Beispiele guter Praxis aus der Trägerarbeit
Weit über 3.000 Seminare fördert die bpb jährlich, durchgeführt durch freie Träger der außerschulischen politischen Jugend- und Erwachsenenbildung, die bei der bpb anerkannt sind. Um die Qualität dieser vielfältigen Bildungsarbeit kontinuierlich weiterzuentwickeln, präsentiert die bpb hier einige Beispiele guter Praxis, die anderen politischen Bildner/innen Anregungen, Ideen und Hinweise für die eigene Bildungsarbeit liefern können. Das Augenmerk liegt zum Beispiel auf einer besonderen Zielgruppe, auf neuen Methoden oder auf ungewöhnlichen Themenzugängen. Lassen Sie sich inspirieren...
"Buddha, Jesus, Mohammed & Co. - religiöse Vielfalt in Nürnberg"
Grundlegende Fakten zum Thema Religionen und religiöse Vielfalt sowie das Verhältnis der Religionen zur Demokratie waren zentraler Bestandteil des Seminars "Buddha, Jesus, Mohammed & Co. - religiöse Vielfalt in Nürnberg", das speziell an die Zielgruppe der Auszubildenden gerichtet war. Im Zentrum der Betrachtungen von fünf Weltreligionen stand dabei der Islam. Ziel des Seminars war es unter anderem Raum für interreligiösen Dialog zu schaffen und das demokratische Zusammenleben in einer multikulturell und -religiösen Gesellschaft zu stärken. Neben den Besuchen in der Begegnungsstube Medina e.V. und der St. Klara Kirche ist der Besuch der Insel Albatros hervorzuheben. Die Teilnehmer/innen bekamen dort die Möglichkeit über kulturbedingte Wahrnehmungsmuster zu reflektieren und Vorurteile über andere Religionen zu beseitigen.
"Die islamische Republik Iran – 'Pariatstaat' oder regionale Führungsmacht?"
Sowohl die innen- als auch die außenpolitischen Entwicklungen des Irans unter Präsident Ahmadinedschad spielten im Seminar "Die islamische Republik Iran – 'Pariatstaat' oder regionale Führungsmacht?" eine zentrale Rolle. Ausgehend von der Darstellung der gegenwärtigen Lage im Iran wurden ihre (möglichen) Auswirkungen auf die Situation im Nahen und Mittleren Osten besprochen. Das Seminar befasste sich ausführlich mit der Gefährdung, die durch das Streben des Iran nach Atomwaffen ausgeht. Darüber hinaus wurden die Reaktion der internationalen Gemeinschaft unter Führung der USA und der Europäischen Union thematisiert. Die Veranstaltung, die in Zusammenarbeit mit der Landeszentrale für politische Bildung Rheinland-Pfalz und dem Wehrbereichskommando 2. der Bundeswehr organisiert wurde, richtete sich insbesondere an Offizier/innen sowie zivile Multiplikator/innen der politischen Bildungsarbeit. Das hochaktuelle Thema ist auf eine gute Resonanz gestoßen. Bemerkenswert sind die Diskussionen, die die Teilnehmer/innen, rekrutiert aus dem zivil-militärischen Umfeld, führten.
"Historisch-politische Karikaturen 'optisches Juckpulver' und 'gezeichnete Kommentare'"
Im Mittelpunkt des Seminars zum Thema "Historisch-politische Karikaturen 'optisches Juckpulver' und 'gezeichnete Kommentare'" stand neben der Beschäftigung mit Karikaturen im Alltag die Vermittlung der "kritischen Grafik". Die Teilnehmer/innen der Veranstaltung erhielten eine Anleitung zur didaktischen Vermittlung von Karikaturen und bekamen gleichzeitig einen Einblick in die entwicklungspsychologischen Aspekte, die es Schüler/innen ab dem 12./13. Lebensjahr ermöglichen, Karikaturen zu begreifen. Darüber hinaus thematisierte das Seminar die Bedeutung historisch-politischer Karikaturen für die Informationsgesellschaft sowie deren Einfluss auf das tagespolitische Geschehen. Dies wurde besonders anschaulich am Beispiel der Mohammed -Karikaturen in der dänischen Zeitung Jyllands-Posten dargestellt. Zudem beschäftigte sich das Seminar mit den historischen Dimensionen von Karikaturen; so wurde etwa auf die Karikatur als Propagandamittel in der DDR eingegangen.
