Herausforderung Salafismus

Neu im Infodienst Radikalisierungsprävention

Datenbank Angebote der Radikalisierungsprävention

Übersicht

Bundesweite Übersicht der Anlaufstellen

In den vergangenen Wochen sind zwölf Angebote neu in die Datenbank des Infodienstes aufgenommen worden. Insgesamt enthält sie nun 72 Anlaufstellen aus dem gesamten Bundesgebiet, die Unterstützung anbieten bei Fragen wie: Was tun, wenn sich junge Menschen radikalisieren? Wo können sich Fachkräfte informieren und weiterbilden, wo finden Angehörige Rat?

Zu den neu aufgenommenen Angeboten zählen:

- PRO Prävention – Projekt gegen (religiös begründeten) Extremismus, Dietzenbach

- Hessisches Informations- und Kompetenzzentrum gegen Extremismus (HKE) im Hessischen Ministerium des Innern und für Sport, Wiesbaden

- Vom IHR zum WIR – Zugehörigkeit, berufliche Perspektiven und demokratische Teilhabe, Berlin

- Wegweiser – Prävention gegen gewaltbereiten Salafismus an folgenden zusätzlichen Standorten: Aachen, Bielefeld und Herford, Bergisches Land, Bonn, Dinslaken und Kreis Wesel, Duisburg, Köln, Mönchengladbach, Münster

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Neu bei der Bundeszentrale für politische Bildung/bpb

Coverbild fluter Propaganda

fluter (Nr. 63)

Jugendmagazin fluter zu Rekrutierungsstrategien radikaler Islamisten

In der neuen Ausgabe des „fluter“ geht es um Propaganda. Einer der Beiträge beschäftigt sich damit, wie der sogenannte Islamische Staat Jugendliche rekrutiert: „Allah schickt keine Freundschaftsanfragen“. Die Ausgabe kann kostenfrei als PDF heruntergeladen werden.

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Coverbild Die Strenggläubigen

Wilfried Buchta

Die Strenggläubigen

Militanter Fundamentalismus bedroht die Sicherheit zahlloser Menschen – im Nahen und Mittleren Osten und zunehmend auch in westlichen Staaten. Wilfried Buchta arbeitet das Zusammenspiel innerer und äußerer Faktoren heraus, das den militanten Islamismus bedingt und protegiert. Dazu gehören aus der Geschichte überkommene Verwerfungen, tief reichende innerislamische Spannungen, fehlgeleitete und desaströse Interventionen des Westens.

Das Buch ist am 29. Mai 2017 in der Schriftenreihe der bpb erschienen und umfasst 240 Seiten. Es kann zum Preis von 4,50 Euro bestellt werden.

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1,50
Sunniten und Schiiten

Candid Foundation

Sunniten und Schiiten

Was spaltet Sunniten und Schiiten? Die Spannungen zwischen den Glaubensrichtungen gehen bis weit in die Geschichte des Islam zurück. Aber wie viel Vergangenheit steckt wirklich in den Konflikten des Nahen Ostens der Gegenwart? Und wie kann das Misstrauen überwunden werden?

Das Buch ist am 5. April 2017 in der Schriftenreihe der bpb erschienen und umfasst 98 Seiten. Es kann zum Preis von 4,50 Euro bestellt werden.

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Coverbild Europäischer Islam

Nilüfer Göle

Europäischer Islam

Muslime leiden unter den Anfeindungen, die Islamophobe mit Blick auf den islamistischen Terror vorbringen. Radikale Islamisten indes begründen ihre Gewalt mit verletzten muslimischen Gefühlen. Nilüfer Göle analysiert am Beispiel europäischer Muslime und mit dem Fokus auf die Situation im laizistischen Frankreich die europäische Gesellschaft. Sie wirbt für die Anerkennung des friedlichen islamischen Beitrags in den Gesellschaften Europas.

Das Buch ist am 17. März 2017 in der Schriftenreihe der bpb erschienen und umfasst 300 Seiten. Es kann zum Preis von 4,50 Euro bestellt werden.

