Schüler nach Schularten
10.11.2008
Im internationalen Vergleich hat Deutschland neben Italien einen besonders hohen Anteil an älteren Lehrern im Schulwesen. Mehr als 60 Prozent aller Lehrer im Sekundarbereich I waren 2005 50 Jahre und älter.
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Nach vorläufigen Angaben des Statistischen Bundesamtes besuchten im Schuljahr 2007/2008 rund 9,2 Millionen Schüler allgemeinbildende Schulen – das sind knapp 157.000 weniger als im Vorjahr (minus 1,7 Prozent). In Ostdeutschland (einschließlich Berlin) setzte sich mit einem Minus von 4,4 Prozent der seit dem Schuljahr 1995/96 anhaltende Trend rückläufiger Schülerzahlen fort. In Westdeutschland, wo ein Rückgang der Schülerzahlen erst seit dem Schuljahr 2004/05 zu beobachten ist, betrug die Abnahme gegenüber dem Schuljahr 2006/07 1,2 Prozent.
An den meisten allgemeinbildenden Schulen ist das Verhältnis zwischen weiblichen und männlichen Schülern ausgeglichen. Auffällig waren im Schuljahr 2006/2007 allerdings der unterdurchschnittliche Anteil männlicher Schüler in Gymnasien und Integrierten Gesamtschulen (jeweils 44,6 Prozent) und der überdurchschnittliche Anteil in Hauptschulen und Förderschulen (56,2 bzw. 63,2 Prozent). Während in beruflichen Schulen der Anteil der männlichen Schüler etwas höher war (55,0 Prozent), lag in Schulen des Gesundheitswesens der Anteil der Schülerinnen bei 78,2 Prozent.
Im Schuljahr 2006/07 besuchten 897.740 ausländische Schüler allgemeinbildende Schulen in Deutschland – das entsprach einem Anteil von 9,6 Prozent. Dieser Anteil blieb in den letzten zehn Jahren annähernd konstant. Während der Ausländeranteil in Grundschulen – die in der Regel von allen Kindern eines Wohnbezirks gemeinsam besucht werden – bei 10,6 Prozent lag, sind die Unterschiede im Sekundarbereich I erheblich: In Hauptschulen und Integrierten Gesamtschulen war der Ausländeranteil im Schuljahr 2006/07 mit 19,2 bzw. 14,2 Prozent überdurchschnittlich hoch. An Realschulen und Gymnasien war er mit 7,7 bzw. 4,4 Prozent hingegen relativ niedrig. Insgesamt sinkt der Anteil ausländischer Schüler, je höher das Bildungslevel ist. Das gilt auch für den Ausländeranteil an den Absolventen/Abgängern: Während 19,2 Prozent der Abgänger ohne Abschluss einen ausländischen Pass besaßen, waren es bei den Absolventen mit Hochschulzugangsberechtigung lediglich etwa 4 Prozent.
Im internationalen Vergleich hat Deutschland neben Italien einen besonders hohen Anteil an älteren Lehrern im Schulwesen. Während im Jahr 2005 im OECD-Mittel lediglich etwa ein Drittel aller Lehrer im Sekundarbereich I 50 Jahre und älter war, gehörten in Deutschland mehr als 60 Prozent zu dieser Altersgruppe. Hinsichtlich des Anteils der unter 30-jährigen Lehrer wich Deutschland mit knapp 5 Prozent deutlich vom OECD-Mittel ab (13 Prozent). Dabei waren die Anteile der unter 30-Jährigen sowie der 30 bis unter 40-Jährigen in Westdeutschland mit 4,6 bzw. 22,9 Prozent deutlich höher als in Ostdeutschland mit 0,9 bzw. 13,4 Prozent. Bei den über 50-jährigen Lehrern lagen die Anteile nicht so stark auseinander (West: 50,5 Prozent; Ost: 47,1 Prozent).
Etwa zwei Drittel des pädagogischen Personals der allgemeinbildenden Bildungsgänge waren im Schuljahr 2006/07 Frauen (1996/97: 63 Prozent). In Ostdeutschland betrug dieser Anteil sogar 79 Prozent. Bis auf wenige Ausnahmen überwiegt in allen Schularten der Anteil der Lehrerinnen. Wird allerdings die Zusammensetzung der Lehrer nach Geschlecht und zugleich nach Beschäftigungsumfang betrachtet, relativiert sich der Frauenanteil, da Frauen in deutlich höherem Maße teilzeit- oder stundenweise beschäftigt sind als Männer: Nur etwa die Hälfte der Lehrerinnen war im Schuljahr 2006/07 vollzeitbeschäftigt. Seit 1996/97 erhöhte sich der Anteil teilzeitbeschäftigter Lehrer sowohl bei den Frauen als auch bei den Männern.
In der Debatte über die Verbesserung des deutschen Schulsystems ist der Auf- und Ausbau von Ganztagsschulen von zentraler Bedeutung. Die Zahl der schulischen Verwaltungseinheiten mit Ganztagsbetrieb stieg zwischen 2002 und 2006 von 4.951 auf 9.688. Damit bot 2006 insgesamt rund ein Drittel aller schulischen Verwaltungseinheiten Ganztagsplätze an. An den Grundschulen nahmen die Ganztagsangebote am stärksten zu. Ihr Anteil erhöhte sich zwischen 2002 und 2006 um das Zweieinhalbfache auf 29,1 Prozent. An Hauptschulen und Gymnasien wurden die Ganztagsangebote ebenfalls deutlich ausgebaut – auf 27,6 bzw. 29,8 Prozent. Mehr als drei Viertel aller Integrierten Gesamtschulen (77,9 Prozent) und 45,8 Prozent der Förderschulen verfügten über Ganztagsangebote. Allerdings bestehen auf Länderebene erhebliche Unterschiede: Beispielsweise variierte 2006 der Anteil von Ganztagsschulen an den jeweiligen Grundschulen zwischen 2,4 Prozent in Baden-Württemberg und 97,6 Prozent in Thüringen bzw. 100,0 Prozent in Berlin.