"Veränderungen fordern Entwicklungen – Potenziale der Hauswirtschaft in einer sich wandelnden Gesellschaft"
Welche Veränderungen bringt eine "alternde" Gesellschaft mit sich und wie kann der Forderung der UN-Behindertenrechtskonvention von 2011 nach mehr Selbstbestimmung von behinderten Menschen nachgekommen werden? Unter anderem mit diesen Fragen beschäftigte sich das Seminar "Veränderungen fordern Entwicklungen – Potenziale der Hauswirtschaft in einer sich wandelnden Gesellschaft", die an jugendliche und erwachsene Bürger/innen sowie Multiplikator/innen der politischen Bildungsarbeit gerichtet war. Besonders "der Blick über den eigenen Tellerrand" spielte eine entscheidende Rolle, so wurden aktuelle Trends thematisiert und Handlungsoptionen, in der Hauswirtschaft aber auch in anderen Bereichen, aufgezeigt. Im Seminar wurden viele konkrete Beispiele zur Verbesserung im Umgang mit älteren Menschen sowie zu einer gelungenen Inklusion behinderter Menschen in (neue) Arbeitsbereiche dargestellt, sodass die jeweiligen Teilnehmer/innen daraus Erkenntnisse und Ideen für ihren eigenen Arbeitsbereich erlangten.
"Die Situation der Roma in der Europäischen Union nach ihrer Ost-Erweiterung"
Vor allem die Situation der Roma in der Europäischen Union nach ihrer Ost-Erweiterung stand im Mittelpunkt des dreitägigen Seminars, das von der Evangelischen Gesellschaft für Ost-West-begegnung e.V. organisiert wurde.. Besondere Wichtigkeit erlangte die komplexe Behandlung dieser Thematik unter anderem unter den Aspekten der Menschenrechtssituation der Roma innerhalb der EU-Mitgliedsstaaten sowie der Duldung/Abschiebung von Roma- und Sintigruppen. Darüber hinaus wurde die Frage, wie man die Situation der Roma, die häufig von Armut und Perspektivlosigkeit geprägt ist, verbessern könnte, thematisiert. Als besonderer Höhepunkt der Veranstaltung ist der Vortrag des ungarischen Staatssekretärs für soziale Integration Zoltán Balog zu nennen, in dem Probleme und Möglichkeiten um Umgang mit der Roma- Minderheit sowie die geplante Roma-Strategie der EU erläutert wurden.
Wenn Sie weitere Ideen, Anregungen oder Fragen haben sollten, bitte julia.suchar@bpb.de klicken.

Bündnis für Demokratie und Toleranz
Das von den Bundesministerien des Innern und der Justiz gegründete bundesweite Bündnis für Demokratie und Toleranz – gegen Extremismus und Gewalt (BfDT) in der Bundeszentrale für politische Bildung will das zivilgesellschaftliche Engagement für Demokratie und Toleranz in unserem Land sichtbar machen und möglichst viele Bürgerinnen und Bürger zum Einsatz für unsere Demokratie ermutigen. Seit seiner Gründung im Jahr 2000 haben sich eine Vielzahl von Organisationen dem Bündnis angeschlossen - von großen Verbänden bis hin zu kleinen Aktionsgruppen. Weiter...
BundesprogrammZusammenhalt durch Teilhabe
Mit dem Programm "Zusammenhalt durch Teilhabe" fördert das Bundesministerium des Innern (BMI) Projekte für demokratische Teilhabe und gegen Extremismus in Ostdeutschland. Demokratie und gesellschaftlicher Zusammenhalt sollen dort gefördert werden, wo sie entstehen: an der Basis. Das BMI hat die bpb mit der Umsetzung des Bundesprogramms betraut. Weiter...