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Veranstaltungshinweise und Fortbildungen

Junge Bürgerbühne Mannheim: „ICHFLIMMERN“ – Ein Rechercheprojekt zu Radikalisierungen in Jugendkulturen

21. Juli 2017, Mannheim

Sondersendung, Experteninterviews, Titelseite – kein Tag vergeht ohne Nachrichten von jungen Männern und Frauen, die für ihre Überzeugungen in den Kampf ziehen, sich „radikalisieren“. Aber was treibt diese jungen Menschen an? Welche privaten und gesellschaftlichen Leerstellen werden durch Radikalisierung gefüllt? Ein Jahr lang haben sieben Jugendliche zwischen 15 und 19 Jahren sich selbst und die eigene Generation hinterfragt und versucht Antworten auf diese Fragen zu finden.

Zur Veranstaltung auf den Seiten des Nationaltheaters Mannheim

Webinar: Extremistische Radikalisierung – Arbeit mit gefährdeten Jugendlichen

4. September 2017

Diana Schubert und Dr. Götz Nordbruch halten im Rahmen der Reihe „Extremistische Radikalisierung – Herausforderung für Kommunen und Möglichkeiten der Prävention“ ein Webinar zum Thema „Arbeit mit gefährdeten Jugendlichen“. Die Webinarreihe wird angeboten vom Deutsch-Europäischen Forum für Urbane Sicherheit (DEFUS) und dem Institut für angewandte Präventionsforschung des Deutschen Präventionstages (dpt-i). Mit der Webinarreihe soll der Wissensstand bei den relevanten Akteur/-innen der Extremismusprävention vertieft und die Qualität in der Präventionsarbeit erhöht werden.

Termin: 4. September 2017, 16:00-17:00 Uhr
Ort: Online
Kosten: Kostenfrei
Anmeldung: Online möglich
Zielgruppe: Fachkräfte und Angestellte der Kommunen, die in ihrem Arbeitsalltag mit dem Themenkomplex des Extremismus und der Radikalisierung konfrontiert sind

Weitere Informationen

Abschlusskonferenz: "Community Counteracting Radicalisation (CoCoRa) – towards a community-based prevention strategy"

19. September, Berlin

CoCoRa ist ein zweijähriges Projekt mit Partnerorganisationen aus fünf europäischen Ländern mit dem Ziel, eine Community-basierte, kooperative Präventionsstrategie zu entwickeln. Es wird vom Erasmus-Programm der Europäischen Kommission kofinanziert.

Bei der Abschlusskonferenz werden die Ergebnisse vorgestellt und in Workshops diskutiert.

Termin: 19. September 2017, 10:30-17:00 Uhr
Ort: Landeszentrale für politische Bildung, Hardenbergstraße 22-24, 10623 Berlin
Anmeldung: per E-Mail bei der Koordinatorin Margit Helle Thomsen unter mht@mhtconsult.dk. Die Teilnehmerzahl ist begrenzt.
Kosten: Die Teilnahme ist kostenfrei.

Zur Website von CoCoRa

Workshop: „Islamismus und Islamfeindlichkeit im Unterricht begegnen“

26. September, Hamburg

Das Landesinstitut Hamburg unterstützt Schulen im Themenfeld Menschenrechts- und Demokratiefeindlichkeit mit einem Beratungsteam. Das Team ist präventiv tätig und bietet sowohl schulinterne als auch zentrale und externe Beratungs- und Fortbildungsangebote für Lehrer/-innen, Sozialpädagoginnen und -pädagogen sowie Schulleitungen an Hamburger Schulen zu den unterschiedlichen Erscheinungsformen gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit an (wie Islamfeindlichkeit, Rassismus und Antisemitismus).

Am 26. September findet der Workshop „Islamismus und Islamfeindlichkeit im Unterricht begegnen“ statt. Aus Sicht der Veranstalter/-innen kommt dem Zusammenspiel von politischer Bildung und demokratiepädagogischen Ansätzen eine zentrale Bedeutung zu. Im Mittelpunkt ihrer Arbeit steht der Unterricht in der Schule mit Unterrichtsentwürfen, Ideen, demokratiepädagogischen Anregungen, Vorschlägen und Handlungskonzepten.

Neben dem Workshop macht das Landesinstitut für Lehrerbildung zahlreiche weitere Angebote zum Themenfeld Islamismus und Radikalisierung in der Schule.