Die Schülerzahlen an Schulen mit Ganztagsangeboten stiegen zwischen 2002 und 2006 von 9,8 auf 17,6 Prozent. Sachsen wies mit 46,8 Prozent den höchsten Anteil an Schülern in Ganztagsbetreuung auf. Die niedrigsten Beteiligungsquoten fanden sich in Bayern und im Saarland mit 3,5 bzw. 8,2 Prozent. Auch innerhalb der einzelnen Schularten weicht die Teilnahme an Ganztagsangeboten erheblich voneinander ab: Während an Integrierten Gesamtschulen im Jahr 2006 drei Viertel aller Schüler (75,3 Prozent) am Ganztagsangebot teilnahmen und die Förderschulen mit mehr als einem Drittel (38,9 Prozent) einen vergleichsweise hohen Anteil aufwiesen, lag der Schüleranteil mit Ganztagsbetreuung in den Realschulen bei 8,5 Prozent. Auch in den Grund- und Hauptschulen lag der entsprechende Anteil bei lediglich 12,7 bzw. 18,9 Prozent.
Datenquelle
Statistisches Bundesamt:
Tabelle: Schüler nach Schularten
Nach Geschlecht und Nationalität, in absoluten Zahlen und Anteile in Prozent, Schuljahr 2006/2007
| alle Schüler, in abs. Zahlen | Anteile an allen Schülern, in Prozent |
Anteil der weiblichen Schüler an der jew. Schulart, in Prozent |
Anteil der ausländischen Schüler an der jeweiligen Schulart, in Prozent |
|
| allgemeinbildende Schulen | ||||
| insgesamt | 9.355.857 | 76,30 | 49,2 | 9,6 |
| Vorschulbereich | 29.061 | 0,24 | 38,2 | 16,6 |
| Primarbereich | 3.192.623 | 26,04 | 49,1 | 10,5 |
| davon: | ||||
| Grundschulen | 3.156.524 | 25,74 | 49,1 | 10,6 |
| Integrierte Gesamtschulen | 10.329 | 0,08 | 49,5 | 18,5 |
| Freie Waldorfschulen | 25.770 | 0,21 | 50,9 | 1,8 |
| Sekundarbereich I | 4.838.410 | 39,46 | 49,3 | 9,3 |
| davon: | ||||
| Schulartunabhängige Orientierungsstufe | 99.545 | 0,81 | 48,4 | 14,7 |
| Hauptschulen | 953.401 | 7,78 | 43,8 | 19,2 |
| Schularten mit mehreren Bildungsgängen | 311.987 | 2,54 | 46,5 | 4,0 |
| Realschulen | 1.300.537 | 10,61 | 49,9 | 7,7 |
| Gymnasien | 1.691.274 | 13,79 | 52,7 | 4,4 |
| Integrierte Gesamtschulen | 420.601 | 3,43 | 48,6 | 14,2 |
| Freie Waldorfschulen | 38.085 | 0,31 | 52,3 | 2,0 |
| Abendhauptschulen | 1.255 | 0,01 | 49,2 | 41,9 |
| Abendrealschulen | 21.725 | 0,18 | 46,3 | 23,4 |
| Sekundarbereich II | 887.678 | 7,24 | 55,2 | 4,9 |
| davon: | ||||
| Gymnasien | 758.478 | 6,19 | 55,4 | 4,1 |
| Integrierte Gesamtschulen | 76.752 | 0,63 | 55,4 | 11,2 |
| Freie Waldorfschulen | 14.311 | 0,12 | 52,7 | 2,5 |
| Abendgymnasien | 20.330 | 0,17 | 52,5 | 12,4 |
| Kollegs | 17.807 | 0,15 | 49,6 | 5,6 |
| Förderschulen | 408.085 | 3,33 | 36,8 | 15,5 |
| berufliche Schulen | ||||
| insgesamt | 2.781.875 | 22,69 | 45,0 | 6,7 |
| davon: | ||||
| Teilzeit-Berufsschulen | 1.669.362 | 13,62 | 39,5 | 5,7 |
| Berufsvorbereitungsjahr | 71.907 | 0,59 | 39,1 | 17,6 |
| Berufsgrundbildungsjahr in vollzeitschul. Form | 47.937 | 0,39 | 29,1 | 10,6 |
| Berufsaufbauschulen | 630 | 0,01 | 25,4 | 14,8 |
| Berufsfachschulen | 566.219 | 4,62 | 58,5 | 9,3 |
| Fachoberschulen | 130.253 | 1,06 | 52,2 | 6,1 |
| Fachgymnasien | 124.085 | 1,01 | 50,3 | 5,3 |
| Berufsober-/Technische Oberschulen | 19.372 | 0,16 | 41,9 | 4,0 |
| Fachschulen | 144.507 | 1,18 | 51,0 | 3,7 |
| Fachakademien | 7.603 | 0,06 | 82,6 | 7,4 |
| Schulen des Gesundheitswesens | ||||
| insgesamt | 123.419 | 1,01 | 78,2 | 5,2 |
Quelle: Statistisches Bundesamt: Bildung und Kultur – Schuljahr 2006/07
