Herausforderung Salafismus

Newsletter Februar 2018

Neu im Infodienst Radikalisierungsprävention

Rückkehrer Kreshnik B. vor dem Oberlandesgericht in Frankfurt

Gerwin Moldenhauer

Rückkehrerinnen und Rückkehrer aus der Perspektive der Strafjustiz

Hunderte mutmaßliche IS-Unterstützerinnen und -unterstützer kehren zurück nach Deutschland. Haben sich diese mit ihrer Ausreise nach Syrien oder in den Irak strafbar gemacht? Wie laufen Strafverfahren ab, und welche Sanktionen haben Rückkehrer und Rückkehrerinnen zu erwarten? Diese Fragen klärt der Beitrag von Gerwin Moldenhauer, Staatsanwalt in der Abteilung Terrorismus des Generalbundesanwalts beim Bundesgerichtshof.

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Jugendquartiersmanagement Dinslaken-Lohberg

Önay Duranöz

Radikalisierung und Rückkehr als Themen des Jugendquartiersmanagements in Dinslaken

Der Dinslakener Stadtteil Lohberg galt als "Salafisten-Hochburg". Mehrere junge Männer hatten sich radikalisiert und waren gemeinsam nach Syrien ausgereist. Quartiersmanager Önay Duranöz erklärt, welche Umstände zu ihrer Radikalisierung beigetragen haben. Er beschreibt, wie das Jugendquartiersmanagement darauf reagiert hat – zum Beispiel mit Hilfestellungen beim Übergang von der Schule ins Berufsleben oder der Vermittlung zwischen türkischstämmigen Familien und Institutionen.

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Diskussion der 20 Thesen auf der Fachtagung in Mannheim im Dezember 2017

Milena Uhlmann, Dr. Harald Weilnböck

Thesen zu guter Praxis in der Extremismusprävention und in der Programmgestaltung

Die 20 Thesen von Milena Uhlmann (BAMF) und Dr. Harald Weilnböck (Cultures Interactive) sind als erster Impuls für die Diskussion über gute Präventionspraxis zu verstehen. Sie vereinen Erkenntnisse aus Praxiserfahrungen und Forschungsergebnissen, behördliche Perspektiven und zivilgesellschaftliche Erkenntnisse mit Ergebnissen aus verschiedenen Expertenrunden im Rahmen der Beratungsstelle "Radikalisierung" und des Radicalisation Awareness Network (RAN).

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Infodienst Radikalisierungsprävention Teaserbild

Studie: Videos gegen Extremismus? Counter-Narrative auf dem Prüfstand

Können Videos wirksam sein gegen die Verbreitung extremistischer Ideologien im Netz? Und wie sollten sie aussehen? Darüber wird eine kontroverse Debatte geführt. Als Grundlage für die Diskussion stehen nur wenige wissenschaftlich fundierte Ergebnisse zur Verfügung. Eine Veröffentlichung des BKA liefert zu einigen Aspekten erstmalig empirische Belege.

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Datenbank Angebote der Radikalisierungsprävention

Übersicht

Beratung und Hilfsangebote: Neue Projekte in der Übersicht

Die Beratungsstelle Menschenrechts- und Demokratiefeindlichkeit (MDf) am Landesinstitut für Lehrerbildung und Schulentwicklung Hamburg wurde in die Datenbank aufgenommen. Insgesamt enthält die Datenbank nun 84 Anlaufstellen aus dem gesamten Bundesgebiet, die Unterstützung anbieten bei Fragen wie: Was tun, wenn sich junge Menschen radikalisieren? Wo können sich Fachkräfte informieren und weiterbilden, wo finden Angehörige Rat?

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Neu bei der Bundeszentrale für politische Bildung/bpb

Rolltreppe

Fachtag

Mit Gewalt ins Paradies

27.02.2018 | Schwerin

Beim Fachtag der Bundeszentrale für politische Bildung stehen Chancen und Grenzen der Radikalisierungsprävention im Fokus der Diskussion. Häufig stellen sich Akteurinnen und Akteure Fragen wie: Was steckt hinter individuellen Radikalisierungsprozessen? Wie kann man diesen entgegenwirken? Und wie kann Hintergrundwissen an betroffene Fachkräfte vermittelt werden? Die Veranstaltung richtet sich besonders an Akteure aus der Region, die neu im Bereich der Radikalisierungsprävention und in den Arbeitsbereichen politische Bildung, Schule, Sozialpädagogik, Sicherheitsbehörden und Journalismus tätig sind.

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15.02.2017, Frankfurt, DEU, Deutschland, Gleisanlagen am Frankfurter Hauptbahnhof

Veranstaltungsdokumentation (Dezember 2017)

Veranstaltungsdokumentation der Fachtagung "Grenzenloser Salafismus - Grenzenlose Prävention?"

Während der Salafismus als Ideologie keine Ländergrenzen kennt, verharren die Präventionsansätze meist in den Nationalstaaten. Die Fachtagung im Dezember 2017 hat eine Bestandsaufnahme der aktuellen Entwicklungen vorgenommen, die internationale Vernetzung gefördert und den fachlichen Austausch angeregt. Nun ist die ausführliche Dokumentation der Tagung erschienen – mit Berichten und Videos.

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Das Foto von Florent steht am 27.05.2016 in Hamburg bei einer christlich-muslimischen Trauerfeier in der Hamburger St. Pauli Kirche.