Termin: 26.09.2017, 16:00 bis 19:00 Uhr (weitere Termine auf der Seite des LI-Hamburg)
Ort: Landesinstitut für Lehrerbildung und Schulentwicklung
Fächer: Gesellschaft, Demokratiepädagogik, Sozial- und Rechtserziehung
Schularten: Berufliche Schule, Gymnasium, Stadtteilschule
Kosten: Die Teilnahme am Workshop ist kostenfrei.

Zur Anmeldung und weitere Informationen

Fortbildung: „Diskriminierung, Glaube und religiös begründeter Extremismus als pädagogische Herausforderungen“

September und Oktober 2017, Dreieich

Die viertägige Fortbildung richtet sich an Lehrkräfte sowie Schulsozialarbeiter/-innen von Grundschulen und weiterführenden Schulen. Sie findet im Rahmen des Projekts PRO Prävention statt. Es werden drei Ziele verfolgt:

1) Aufklärung über die Hintergründe konfrontativer Religionsbekundung sowie Einstellungen und Formen von gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit und religiös begründetem Extremismus

2) Stärkung von pädagogischen Kompetenzen in der Bearbeitung religiös oder kulturell gerahmter Konflikte und in der Auseinandersetzung mit religiös begründetem Extremismus

3) Aufzeigen von Möglichkeiten, wie das System Schule reagieren kann

Termine: 7. und 8. September, 19. September, 5. Oktober 2017
Ort: Haus des Lebenslangen Lernens, Frankfurter Straße 160-166, 63303 Dreieich
Kosten: Kostenfrei
Anmeldung: bis 11. August per E-Mail unter propraevention@kreis-offenbach.de
Zielgruppe: Lehrerinnen und Lehrer sowie Schulsozialarbeiterinnen und Schulsozialarbeiter von Grundschulen und weiterführenden Schulen

Weitere Informationen im PDF-Flyer

Fachtagung: "Salafistische Radikalisierung als Herausforderung sozialarbeiterischen Handelns"

12. Oktober 2017, Aachen

Beim Fachtag an der Katholischen Hochschule Aachen werden in zwei Fachvorträgen und sieben Workshops die Ursachen und Prozesse von Radikalisierung und der Hinwendung zum Salafismus beleuchtet. Es geht darum, die Möglichkeiten und Grenzen sozialarbeiterischen Handelns aufzuzeigen. Weiterhin soll diskutiert werden, ob und inwieweit auf bereits bestehende Konzepte zurückgegriffen werden kann beziehungsweise diese neu entwickelt werden müssen.

Termin: 12. Oktober 2017, 10:00-17:00 Uhr
Ort: Katholische Hochschule Nordrhein-Westfalen, Abteilung Aachen, Robert-Schuman-Straße 25, 52066 Aachen
Kosten: 25 Euro
Anmeldung: Bis zum 1. Oktober 2017 per E-Mail an Prof. Barbara Schermaier-Stöckl (b.schermaier-stoeckl@kathonrw.de)
Zielgruppe: Pädagogische Fachkräfte aus unterschiedlichen Handlungsfeldern der Sozialen Arbeit sowie politischen Bildung

Weitere Informationen im PDF-Flyer

Fachtag: „Prävention als Beitrag zu gesellschaftlicher Integration?“

26. Oktober, Dreieich

Auf dem Fachtag wird das Verhältnis von Prävention und Integration einer kritischen und praxisorientierten Reflektion unterzogen. Am Vormittag geben Prof. Dr. Annette Treibel (Hochschule Karlsruhe) und Prof. Dr. Andreas Zick (Universität Bielefeld) in Vorträgen inhaltliche Impulse. In einer nachmittäglichen Workshop-Phase wird die Thematik auf Handlungsfelder wie Schule, Migrantenorganisation und Jugendarbeit angewendet. Eingeleitet wird der Tag mit einem Markt der Möglichkeiten. Den Fachtag veranstaltet das Projekt „PRO Prävention – gegen religiös begründeten Extremismus“ des Fachdienstes Integrationsbüro des Kreises Offenbach.

