzelne Organisationen – wie zum Beispiel die Internationale Rotkreuz- und Rothalbmondbewegung – haben ein Netzwerk aufgebaut, das fast alle Staaten der Welt umfasst (2014: 190 Staaten).

Fakten



Die Globalisierung führt nicht nur zu einer Vernetzung im Bereich der Ökonomie, sondern auch zu einer Ausweitung und Verdichtung von sozialen Netzwerken sowie zu einer globalen Verbreitung von Ideen. Neben dem Weltmarkt und den weltweiten Produktionsketten können auch die sozialen Räume und die Ökosysteme der Erde als globale, zusammenhängende Einheit gesehen werden. Entsprechend ist auch die Arbeit zahlreicher Hilfs- und Umweltorganisationen international oder global ausgerichtet. Zu den größten und bekanntesten nicht-staatlichen Hilfsorganisationen gehören beispielsweise World Vision International, Save the Children International, Ärzte ohne Grenzen (Médecins Sans Frontières), Oxfam International, Plan International, die Internationale Rotkreuz- und Rothalbmondbewegung oder CARE International.

Nach eigenen Angaben der Hilfsorganisationen hatte beispielsweise die christliche Hilfs- und Entwicklungsorganisation World Vision International (WVI) die höchsten Einnahmen unter den Hilfsorganisationen im Jahr 2014 – 2,8 Milliarden US-Dollar (Devisen und Waren). Save the Children ist dagegen die größte unabhängige Kinderrechtsorganisation der Welt. 2014 profitierten rund 55 Millionen Kinder in rund 120 Staaten direkt oder indirekt (über die Eltern) von der Arbeit von Save the Children. Das internationale Netzwerk von Ärzte ohne Grenzen ist hingegen auf die medizinische Nothilfe spezialisiert und leistet diese in mehr als 60 Ländern weltweit (2014: 63). Bezogen auf die Anzahl der Staaten, in denen die einzelnen Organisationen aktiv sind, ist die Internationale Rotkreuz- und Rothalbmondbewegung die größte humanitäre Organisation der Welt: Mehr als 13 Millionen aktive freiwillige Helfer, rund 85 Millionen Unterstützer und 300.000 Beschäftigte sind in 190 auf nationaler Ebene organisierten Rotkreuz- und Rothalbmondgesellschaften aktiv.

Die Hilfsorganisation CARE ("Cooperative for American Remittances to Europe") wurde 1945 in den USA gegründet, um die durch den Zweiten Weltkrieg entstandene Not in Europa zu lindern. Bis 1960 versendete CARE insgesamt rund 100 Millionen Lebensmittelpakete nach Europa. Allein Deutschland erreichten fast zehn Millionen CARE-Pakete mit Lebensmitteln, Kleidung oder Werkzeugen. Bei der Berliner Luftbrücke 1948/49 flogen von CARE gecharterte Maschinen mehr als 200.000 sogenannte CARE-Pakete in die von der Versorgung abgeschnittene Stadt.

1982 schlossen sich die unabhängig voneinander arbeitenden nationalen CARE-Organisationen unter der Bezeichnung CARE International zusammen. Das Genfer Generalsekretariat koordiniert die Arbeit von 14 Mitgliedsorganisationen. Seit der Gründung in den USA im Jahr 1945 hat sich das Netzwerk nach und nach ausgeweitet: Kanada (1946), Deutschland (1980), Norwegen (1980), Frankreich (1983), Großbritannien (1985), Österreich (1986), Australien (1987), Japan (1987), Dänemark (1988), den Niederlanden (2001), Thailand (2003), Indien (2013) und Peru (2015).

Auch heute steht die Armutsbekämpfung im Zentrum der Arbeit von CARE International. Im Jahr 2014 war CARE in 90 Ländern aktiv und half mit 880 Hilfsprojekten und 10.000 meist lokalen Mitarbeitern rund 72 Millionen Menschen – davon sieben Millionen Menschen mit Überlebenshilfe und 65 Millionen Menschen bei der Armutsbekämpfung. Die Ausgaben von CARE International beliefen sich auf 662 Millionen US-Dollar im Jahr 2014.

Als humanitäre Hilfsorganisation arbeitet CARE International langfristig in Projekten in den Bereichen Nahrungssicherung und Klimaanpassung, Gesundheit, Einkommen und Gleichberechtigung. CARE International zählt zu den zehn größten privaten Hilfsorganisationen weltweit und hilft unabhängig von politischer Anschauung, religiösem Bekenntnis oder ethnischer Herkunft.

Datenquelle



CARE Deutschland-Luxemburg e.V.: Jahresbericht 2014, www.care.de; CARE International: www.care-international.org; World Vision International (WVI): Annual Review 2014; Save the Children International: www.savethechildren.net; Ärzte ohne Grenzen/Médecins Sans Frontières (MSF): International Activity Report 2014; Internationale Rotkreuz- und Rothalbmondbewegung: www.ifrc.org

Begriffe, methodische Anmerkungen oder Lesehilfen



CARE-Pakete sind überzählige Rationenpakete der US-Armee gewesen, die von CARE aufgekauft und an Privatpersonen verschickt wurden. Der Kauf der einzelnen Pakete wurde dabei über Spenden finanziert.

Hilfsorganisationen – CARE

Nach Mitgliedstaaten von CARE International und Staaten, in denen CARE aktiv ist, Stand: 2014

Mitglieder von CARE
International
(Gründungsjahr)
USA (1945)
Kanada (1946)
Deutschland (1980)
Norwegen (1980)
Frankreich (1983)
Großbritannien (1985)
Österreich (1986)
Australien (1987)
Japan (1987)
Dänemark (1988)
Niederlande (2001)
Thailand (2003)
Indien (2013)
Peru (2015)
CARE International/
Sekretariat
Brüssel, Belgien
Genf, Schweiz
New York, USA
Staaten, in denen CARE
aktiv ist (Projektländer)
Afghanistan
Ägypten
Albanien1
Armenien2
Aserbaidschan2
Äthiopien
Bangladesch
Benin
Bolivien
Bosnien und Herzegowina
Brasilien
Burundi
Demokratische Republik Kongo
Deutschland3
Dschibuti2
Ecuador
Elfenbeinküste
El Salvador
Georgien
Ghana
Guatemala
Guinea2
Haiti
Honduras
Indien3
Indonesien
Irak
Japan3
Jemen
Jordanien
Kambodscha
Kamerun
Kenia
Kosovo
Kroatien
Kuba
Laos
Lesotho
Libanon
Liberia
Madagaskar
Malawi
Mali
Marokko
Montenegro1
Mosambik
Myanmar
Nepal
Nicaragua
Niger
Ost-Timor
Pakistan
Papua-Neuguinea
Peru3
Philippinen
Republik Südsudan
Ruanda
Rumänien2
Sambia
Serbien1
Sierra Leone
Simbabwe
Somalia
Sri Lanka
Südafrika
Sudan
Syrien2
Tansania
Thailand3
Togo
Tschad
Tschechische Republik2
Türkei
Tunesien2
Uganda
Vanuatu2
Vietnam
Westbank/Gaza

1 CARE Deutschland-Luxemburg innerhalb länderübergreifender Projekte tätig
2 kein CARE-Büro, Projektumsetzung durch lokale Partner
3 Projektland und CARE-Organisation


Quelle: CARE Deutschland-Luxemburg e.V.: Jahresbericht 2014



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