Die 20 am stärksten besetzten Studienfächer
10.11.2008
Bezogen auf das Bundesland, in dem die Hochschulreife erworben wurde, hatte 2006 Hessen mit 34,8 Prozent die höchste Studienanfängerquote. Gefolgt vom Saarland und Hamburg
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Im Wintersemester 2006/07 studierten an den 383 Hochschulen in Deutschland knapp zwei Millionen Personen. Davon waren 87,6 Prozent deutsche und 12,4 Prozent ausländische Studierende. Von den insgesamt 246.400 ausländischen Studierenden (WS 2007/08: 233.600) waren 188.400 Bildungsausländer und 57.900 Bildungsinländer. Sowohl im WS 2006/07 als auch 2007/08 stammten die meisten Bildungsausländer aus China (etwa 13,5 Prozent) und die meisten Bildungsinländer aus der Türkei (etwa 26 Prozent). Der Anteil der Bildungsinländer an allen Studierenden liegt seit 10 Jahren annähernd konstant bei 2,9 Prozent. Der Anteil der Bildungsausländer wuchs seit dem WS 1997/98 von 5,7 Prozent auf 9,2 Prozent im WS 2007/08.
Parallel zum steigenden Anteil der ausländischen Studierenden stieg auch der Anteil der deutschen Studierenden, die im Ausland studieren: Während 1996 auf 1.000 deutsche Studierende an inländischen Hochschulen 26 deutsche Studierende an Hochschulen im Ausland kamen, waren es 2006 bereits 48 (83.000 Studierende). Die drei beliebtesten Länder waren dabei 2006 die Niederlande (16,8 Prozent), Großbritannien (14,6 Prozent) und Österreich (14,4 Prozent). Es folgten die Schweiz, die USA und Frankreich. An den Universitäten dieser sechs Länder waren drei Viertel der deutschen Studenten im Ausland eingeschrieben.
Von den 1.941.763 Studierenden im WS 2007/2008 waren 52,3 Prozent männlich und 47,7 Prozent weiblich. 1990/91 lag der Frauenanteil noch bei 38,9 Prozent, seitdem ist er kontinuierlich gestiegen. Bei den 361.459 Studienanfängern im SS 2007 und WS 2007/2008 lag der Frauenanteil bei 49,8 Prozent. Auch bei den Habilitationen und in der Professorenschaft hat der Frauenanteil zugenommen. Obwohl die Zahl der Habilitationen im Zehn-Jahres-Vergleich insgesamt zurückging (minus 2 Prozent), stieg die Zahl der Habilitationen von Frauen um 56 Prozent. Mit einem Anteil von 24 Prozent an allen Habilitationen im Jahr 2007 lag der Frauenanteil um 9 Prozentpunkte über dem Stand von 1998. Der Anteil der Lehrstuhlinhaberinnen stieg im Vergleich zu 1997 von 9 auf mehr als 16 Prozent. Gleichzeitig erreichte die Zahl der Professorinnen im Jahr 2007 mit rund 6.100 einen neuen Höchststand.
Die Studienanfängerquote – also der Anteil der Studienanfänger an der gleichaltrigen Bevölkerung – stieg zwischen 1993 und 2003 von 25,5 auf 38,9 Prozent. Bis 2006 sank die Quote auf 35,7 Prozent. 2007 lag die Studienanfängerquote bei 36,6 Prozent – damit war erstmals seit dem Studienjahr 2003 ein Anstieg gegenüber dem Vorjahr zu beobachteten.
Bezogen auf das Bundesland, in dem die Hochschulreife erworben wurde (ohne Studienanfänger aus dem Ausland), hatte im Jahr 2006 Hessen mit 34,8 Prozent die bundesweit höchste Studienanfängerquote. Gefolgt vom Saarland und Hamburg (33,9 und 33,5 Prozent). Mecklenburg-Vorpommern brachte mit 25,0 Prozent die wenigsten Erstimmatrikulierten hervor. Der Anteil der Erstimmatrikulierten bezogen auf die Einwohner am Studienort war hingegen im Jahr 2006 in Bremen (59 Prozent), Hamburg (55 Prozent) und Berlin (47 Prozent) am höchsten. Weiter nahm in allen Bundesländern, die keine allgemeinen Studiengebühren erheben, die Zahl der Erstimmatrikulationen im Jahr 2007 überdurchschnittlich zu.