Termin: 26. Oktober 2017, 9:30-16:00 Uhr
Ort: Haus des Lebenslangen Lernens, Frankfurter Straße 160-166, 63303 Dreieich
Anmeldung: per E-Mail unter propraevention@kreis-offenbach.de
Zielgruppe: Fachkräfte und ehrenamtlich Engagierte staatlicher und zivilgesellschaftlicher Präventions- und Integrationsarbeit sowie Schule, Jugendarbeit, Migrantenorganisationen, Flüchtlingsarbeit, Politiker/-innen sowie Expert/-innen der Sicherheitsbehörden und den Sozial- und Geisteswissenschaften

Zur Website von PRO Prävention

Podiumsdiskussion: „Glaube, Moral, Recht: Was bietet uns Orientierung in der Vielfalt?“

30. November, Dietzenbach

Das Leben in gesellschaftlicher Vielfalt kann zu sozialen Konflikten führen. Das zeigen aktuelle Prozesse gesellschaftlicher Polarisierung und die Verbreitung anti-pluralistischer Einstellungen. An welchen Werte- und Normvorstellungen orientieren Menschen in Deutschland heute ihr Handeln? Wann machen wir Zugeständnisse und wie halten wir Widersprüche zwischen unseren Überzeugungen und der Lebenswirklichkeit in der Gesellschaft aus? Darüber diskutieren im November in Dietzenbach unter anderem Prof. Dr. Susanne Schröter (Universität Frankfurt), Prof. Dr. Thomas Fischer (Richter am BGH und Zeit-Kolumnist) und Prof. Dr. Gert Pickel (Universität Leipzig). Organisiert wird die Podiumsdiskussion von „PRO Prävention“.

Termin: 30. November 2017, 19:00 Uhr
Ort: Kreistagssitzungssal im Kreishaus Dietzenbach, Werner-Hilpert-Straße 1, 63128 Dietzenbach
Zielgruppe: Interessierte Bürgerinnen und Bürger in und außerhalb des Kreises Offenbach

Zur Website von PRO Prävention

Berichte

MEDIENDIENST: Expertise zu den Gründen islamistischer Radikalisierung im Rhein-Main-Gebiet

Wie kommt es zu islamistischen Radikalisierungen? Wissenschaftler der Universität Frankfurt haben untersucht, warum sich junge Menschen im Rhein-Main-Gebiet militanten Islamisten anschließen. In einer Expertise für den MEDIENDIENST fassen sie die Ergebnisse zusammen. Sie betonen: Prävention dürfe sich nicht auf pädagogische oder religiöse Angebote beschränken. Auch die Gesellschaft müsse sich stärker für Minderheiten öffnen und gegen deren Diskriminierung eintreten.

Zum Artikel auf Mediendienst Integration

Download der Expertise

Bundesregierung: Bericht zur Extremismusprävention

Das Bundeskabinett hat am 14. Juni den von Bundesfamilienministerin Dr. Katarina Barley vorgelegten "Bericht über Arbeit und Wirksamkeit der Bundesprogramme zur Extremismusprävention" beschlossen. Der Bericht zeigt, wie sich die Arbeit auf dem Gebiet der Extremismusprävention im Laufe der Legislaturperiode entwickelt hat und beschreibt die abgeschlossenen und laufenden Förderprogramme unterschiedlicher Ressorts der Bundesregierung. Deutlich wird, dass sicherheitsbehördliche Maßnahmen und Prävention Hand in Hand gehen müssen, heißt es in der Mitteilung des Bundesfamilienministeriums zum Bericht. Jeder Euro, der für Prävention investiert wird, trage auch zur Verbesserung der Sicherheitslage bei.

Zur Meldung beim Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend

Download des Berichts

Abschlussberichte des BKA-Forschungsprojekts „Entwicklungsmöglichkeiten einer phänomenübergreifend ausgerichteten Prävention politisch motivierter Gewaltkriminalität“

Das Bundeskriminalamt (BKA) hat ein Forschungsprojekt durchgeführt mit dem Ziel, zu prüfen, welche Möglichkeiten zur Entwicklung einer phänomenübergreifend ausgerichteten Prävention politisch motivierter Gewaltkriminalität bestehen – vor dem Hintergrund aktueller Forschungserkenntnisse einerseits sowie der bestehenden Erfahrungen der Präventionspraxis andererseits.

