Teilnehmer einer Demonstration verbrennen am 10.12.2017 eine selbst gemalte Fahne mit einem Davidstern in Berlin im Stadtteil Neukölln. Die geplante Verlegung der US-Botschaft in Israel von Tel Aviv nach Jerusalem sorgte auch in Berlin für Proteste. Bei den pro-palästinensischen Demonstrationen wurden Fahnen mit dem Davidstern angezündet.

Bildstrecke: Antisemitismus

Die Zeichnung zeigt eine Judenverbrennung in Feuergruben.Eine Schwarz-Weiß-Karikatur in der Satirezeitschrift "Kikeriki" vom 13. September 1883 bringt die Verknüpfung von Judenfeindlichkeit und kommerzieller Vorwürfe zum Ausdruck. Zu sehen sind drei Juden, die aufgefordert werden, auf dem Feld zu arbeiten. Mit zurückweichender Geste lehnen sie die Arbeit ab. Über dem Bild steht: "Im Schweiße seines Angesichts arbeiten, das ist nicht das System der Juden".Seit Beginn des 19. Jahrhunderts bereits wurden Sammel- und Klebemarken als Medium zum Transport von Botschaften benutzt. Ab Ende des Jahrhunderts wurde damit auch Antisemitismus verbreitet. Mit solchen Marken machte der kurz nach Ende des Ersten Weltkriegs gegründete Deutsche Schutz- und Trutzbund gegen Juden Stimmung. Schon während des Krieges wurden Juden als "Drückeberger" diffamiert. Ihnen wurde pauschal unterstellt, als "Wucherer" und "Spekulanten" von der Not des deutschen Vaterlandes profitiert zu haben. Nach der Niederlage und dem als "diktiert" empfundenen Versailler Friedensvertrag nutzten Völkische und andere Antisemiten dieses Narrativ für ihre antisemitische Propaganda.Auf einem Klebezettel ist ein Oval zu sehen, in dem eine Frau in Badekleidung am Meer steht. Den Rand des Ovals ziert die Aufschrift "Nordseebad Norderney ist judenfrei". DerKlebezettel stammt aus den 1930er Jahren und war am 05.08.2015 in der Sonderausstellung "Angezettelt" im Dokumentationszentrum Prora auf der Insel Rügen (Mecklenburg-Vorpommern) zu sehen.Ein Mann steht 1933 mit einem Plakat vor der Tür eines Restaurants, auf dem steht "Deutsche! Wehrt Euch! Kauft nicht bei Juden".Eine Schwarz-Weiß-Fotografie zeigt zwei Arztpraxisschilder, die mit Warnhinweisen vor Juden überklebt sind. Auf ihnen steht ""Achtung Jude! Besuch verboten!"Eine Schwarz-Weiß-Fotografie zeigt eine Vielzahl ungarischer Juden, die mit erhobenen Händen von deutschen Soldaten zusammengetrieben werden. Es handelt sich um die Deportation ungarischer Juden im Sommer 1944 nach dem Einmarsch deutscher Truppen und Einheiten der Waffen-SS in Ungarn am 19. März 1944.Hakenkreuz und Hetzparole an einer Wand. Wenige Stunden vor der Enthüllung des Gedenksteins am 14. Juni 1965 für die 1938 vernichtete Bamberger Synagoge wurden antisemitische Nazi-Parolen auf dem Gedenkstein und an Hauswänden in der Nähe entdeckt.Eine Szene aus der US-amerikanischen Fernsehserie "Holocaust" zeigt Adolf Eichmann (Tom Bell, r.) und Erik Dorf (Michael Moriarty, l.) bei einem Gespräch über die "Lösung der Judenfrage". Erzählt wird in dem insgesamt über sieben Stunden dauernden Film die Geschichte zweier Familien im nationalsozialistischen Deutschland - einer jüdischen und einer nationalsozialistischen.Anschlag Galinski-GrabAm 19. Dezember 1980 wurden der jüdische Verleger Shlomo Lewin und seine Lebensgefährtin Frida Poeschke in Erlangen erschossen. Lewin war bekannt als jemand, der sich gegen rechtsextreme Umtriebe einsetzte. Der mutmaßliche Täter Uwe Behrendt konnte nicht zur Rechenschaft gezogen werden – das Mitglied der rechtsextremen Wehrsportgruppe Hoffmann kam im Libanon unter ungeklärten Umständen ums Leben, er soll Selbstmord begangen haben. Es gab Indizien dafür, dass Karl-Heinz Hoffmann den Mord an Lewin und Poeschke in Auftrag gegeben haben könnte. Unter anderem wurde eine Brille am Tatort gefunden, die der damaligen Freundin von Hoffmann gehört haben soll. Dem