Herausforderung Salafismus

Informationsdienst

Interkulturelle Übergangsräume – Erweiterung von Kommunikationsmöglichkeiten in konfliktträchtigen Gruppen (Institut für Kulturanalyse e. V.)

Ort: Berlin

Angebote: Beratung, Pädagogische Maßnahmen vor Ort (z. B. Workshops), Intervention und Deradikalisierung, Fortbildungen und Trainings für Fachkräfte, pädagogische Materialien, Informationsmaterial

Weitere Standorte in: Villingen-Schwenningen

Das Institut für Kulturanalyse, 1989 gegründet, befasst sich mit Austausch- und Aneignungsprozessen zwischen unterschiedlichen Gesellschaften, vor allem zwischen den Kulturen in einem Einwanderungsland. Grundlegend für die Arbeit des Instituts ist die Berücksichtigung von Erfahrungen politischer, sozioökonomischer und kultureller Umbrüche, aber auch von Gewalt-, Flucht- oder Vernichtungserfahrungen, die nicht ins gesellschaftliche Bewusstsein integriert werden konnten. Im Zuge der Globalisierung und erhöhter Verteilungskämpfe gewinnt diese Problematik an Brisanz, wo Ungleichzeitigkeiten und Abspaltungen einer Gesellschaft auf solche einer anderen Gesellschaft treffen und nicht selten in Selbst- und Fremdzerstörung münden. Das Institut für Kulturanalyse arbeitet deshalb an der Analyse individueller Konfliktfiguren, die zugleich gesellschaftlich-kulturelle Vermittlungsfiguren sind.

Um der Faszination, die segregierende Reinheits- und Klarheitsversprechen wie der Salafismus auf Jugendliche ausüben, konstruktiv zu begegnen, erarbeitet es derzeit das Bildungskonzept Interkulturelle Übergangsräume – Erweiterung von Kommunikationsmöglichkeiten in konfliktträchtigen Gruppen (2015-2019). Ziel ist es, die Sprach- und Reflexionsfähigkeit von Jugendlichen und jungen Erwachsenen zu fördern, die sich durch ihre Identifikation mit solch geschlossenen Gruppen Rettung aus der existentiellen Sackgasse ihrer Adoleszenzkrise erhoffen.

Details zu den Angeboten

Beratung

Praxisreflexionen und Workshops verstehen wir als interkulturell Übergangsräume, d.h. als geschützte Räume, in denen wir gemeinsam darüber nachdenken können, wie die in einer Einwanderungsgesellschaft wie der unseren unvermeidlichen Polarisierungs- und Spaltungstendenzen angemessen wahrzunehmen und zu verstehen und dann nach Möglichkeit in Bündnisfähigkeit umzuwandeln seien.

Zielgruppen
  • Eltern
  • Erziehern/innen
  • Sozialarbeitern/innen
  • Lehrern/innen
  • Mitglieder von Moscheegemeinden
  • Leiter/innen und Mitarbeiter/innen von Flüchtlingsheimen
  • andere Multiplikatoren
Sprachen
  • Deutsch
  • Arabisch
Termine nach Absprache: telefonisch 030 3217496 und per E–Mail haas@kulturanalyse.org

Ansprechpartner: Dr. Renate Haas

Vor-Ort-Maßnahmen

Vorträge und Workshops zum Spannungsfeld 'Religionsfreiheit in der säkularen Gesellschaft' für sozialisationsrelevante Instanzen (wie Eltern, Erzieher/innen, Sozialarbeiter/innen, Lehrer/innen und Mitglieder von Moscheegemeinden sowie andere Multiplikatoren).

Intervention und Deradikalisierung

Ausgehend von den Erfahrungsberichten von Eltern, Geschwistern, Freunden, Erziehern/innen, Lehrern/innen sowie Sozialarbeitern/innen wird in Beratungsgesprächen versucht, die Kommunikationsformen so zu erweitern, dass der Kontakt zu gefährdeten Jugendlichen aufrechterhalten werden kann bzw. wieder angeknüpft werden kann.

Informationsmaterial

Publikation der Fachtagung Arbeit an und in interkulturellen Übergangsräumen. Bericht aus dem inneren des Modellprojekts „Konfliktkultur“, eines Programms zur Bildung historischen Bewusstseins von Eltern. Transcript Verlag, 144 Seiten, 2014

http://www.transcript-verlag.de/978-3-8376-2769-5/fuer-eine-konfliktkultur-in-familie-und-gesellschaft#

Interkulturelle Übergangsräume – Für einen konstruktiven Umgang mit Konflikten in Familie und Gesellschaft. Ein Handbuch für Eltern

Dieses Handbuch ist zu beziehen durch das Institut für Kulturanalyse e.V., Telefon 030 3217496 oder info@kulturanalyse.org

http://www.kulturanalyse.org/Handb-f-Eltern_Inst-F-Kulturanalyse2014.PDF

Fortbildung und Trainings

Durchführung von Fortbildungen für sozialisationsrelevante Instanzen (wie Eltern, Erzieher/innen, Sozialarbeiter/innen, Lehrer/innen und Mitglieder von Moscheegemeinden und andere Multiplikatoren).

Um die vielseitigen individuellen und institutionellen Spaltungs- und Polarisierungsmechanismen erkennen und ihnen wirksam entgegenwirken zu können, arbeitet das Modellprojekt zum einen auf der Sachebene (Vermittlung bestimmter Themen); zum anderen wird in den verschiedenen Arbeitssitzungen auf die Gruppendynamik geachtet (etwa auf polarisierende oder gar spaltende Kommunikationsmuster, sozialen Rückzug, Schweigen, dominante und autoritäre Kommunikationsstile, Hoffnungslosigkeit etc.). Versucht wird, verhärtete Situationen durch bestimmte Interventionen und neue Deutungen zu verflüssigen.

Kontakt

Institut für Kulturanalyse e. V.
Wintersteinstraße 16
10857 Berlin

DHBW Villingen-Schwenningen
Prof Dr. Dr. Kizilhan
Schrambergerstraße 26
78054 Villingen-Schwenningen

Telefon: +49 30 3217496
E-Mail: info@kulturanalyse.org
Website: www.kulturanalyse.org
Facebook-Page: https://www.facebook.com/kulturanalyse.org
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