Hierfür wurden aktuelle Forschungsbefunde systematisch aufbereitet. Zudem wurden die Präventionslandschaft in Deutschland analysiert und Expertenworkshops durchgeführt. Schließlich wurden die gewonnenen Erkenntnisse in einer Befragung durch Fachleute aus der Beratungs- und Deradikalisierungsarbeit kommentiert. Aus den Erkenntnissen wurden schließlich konkrete Handlungsempfehlungen für die kriminalpräventive Praxis erarbeitet.

Ab sofort können die Modulabschlussberichte zum jüngst abgeschlossenen Projekt über die Homepage des BKA heruntergeladen werden.

Download der „Literaturanalyse Schutz- und Risikofaktoren“

Download des Berichtes „Extremismusprävention in Deutschland – Erhebung und Darstellung der staatlichen und zivilgesellschaftlichen Präventionslandschaft“

Download des Berichtes „Extremismusprävention in Deutschland – Herausforderungen und Optimierungspotential“

Materialien für die Praxis

Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg: Online-Kursraum zu Verschwörungstheorien

Die Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg hat einen Online-Kursraum zum Thema Verschwörungstheorien eingerichtet. Hier lernen Schüler/-innen ab der 6. Klasse multimedial, woran Verschwörungstheorien zu erkennen sind, welche Konsequenzen sie haben können und wie man verantwortungsvoll mit Informationen im Netz umgeht. 

Zum Online-Kursraum

Neuerscheinungen

Forschungsnetzwerk Radikalisierung und Prävention (FNPR): „Lasset uns in sha'a Allah ein Plan machen“

„Lasset uns in sha'a Allah ein Plan machen“ ist eine der ersten empirischen Untersuchungen zur gewalttätigen salafistischen Jugendszene in Deutschland. In dem Buch werden WhatsApp-Chat-Protokolle einer militanten Jugendgruppe ausgewertet. Diese sind ein wichtiges Dokument, um nicht nur einen Einblick in die gruppeninterne Dynamik junger Salafisten zu erhalten, sondern tatsächlich Radikalisierungsprozesse zu rekonstruieren. Ziel war es dabei, die Protokolle aus einer interdisziplinären Perspektive zu analysieren und Handlungsempfehlungen zu formulieren.

Autor/-innen: Michael Kiefer (Universität Osnabrück), Jörg Hüttermannn (Universität Osnabrück), Bacem Dziri (Universität Osnabrück), Rauf Ceylan (Universität Osnabrück), Viktoria Roth (Universität Bielefeld), Fabian Srowig (Universität Bielefeld), Andreas Zick (Universität Bielefeld)

Bericht bei Spiegel Online, Interview mit Michael Kiefer in der taz

Das Buch ist am 1. Juni bei Springer VS erschienen und umfasst 396 Seiten. Es kann zum Preis von 29,99 Euro bestellt werden.

Rüdiger Lohlker: „Die Salafisten“

Salafisten predigen mit langen Bärten und Gewändern einen Islam der "Altvorderen" (salaf) und missionieren zugleich im Internet in jugendlicher Sprache. Rüdiger Lohlker erklärt, wo die Ursprünge der irritierenden Protestkultur liegen, welche unterschiedlichen Strömungen es gibt und wie mit saudischer Unterstützung der Salafismus weltweit verbreitet wird.

Die Vordenker des "Islamischen Staats" seien ebenso Salafisten wie die Kämpfer von al-Qaida oder die Wahhabiten in Saudi-Arabien. Doch es wäre ein Fehler, den Salafismus nur unter "politische Ideologie" und "Terror" zu verbuchen, so Lohlker. Er zeigt, dass die Ursprünge der sunnitischen Frömmigkeitsbewegung in einem Islam liegen, der sich – ähnlich wie Luther und die Reformatoren – auf die Quellen des Glaubens besinnt. Er beschreibt, wie sich hiervon eine militante Strömung abgezweigt hat, die den gewaltsamen Dschihad predigt, weltweit aggressiv missioniert, andere islamische Traditionen bekämpft und ein islamisches Gemeinwesen wie zu Zeiten der ersten Kalifen schaffen will.

