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4.6.2018

Jubiläum

Sektgläser

Ein Jubiläum (lat. annus jubilaeus: Jubeljahr) ist immer ein freudiges Ereignis und Grund zum Feiern. Dies gilt auch für gemeinnützige Vereine und Träger der politischen Bildung. Es ist schön und wichtig, Menschen und Organisationen feiernd zu würdigen, die sich seit Jahrzehnten für eine bessere Gesellschaft engagieren.

Ein Vereins- oder Institutionsjubiläum bietet zudem einen positiven Anlass, bestehende und potenzielle Unterstützerinnen und Unterstützer anzusprechen. Eine runde Zahl zieht zum einen Aufmerksamkeit auf sich, zum anderen vermittelt sie Beständigkeit und Kompetenz. Wer seit 25, 50 oder 60 Jahren besteht, muss einiges richtig gemacht haben. Wichtig ist, dass die Neugier auf die Organisation und ihre Arbeit unterfüttert wird. Wenn nicht klar wird, warum der Verein oder die Institution für die Gesellschaft erforderlich ist, verebbt das Interesse der Menschen direkt nach Ende des Jubiläums wieder. Eine Jubiläumsrückschau sollte daher nicht nur historisieren und die Vereinsgeschichte feiern. Entscheidender ist, Meilensteine der Wirksamkeit und positive Entwicklungen aufzuzeigen. Was wurde bisher erreicht? Und warum ist der Verein auch in Zukunft wichtig? Welche Ziele hat er noch?

Im Jubiläumsjahr wird oft die Gelegenheit für eine Feier genutzt, zu der Aktive, Engagierte, Betroffene und Unterstützerinnen und Unterstützer eingeladen werden. Auch wenn sich Events gemessen an Vorbereitungsaufwand und Kosten selten (sofort) finanziell rechnen, bieten sie ein emotionales Erlebnis, das die Bindung neuer und bestehender Unterstützerinnen und Unterstützer festigt. Menschen spenden nicht nur für "die gute Sache", sondern auch für die Menschen, die dahinter stehen. Eine Jubiläumsfeier ermöglicht die Begegnung miteinander. Um unterschiedliche Zielgruppen bestmöglich zu erreichen, empfiehlt es sich, lieber mehrere kleinere Events zu veranstalten, anstatt alle mit einer einzigen großen Veranstaltung "abzufrühstücken". Den haupt- und ehrenamtlich Aktiven gebührt zum Beispiel ein Dankausflug (sonst stehen sie selbst wieder hinter dem Kuchenbuffet), Interessierte werden zu einer besonderen Vortragsreihe eingeladen, Großspenderinnen und Großspender zum Galadinner, Familien zum Tag der offenen Tür mit Hüpfburg. Um bleibende Erinnerungen zu schaffen, ist es ratsam, bei den Veranstaltungen um die Ecke zu denken und kreative Ideen zu entwickeln. Eine Autogrammstunde mit einer bekannten Persönlichkeit (als Botschafterin und Botschafter) ist spannender als das Grußwort des Landrats, ein Mitsingkonzert lustiger als die musikalische Untermalung durch den örtlichen Posaunenchor, eine "Nacht der Seminare" aufregender als eine Ausstellung im Foyer.

Keinesfalls sollte die Chance vertan werden, Sponsoren am Jubiläum zu beteiligen. Firmeninhaberinnen und Firmeninhaber sind leichter für runde Zahlen und besondere Events zu begeistern. Über diverse Veranstaltungen hinweg lassen sich viele Sponsoringpakete schnüren. Selbstverständlich muss auch hier die Basis stimmen: Das Jubiläum allein reicht nicht aus. Die Themen des Vereins müssen eine Relevanz für das Unternehmen haben. Dann kann ein Jubiläumsjahr der Auftakt zu einer dauerhaften Unternehmenspartnerschaft sein.[1] Übrigens: Nicht nur auf Vereinsseite kann ein Jubiläum Anlass für eine Spenden- oder Sponsorenanfrage sein. Wenn regionale Unternehmen in Ihrer Umgebung ein Firmenjubiläum haben, ist dies ebenso ein Anlass, um eine Spende zu bitten. Firmen nutzen Jubiläen gerne, um sich sozial zu engagieren und das auf der Jubiläumsfeier nach außen zu tragen.

Fußnoten

1.
Das Bistum Aachen nutzte das Jubiläumsjahr 2014 als Auftakt für neue Unternehmenskooperationen mit einer eigenen Sponsorenwebseite. Mehr unter: https://katholisch-fundraising.info/aachen-projekte/jubilaeumsjahr-als-auftakt-fuer-unternehmenskooperationen.html und http://heiligtumsfahrt2014.de/sponsoring/