67,8 Prozent aller Studierenden studierten im WS 2007/08 an einer Universität, 28,1 Prozent an einer Fachhochschule. Die verbleibenden Studierenden verteilten sich auf Kunsthochschulen (1,6 Prozent), Verwaltungsfachhochschulen (1,4 Prozent), Pädagogische Hochschulen (1,0 Prozent) und Theologische Hochschulen (0,14 Prozent).
Bezogen auf die deutschen Studierenden an allen Hochschulen im Wintersemester 2006/07 entfielen auf die zwanzig beliebtesten Studienfächer bei den Männern 61,9 und bei den Frauen 57,4 Prozent aller Studierenden. Allein für das beliebteste Fach Betriebswirtschaftslehre hatten sich 8,3 Prozent aller männlichen und 7,4 Prozent aller weiblichen Studierenden eingeschrieben. Unter den fünf beliebtesten Studienfächern war nur noch das Fach Rechtswissenschaft, das sich sowohl bei den Frauen (4,8 Prozent) als auch bei den Männern (4,2 Prozent) fand.
Auffällig ist die Dominanz der Männer in den naturwissenschaftlich-technischen Fächern Maschinenbau/-wesen, Informatik, Wirtschaftsingenieurwesen, Elektrotechnik/Elektronik und Wirtschaftsinformatik. Während diese Fächer bei den Männern auf den Plätzen zwei bis vier, sechs und zehn lagen, war bei den Frauen nur das Fach Wirtschaftsingenieurwesen unter den beliebtesten 20 Fächern zu finden – allerdings an letzter Stelle.
Auf der anderen Seite werden die Fächer Germanistik/Deutsch, Erziehungswissenschaft (Pädagogik), Anglistik/Englisch und Psychologie vor allem von Frauen studiert. Während diese Studienfächer im WS 2006/2007 bei den Frauen die Plätze zwei, fünf, sechs und neun belegten, fanden sich bei den Männern Erziehungswissenschaft (Pädagogik) und Psychologie nicht unter den 20 beliebtesten Fächern. Germanistik/Deutsch und Anglistik/Englisch lagen auf den Plätzen 13 und 20.
Datenquelle
Statistisches Bundesamt:
Begriffe, methodische Anmerkungen oder Lesehilfen
Als Bildungsausländer werden die ausländischen Studierenden bezeichnet, die ihre Hochschulzugangsberechtigung im Ausland bzw. an einem Studienkolleg erworben haben.
Als Bildungsinländer werden die ausländischen Studierenden bezeichnet, die ihre Hochschulzugangsberechtigung in Deutschland, aber nicht an einem Studienkolleg, erworben haben.
Tabelle: Die 20 am stärksten besetzten Studienfächer
Deutsche Studierende, in absoluten Zahlen und Anteile in Prozent, Wintersemester 2006/2007*
| alle Studierenden | Rang | Studierende | Anteile an allen Studierenden, in Prozent |
| Betriebswirtschaftslehre | 1 | 136.241 | 7,9 |
| Rechtswissenschaft | 2 | 78.406 | 4,5 |
| Germanistik/Deutsch | 3 | 73.176 | 4,2 |
| Medizin (Allgemein-Medizin) | 4 | 71.383 | 4,1 |
| Maschinenbau/-wesen | 5 | 63.515 | 3,7 |
| Informatik | 6 | 57.425 | 3,3 |
| Wirtschaftswissenschaften | 7 | 56.451 | 3,3 |
| Wirtschaftsingenieurwesen | 8 | 48.735 | 2,8 |
| Mathematik | 9 | 43.184 | 2,5 |