Zur Rezension in der Süddeutschen Zeitung

Das Buch ist am 18. Mai 2017 bei C. H. Beck erschienen und umfasst 205 Seiten. Es kann zum Preis von 14,95 Euro bestellt werden.

Joby Warrick: „Schwarze Flaggen – Der Aufstieg des IS und die USA“

Warum schließen sich so viele Menschen dem sogenannten IS an? Und was hat das noch mit Religion zu tun? Diesen Fragen ist der Reporter und zweifache Pulitzer-Preisträger Joby Warrick nachgegangen. Er hat Gefängnisse besucht, mit Beamten, Terroristen und Agenten gesprochen. In seiner Reportage beschreibt er die Beteiligung der US-Regierung unter George W. Bush und Barack Obama an der blutigen Karriere des IS-Gründers Al-Zarqawi. Der Blick auf die Wurzeln des IS zeigt auch, welche neue Kraft – anstelle der Religion – den Terror heute antreibt.

Zur Rezension beim Deutschlandfunk

Das Buch ist am 30. Januar 2017 bei Springer erschienen und umfasst 205 Seiten. Es kann zum Preis von 22,95 Euro bestellt werden.

Aktuelle Meldungen

Verfassungsschutzbericht 2016: 680 islamistische Gefährder in Deutschland unter Beobachtung

Am 4. Juli haben Bundesinnenminister Dr. Thomas de Maizière und Bundesverfassungsschutzpräsident Dr. Hans-Georg Maaßen den Verfassungsschutzbericht 2016 vorgestellt. Aktuell beobachtet der Verfassungsschutz 680 sogenannte Gefährder (Personen, bei denen Tatsachen die Annahme rechtfertigen, dass sie erhebliche Straftaten begehen könnten) – das sind so viele wie noch nie. Die Zahl der Salafisten ist von 8.350 im Jahr 2015 auf inzwischen 10.100 gestiegen. „Wir müssen davon ausgehen, dass mit weiteren Anschlägen durch Einzeltäter oder durch Terrorkommandos auch in Deutschland gerechnet werden muss", zitiert tagesschau.de Maaßen.

Zum Download des Verfassungsschutzberichtes

Zum Artikel auf tagesschau.de

Region Syrien/Irak ist weiterhin ein Reiseziel für Islamisten aus Deutschland – 2017 bislang 30 Ausreisen

Der Verfassungsschutz veröffentlicht regelmäßig Zahlen zu den Reisebewegungen von Dschihadisten in die Region Syrien/Irak. Im Jahr 2017 sind bis zum 15. Juni 30 Personen aus Deutschland ausgereist. Insgesamt liegen dem Verfassungsschutz Erkenntnisse zu mehr als 930 Personen vor, die in Richtung Syrien/Irak gereist sind, um dort auf Seiten des IS und anderer terroristischer Gruppierungen an Kampfhandlungen teilzunehmen oder diese in sonstiger Weise zu unterstützen.

Bei den Ausgereisten handelt es sich überwiegend um in Deutschland geborene männliche Muslime mit Migrationshintergrund. Etwa ein Achtel der Ausgereisten sind Konvertiten. Der Anteil der ausgereisten Frauen liegt bei circa 20 Prozent.

Zu den Zahlen auf verfassungsschutz.de

Im Dezember 2015 haben deutsche Sicherbehörden die damals bekannten Daten zu „islamistisch motivierten Ausreisen“ ausgewertet und mögliche Gründe für eine Radikalisierung untersucht. Zum Beitrag im Infodienst Radikalisierungsprävention.

Bundesforschungsministerium fördert Projekte, die Extremismus im Internet analysieren und Präventionsstrategien entwickeln

Das Bundesforschungsministerium fördert im Programm „Forschung für die zivile Sicherheit“ mit fast 35 Millionen Euro verschiedene Projekte, die Extremismus im Internet analysieren und Präventionsstrategien und -methoden entwickeln. Dahinter steht der Ansatz, dass insbesondere junge Menschen, die in ihrer persönlichen Entwicklung noch nicht gefestigt sind, eher anfällig sind für Propaganda und Rekrutierung durch extremistische Gruppen. Ursachen für die Radikalisierung sollen so früh wie möglich erkannt werden, um Gewalt und Terror zu verhindern.