Landgericht Nürnberg reichte dies nicht aus. Des Mordes für schuldig befunden wurde schließlich Uwe Behrendt, der als Einzeltäter gehandelt haben soll.Mahnmal auf der Berliner Putlitzbrücke. Eine Tafel erläutert das Deportationsmahnmal auf der Putlitzbrücke in Berlin-Moabit im Winter. Die Putlitzbrücke überquert die Quitzowstraße sowie Gleise der Fern- und S-Bahn. Sie war 1977 erneuert worden. Seit 1987 erinnert dort am Geländer ein Mahnmal an die Deportation jüdischer Bürger von 1941 bis 1944 in Vernichtungslager.Eine Teilnehmerin der Demonstration "Stoppt den Nazi-Terror" fasst sich am 5.8.2000 in Düsseldorf ans Herz, als sie die S-Bahn-Haltestelle besucht, an der bei einem Handgranaten-Anschlag am 27. Juli zehn Menschen verletzt wurden. Rund 2000 Menschen hatten sich dem Demonstrationszug durch die Düsseldorfer Innenstadt angeschlossen, der mit einer Schweigeminute an der Unglücksstelle der Opfer gedachte. Bei dem Attentat waren zehn Sprachschüler teilweise schwer verletzt worden, eine junge Schwangere verlor ihr Baby. Die meisten Opfer sind Menschen jüdischen Glaubens.Am Jahrestag der sogenannten Reichspogromnacht wurde am 9. November 2003 der Grundstein für die neue Synagoge in München gelegt. Auch der damalige Bundespräsident Johannes Rau war vor Ort. Die neonazistische Vereinigung "Kameradschaft Süd" hatte offenbar einen Bombenanschlag auf das Gelände geplant. Die Polizei war, wenige Wochen zuvor, bei Hausdurchsuchungen auf Waffen und insgesamt 14 Kilogramm Sprengstoff gestoßen, die Vermutungen zufolge für den Anschlag hätten verwendet werden sollen. Der Neonazi Martin Wiese (rechts im Bild), der am 6. September 2003 im Zusammenhang mit dem geplanten Attentat in Nürnberg verhaftet worden war, wurde im Mai 2005 wegen "Rädelsführerschaft in einer terroristischen Vereinigung" zu sieben Jahren Haft verurteilt. Der Mitangeklagte Alexander Maetzing (links im Bild) erhielt fünf Jahre und neun Monate Haft.Anti-Israel-Slogans zieren 1988 eine Hauswand in der Hamburger Hafenstrasse. Sie besagen Folgendes: "Boykottiert 'Israel', Waren, Kibbuzim und Strände!", "Palästina - Das Volk wird dich befreien" und "Revolution bis zum Sieg".Teilnehmer einer Pro-Palästina-Demo marschieren am 11.07.2015 anlässlich des Al-Kuds-Tag über den Kurfürstendamm in Berlin. Im Iran wird an diesem Tag regelmäßig gegen Israel demonstriert.Blick auf das antisemitische Monopoly-Spiel "Progromly", das nach Angaben des Thüringer Landesamtes für Verfassungsschutz die Mitglieder der Zwickauer Neonazi-Terrorzelle vor ihrem Abtauchen entworfen haben und herstellen ließen.Besucher verweilen auf den Stelen des Denkmals für die ermordeten Juden Europas im Zentrum Berlins (2003-2005 von Peter Eisenman entworfen). Das Mahnmal dient als Ort der Erinnerung und des Gedenkens an die bis zu sechs Millionen jüdischen Opfer des Holocaust.Angezettelt Aufkleber "Ich kann es nicht mehr hören!"Verschwörungstheorien sind zwar nicht nur in rechtsextremen Kreisen sehr populär, zum Teil sind sie aber grundlegend für die rechtsextreme Ideologie. Eine der wichtigsten Verschwörungstheorien der Rechtsextremen ist der Mythos der jüdischen Weltverschwörung. Schon in der Nazizeit war er eine Argumentationsgrundlage für den eliminatorischen Antisemitismus. Der Begriff "ZOG", wie er hier auf einem Transparent während eines Aufmarsches der rechtsextremen NPD 2006 in Hamburg zu sehen ist, steht für "Zionist Occupied Government", was in etwa "zionistisch unterwanderte Regierung" bedeutet. "Zionistisch" wird als Chiffre für Juden gebraucht und mit dieser Formel unterstellt, Juden würden Macht und Kontrolle über Medien, die Finanzwelt und Regierungen ausüben und die Geschicke ganzer Staaten leiten.



bpb-Pressemitteilung (25.10.2018)

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