| Biologie | 10 | 42.664 | 2,5 |
| Anglistik/Englisch | 11 | 40.719 | 2,4 |
| Erziehungswissenschaft (Pädagogik) | 12 | 40.042 | 2,3 |
| Elektrotechnik/Elektronik | 13 | 39.290 | 2,3 |
| Psychologie | 14 | 29.029 | 1,7 |
| Architektur | 15 | 28.094 | 1,6 |
| Physik | 16 | 27.406 | 1,6 |
| Chemie | 17 | 26.930 | 1,6 |
| Bauingenieurwesen/Ingenieurbau | 18 | 25.776 | 1,5 |
| Geschichte | 19 | 24.997 | 1,4 |
| Wirtschaftsinformatik | 20 | 24.967 | 1,4 |
| 20 am stärksten besetzten Studienfächer | x | 978.430 | 56,5 |
| deutsche Studierende insgesamt | x | 1.732.674 | 100,0 |
| männlich | Rang | Studierende | Anteile an allen männlichen Studierenden, in Prozent |
| Betriebswirtschaftslehre | 1 | 75.598 | 8,3 |
| Maschinenbau/-wesen | 2 | 58.698 | 6,5 |
| Informatik | 3 | 51.590 | 5,7 |
| Wirtschaftsingenieurwesen | 4 | 39.975 | 4,4 |
| Rechtswissenschaft | 5 | 38.545 | 4,2 |
| Elektrotechnik/Elektronik | 6 | 37.176 | 4,1 |
| Wirtschaftswissenschaften | 7 | 33.461 | 3,7 |
| Medizin (Allgemein-Medizin) | 8 | 27.348 | 3,0 |
| Physik | 9 | 22.656 | 2,5 |
| Wirtschaftsinformatik | 10 | 21.522 | 2,4 |
| Mathematik | 11 | 20.913 | 2,3 |
| Bauingenieurwesen/Ingenieurbau | 12 | 19.858 | 2,2 |
| Germanistik/Deutsch | 13 | 17.363 | 1,9 |
| Chemie | 14 | 15.828 | 1,7 |
| Politikwissenschaft/Politologie | 15 | 15.093 | 1,7 |
| Biologie | 16 | 14.850 | 1,6 |
| Architektur | 17 | 14.241 | 1,6 |
| Geschichte | 18 | 14.143 | 1,6 |
| Volkswirtschaftslehre | 19 | 12.868 | 1,4 |
| Anglistik/Englisch | 20 | 11.433 | 1,3 |
| 20 am stärksten besetzten Studienfächer | x | 563.159 | 61,9 |
| männliche Studierende insgesamt | x | 909.740 | 100,0 |
| weiblich | Rang | Studierende | Anteile an allen weiblichen Studierenden, in Prozent |
| Betriebswirtschaftslehre | 1 | 60.643 | 7,4 |
| Germanistik/Deutsch | 2 | 55.813 | 6,8 |
| Medizin (Allgemein-Medizin) | 3 | 44.035 | 5,4 |
| Rechtswissenschaft | 4 | 39.861 | 4,8 |
| Erziehungswissenschaft (Pädagogik) | 5 | 30.866 | 3,8 |
| Anglistik/Englisch | 6 | 29.286 | 3,6 |
| Biologie | 7 | 27.814 | 3,4 |
| Wirtschaftswissenschaften | 8 | 22.990 | 2,8 |
| Psychologie | 9 | 22.421 | 2,7 |
| Mathematik | 10 | 22.271 | 2,7 |
| Sozialwesen | 11 | 18.871 | 2,3 |
| Sozialarbeit/-hilfe | 12 | 14.550 | 1,8 |
| Architektur | 13 | 13.853 | 1,7 |
| Chemie | 19 | 11.102 | 1,3 |
| Geschichte | 14 | 10.854 | 1,3 |
| Medienkunde/Kommunikations-/ Informationswissenschaft | 15 | 9.988 | 1,2 |
| Soziologie | 16 | 9.834 | 1,2 |
| Geographie/Erdkunde | 17 | 9.601 | 1,2 |
| Politikwissenschaft/Politologie | 18 | 9.244 | 1,1 |
| Wirtschaftsingenieurwesen | 20 | 8.760 | 1,1 |
| 20 am stärksten besetzten Studienfächer | x | 472.657 | 57,4 |
| weibliche Studierende insgesamt | x | 822.934 | 100,0 |
* einschließlich Studienanfängern
Quelle: Statistisches Bundesamt: Bildung und Kultur – Studierende an Hochschulen