Zu den Projekten im Bereich Islamismus zählen:

- Dschihadismus im Internet (DiI)
- Analyse extremistischer Bestrebungen in sozialen Netzwerken (X-Sonar)
- Propaganda, Mobilisierung und Radikalisierung zur Gewalt in der virtuellen und realen Welt (PANDORA)
- Radikalisierung im digitalen Zeitalter (RadigZ)

Zur Meldung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung

Zum Bericht auf deutschewelle.de

Blickwechsel – Landeskommission Berlin gegen Gewalt fördert innovatives Deradikalisierungstraining für junge Menschen

Blickwechsel ist ein Einzeltraining, das für junge Menschen entwickelt wurde, die gefährdet sind sich zu radikalisieren. Es verwendet einen psychodynamischen Ansatz. Das Training wird von der Berliner Denkzeit-Gesellschaft e. V. angeboten. In 40 Sitzungen arbeiten die Klient/-innen mit speziell geschulten Trainer/-innen unabhängig von Ideologie oder Religion an Thematiken, die eine Nachreifung psychosozialer Funktionen anregen.   Im Jahr 2017 werden 10 Trainings von der Landeskommission Berlin gegen Gewalt gefördert und sind daher kostenfrei. Um mehr über Radikalisierungsverläufe und -ursachen, aber auch über die Zuweisungsstrukturen zu erfahren, wird das Projekt wissenschaftlich begleitet. 

Weitere Informationen auf den Seiten von Denkzeit

Salafistische Bewegung „We love Muhammad“ ist in Fußgängerzonen und mit eigener App aktiv

Im November 2015 ist die Vereinigung „Die wahre Religion“ verboten worden, die für die Koranverteilungsaktion „Lies!“ verantwortlich war. Seit einigen Monaten sind nun wieder Salafisten in den Fußgängerzonen großer Städte aktiv. Unter dem Namen „We love Muhammad“ [https://www.facebook.com/WeLoveMuhammadApp/] verteilen sie ein Buch mit der Geschichte des Propheten Außerdem bieten sie eine gleichnamige App an, die nach eigenen Angaben „Dawah, Aqidah und Fiqh Unterricht, Islamische Filme, Hörbücher mit islamischen Themen uvm.“ anbietet. Die App kann in den Stores von Apple, Android und Windows heruntergeladen werden. Das Projekt wird von dem in der Szene bekannten politisch-missionarischen Prediger Pierre Vogel unterstützt und beworben.

Zum Artikel auf n-tv.de

Flüchtling aus Biberach wurde auf Facebook vom sogenannten IS rekrutiert

Ein 20-jähriger Flüchtling aus Biberach soll einen Anschlag in Kopenhagen geplant haben und steht nun in Ravensburg vor Gericht. Die Südwest Presse berichtet von seiner Rekrutierung: „Per Facebook habe er Kontakte geknüpft, sei in einschlägige Gruppen und an Propagandamaterial geraten – und sah sich blutige Hinrichtungsvideos aus dem Krieg in Syrien an. „Anfangs konnte ich da nicht hinschauen“, sagte K. vor Gericht. „Aber mit der Zeit wurde ich stumpf. Irgendwann habe er sich die Videos angeschaut, wenn er sich schlecht fühlte. „Danach ging es mir besser“, sagt K. [...].“

Zum Artikel in der Südwest Presse

Violence Prevention Network sucht Mitarbeiter/-in für Online-Projekt in Berlin

In diesem Jahr hat Violence Prevention Network damit begonnen, ein Innovation Lab für Radikalisierungsprävention und Deradikalisierung aufzubauen, um mit der praxisnahen Entwicklung von Innovationen im Bereich Online/Social Media eine der wesentlichen Lücken im Arbeitsfeld der Radikalisierungsprävention und Deradikalisierung zu schließen. Für das Lab wird ab dem 1.8.2017 eine pädagogische Mitarbeiterin oder Mitarbeiter im Bereich Entwicklung, Testing und Verbreitung von Online-Ansätzen der Radikalisierungsprävention und Deradikalisierung gesucht.

