Akquisos

Modellprojekte politischer Bildung zu Flucht und Asyl

3.3.2016
Die bpb wird im Jahr 2016 eine Reihe von Modellprojekten im Themenbereich Flucht und Asyl fördern. Wir stellen einige Beispiele vor: ein Projekt mit dem Fokus auf wirtschaftliche Bildung für Flüchtlinge, eines, das die Potenziale von Regionalmuseen in den Blick nimmt und zwei Projekte, bei denen Aufklärung und Empowerment gefördert werden.

Die bpb wird im Jahr 2016 eine Reihe von Modellprojekten im Themenbereich Flucht und Asyl mit Summen zwischen 20.000 und 50.000 Euro fördern. Ziel ist es, mit den geförderten Maßnahmen die intensivere Aufarbeitung und Auseinandersetzung mit den komplexen Themen für unterschiedliche Zielgruppen zu ermöglichen. Dazu gehören zum Beispiel Fortbildungen und Qualifizierungsangebote für Multiplikatoren wie Lehrkräfte, Bildungsträger, ehrenamtlich Engagierte sowie lokale Akteure, aber auch Diskussionsveranstaltungen und politische Bildungsangebote für Geflüchtete.

Die Resonanz auf die Ausschreibung (Fristende: 31.1.2016) war sehr groß: 662 Projektanträge gingen bei der bpb ein. Ein Projektbeirat wählte insgesamt 37 Projekte aus, die nun gefördert werden. Darunter sind sehr unterschiedliche Ansätze, von denen wir einige vorstellen. Dabei handelt es sich nicht etwa um eine Bestenliste, sondern um exemplarische Vorstellungen, um die Bandbreite der Ideen zu verdeutlichen.

So wird ein Projekt gefördert, das Flüchtlingen in einer Seminarreihe wirtschaftlich-politische Bildung vermitteln möchte. Die Teilnehmer/-innen können sich mit Geld, Wirtschaft und Finanzplanung auseinandersetzen und somit Handlungsoptionen und Möglichkeiten zur gesellschaftlichen Teilhabe in Deutschland entwickeln. Sie lernen auch das Konzept von Solidargruppen zur finanziellen Absicherung kennen. Ein Seminarzyklus wird einer gemischtgeschlechtlichen Gruppe offenstehen, ein zweiter nur Frauen, um diese speziell zu fördern.

Im Rahmen eines geförderten Medienprojekts werden Flüchtlinge unterstützt, sich hör- und sichtbar in die gesellschaftliche Debatte einzubringen. Nach einer kompetenzorientierten Trainingsphase für Geflüchtete und ehrenamtliche Flüchtlingshelfer/-innen folgt eine Auseinandersetzung mit Themen der politischen Bildung. Die Produkte – eine Zeitung und eine Online-Plattform - werden partizipativ entwickelt und anschließend öffentlichkeitswirksam präsentiert. Somit erhalten die Teilnehmer/-innen die Möglichkeit, sich an den lokalen asyl- und flüchtlingspolitischen Debatten aktiv zu beteiligen.

Die Weiterbildung von Leiter/-innen und Mitarbeiter/-innen von Regionalmuseen steht im Mittelpunkt eines weiteren geförderten Projekts. Die Potenziale regionaler Museen für die Integration von Geflüchteten werden im Rahmen einer Veranstaltungsreihe entwickelt und die Kooperation von Museen und anderen Sozial- und Bildungseinrichtungen gefördert.

Im Rahmen von Betreuungs- und Beratungsangeboten werden geflüchteten Frauen und Mädchen (vor allem aus muslimisch geprägten Gesellschaften) im Rahmen eines geförderten Modellprojekts eines muslimischen Vereins rechtliche und politische Themen nahegebracht. Sie werden sich in Einzelgesprächen, Workshops und Seminaren mit Frauenrechten und der Geschlechterrollen auseinandersetzen, dabei auch Hilfesysteme und Anlaufstellen für Frauen in Deutschland kennenlernen. Den spezifischen Themen und Problemlagen geflüchteter Frauen soll Rechnung getragen und ihnen sollen Perspektiven auf ein eigenständiges und selbstbestimmtes Leben eröffnet werden.



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