Teilnehmer einer Demonstration verbrennen am 10.12.2017 eine selbst gemalte Fahne mit einem Davidstern in Berlin im Stadtteil Neukölln. Die geplante Verlegung der US-Botschaft in Israel von Tel Aviv nach Jerusalem sorgte auch in Berlin für Proteste. Bei den pro-palästinensischen Demonstrationen wurden Fahnen mit dem Davidstern angezündet.

24.11.2006 | Von:
Dr. Juliane Wetzel

Antisemitismus als Gegenstand des Schulunterrichts

Aufgaben der Erziehungswissenschaft

Einige Forschungsvorhaben im erziehungswissenschaftlichen Bereich beschäftigen sich mit den Herausforderungen, die aktuelle antisemitische Tendenzen im Schulalltag bedeuten. Die Ergebnisse werden in die Lehrerausbildung einfließen, bis diese sich allerdings konkret im Unterricht niederschlagen, wird noch einige Zeit vergehen. Deshalb ist es wichtig das Thema Antisemitismus in der Lehrerfortbildung stärker zu verankern. Um dem Defizit an Unterrichtsmaterialien entgegenzuwirken, entwickelt das Zentrum für Antisemitismusforschung (im Rahmen eines Projektes mit LISUM Berlin-Brandenburg und dem American Jewish Committee) derzeit eine CD-Rom ("Fit machen gegen Antisemitismus") zum Einsatz im Unterricht. Kognitives Wissen über die aktuellen Formen des Antisemitismus und seine historischen Vorbilder werden mit Hilfe multimedialer Möglichkeiten erarbeitet.

Darüber hinaus erstellt die Menschenrechtsabteilung der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa zusammen mit dem Anne Frank House Amsterdam für sieben europäische Länder Unterrichtsmaterialien zu Juden und Judenfeindschaft in Europa. An der deutschen Adaption sind das Zentrum für Antisemitismusforschung und das Fritz-Bauer-Institut beteiligt. Im Rahmen eines dreiteiligen Konzepts werden historische und aktuelle Formen des Antisemitismus thematisiert, aber auch Einblicke in jüdisches Leben als Teil europäischer Geschichte vermittelt.

Hilfesuchende Lehrer, eine starke Nachfrage nach Lehrerfortbildungsseminaren, eine überraschend starke Beteiligung bei der ersten Sommeruniversität des Zentrums für Antisemitismusforschung im September 2006 zum Thema machen deutlich, welchen Herausforderungen sich Pädagogen ausgesetzt sehen und dass nur längerfristige Projekte helfen können, die Defizite im Bildungsbereich nachhaltig auszugleichen.


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