Zur Stellenausschreibung auf den Seiten von VPN

Facebook, Microsoft, Twitter und YouTube gründen Anti-Terror-Initiative

Als "Global Internet Forum to Counter Terrorism" wollen die vier Unternehmen Facebook, Microsoft, Twitter und YouTube gemeinsam dafür sorgen, dass Propaganda schneller gefunden und gelöscht wird. Im Rahmen der Initiative wollen sie sich untereinander über bereits bestehende Technologien austauschen und diese weiterentwickeln. Außerdem sollen in Kooperation mit Wissenschaft und Politik neue Erkenntnisse über Terror generiert werden.

Zum Artikel auf meedia.de

Zur Meldung im Blog von Twitter

Öffentliche Anhörung zur bundesweiten Präventionsstrategie gegen gewaltbereiten Islamismus im Bundestag

Die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen hat einen Antrag zur Schaffung eines bundesweiten Präventionszentrums gegen gewaltbereiten Islamismus gestellt. Das Zentrum soll eine Präventionsstrategie erarbeiten und deren Umsetzung begleiten. Zu der Forderung der Grünen fand am 26. Juni 2017 eine öffentliche Anhörung im Innenausschuss des Bundestags statt. Bei den eingeladenen Experten und Expertinnen stieß die Idee sowohl auf Zuspruch als auch auf Skepsis.

So befürworten Prof. Dr. Peter Neumann (King's College London) und Dr. Wiebke Steffen (wissenschaftliche Beraterin und Gutachterin des Deutschen Präventionstages) eine nationale Präventionsstrategie – unter anderem um die Koordination zwischen Bund, Ländern und Kommunen zu verbessern. Sindyan Qasem (Zentrum für Islamische Theologie, Münster) und Dr. Götz Nordbruch (Bundesarbeitsgemeinschaft religiös begründeter Extremismus) hingegen lehnen bundesweit einheitliche Praktiken eher ab, da sie normieren und normalisieren würden und der lokalen Anbindung und Umsetzung von Präventionsangeboten eher entgegenstehen würden.

Weiterhin warnten die Fachleute davor, mit Projektmitteln für Präventionsprogramme strukturelle Defizite ausgleichen zu wollen und sprachen sich für Förderstrukturen mit längeren Zeiträumen aus.

Zur Meldung auf bundestag.de

Zu den Stellungnahmen der Experten und Expertinnen

21. Deutsche Präventionstag in Hannover: Vorträge online verfügbar



In Hannover hat am 19. und 20. Juni der Deutsche Präventionstag stattgefunden. Themenschwerpunkt war Integration und Prävention. Neben Kriminalprävention ging es auch um Radikalisierungsprävention. Viele Vorträge sind nun online verfügbar.

Zu den Vorträgen
Thumbnail des Videos "Umma" zum YouTube-Projekt "Bildwelten Islam"
Webvideoformate

Begriffswelten Islam

Im Rahmen von Webvideo-Formaten kooperiert die Bundeszentrale für politische Bildung/bpb mit YouTuberinnen und YouTubern, die sich aus einem persönlichen Interesse heraus mit den in Deutschland geführten Islamdiskursen auseinandersetzen wollen.

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Veranstaltungsdokumentation (Februar 2018)

Mit Gewalt ins Paradies (Schwerin, Februar 2018)

Mit immer neuen Handelnden im Feld steigt auch der Bedarf nach der Vermittlung von Ansatzpunkten für Prävention. Der Fachtag in Schwerin war ein Ausgangspunkt für diesen Wissenstransfer. Den ganzen Tag über standen Chancen und Grenzen der Radikalisierungsprävention im Fokus der Diskussion.

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Der Islamist Metin Kaplan in Bonn, 7. Februar 1999. Kaplan wurde nach seiner Inhaftierung in Deutschland in die Türkei abgeschoben. Dort wurde er am 20. Juni 2005 zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt.
Dossier

Islamismus

Seit 9/11 hat ein Wort Hochkonjunktur: Islamismus. Wer sind seine Wortführer? Welche Ziele verfolgen sie? Das Dossier führt ein in Vergangenheit und Gegenwart der extremistischen Herrschaftstheorie, die die Welt des 21. Jahrhunderts vor große Herausforderungen stellt.

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Material für die Verlinkung des Infodienstes Radikalisierungsprävention

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