Podcast-Spezial

Bilals Weg in den Terror

"Bilals Weg in den Terror" ist eine fünfteilige Podcast-Serie über den Hamburger Jugendlichen Bilal, der mit 17 zum IS nach Syrien ausreist. Der Journalist Philip Meinhold hat seine Geschichte rekonstruiert, mit Verwandten und Bekannten von Bilal sowie mit Experten von Sicherheitsbehörden und Vertretern der islamistischen Szene gesprochen. Ein facettenreicher Einblick in die Geschichte einer Radikalisierung.

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Veranstaltungshinweise und Fortbildungen

Terminübersicht

Termindetails und weitere Termine finden Sie in der Terminübersicht des Infodienst Radikalisierungsprävention.

Februar
  • Konferenz: Multidisciplinary Perspectives on Radicalisation, New Media and Education
    22. und 23. Februar 2018, Köln

  • Fachtag: Mit Gewalt ins Paradies
    27. Februar 2018, Schwerin
März
  • Fachtagung: Religion oder jugendlicher Protest? Salafismusprävention in politischer Bildung und Sozialer Arbeit
    5. und 6. März 2018, Bamberg

  • Fachtag: Mit Gewalt ins Paradies
    21. März 2018, Leipzig
Mai
  • Fachtag: Radikalisierung in der ärztlichen und psychotherapeutischen Behandlung – erkennen, bewerten und angemessen handeln
    16. Mai 2018, Berlin

Aktuelle Meldungen

Behörden holen erstes deutsches Kind von IS-Kämpfern nach Deutschland

Ein 14 Monate alter Junge ist mit Hilfe der deutschen Behörden von seinem Großvater aus dem Irak nach Deutschland geholt worden, berichten Süddeutsche Zeitung, NDR und WDR. Die Mutter des Jungen ist in Erbil inhaftiert; sie gilt als überzeugte Islamistin. Laut dem Bericht handelt es sich um das erste Kind deutscher Anhängerinnen des sogenannten Islamischen Staats, das nach Deutschland ausreisen konnte. Laut SZ wird davon ausgegangen, dass sich eine dreistellige Zahl von Kindern deutscher "IS"-Unterstützerinnen in Syrien und im Irak befindet.

Seit einigen Monaten wird in den Medien über "IS-Kinder" diskutiert. Verfassungsschutzpräsident Maaßen warnte davor, die Kinder seien "indoktriniert" (siehe nachfolgende Meldung). Laut SZ begründet die Bundesregierung ihre Entscheidung, die Kinder nach Deutschland zu holen, "mit humanitären Erwägungen und der Schutzpflicht für die eigenen Staatsbürger".

Bericht in der Süddeutschen Zeitung

Rückkehrerinnen und Rückkehrer im Fokus der Medien

Der sogenannte "Islamische Staat" gilt militärisch als besiegt. Verstärkt wird nun über den Umgang mit mutmaßlichen „IS“-Unterstützerinnen und -Unterstützern diskutiert, die aus Syrien und dem Irak nach Deutschland zurückkehren.

Wie die Deradikalisierung von Rückkehrerinnen und Rückkehrern gelingen kann, beschreibt Thomas Mücke in einem Interview mit dem "Stern". Mücke ist Geschäftsführer von Violence Prevention Network.

Nur wenige der rund 200 Rückkehrer und Rückkehrerinnen sind aktuell in Haft, berichtet der Bayerische Rundfunk. Ein Grund dafür ist, dass häufig belastbare Erkenntnisse über mögliche Straftaten fehlen. Die Bundesregierung veröffentlicht in einer Antwort auf eine Kleine Anfrage der Partei DIE LINKE Zahlen und Informationen zum Umgang mit den zurückgekehrten mutmaßlichen Kämpfern.

Anfang Dezember hatte Verfassungsschutzchef Hans-Georg Maaßen besonders vor der Gefahr durch Kinder und Jugendliche gewarnt, die "islamistisch sozialisiert und entsprechend indoktriniert" nach Deutschland zurückkehren. In einem Bericht der Deutschen Welle legt unter anderem Nora Fritzsche dar, welche Möglichkeiten die Jugendhilfe für den Umgang mit diesen Kindern hat. Fritzsche ist Fachreferentin für Radikalisierungsprävention der Arbeitsgemeinschaft Kinder und Jugendschutz (AJS) für Nordrhein-Westfalen.

Interview mit Thomas Mücke bei stern.de über Deradikalisierung und Re-Integration

Beitrag zur Umfrage von BR und Spiegel auf br.de

Antwort der Bundesregierung auf die "Kleine Anfrage" der Partei DIE LINKE

Beitrag der Deutschen Welle zum Umgang mit den Kindern des "IS"

Beitrag im Infodienst Radikalisierungsprävention zu den Herausforderungen der Jugendhilfe im Kontext Salafismus von Nora Fritzsche

Projekt "MotherSchools" in Bayern bindet Mütter in die Radikalisierungsprävention ein

In Bayern finden seit September 2017 Workshops des Projekts „MotherSchools“ statt. Ziel ist es, Mütter für die Gefahren radikaler Ideologien zu sensibilisieren und ihr Auftreten gegenüber den eigenen Kindern zu stärken, so das Bayerische Sozialministerium. Vor allem würden Frauen mit Migrationshintergrund und Frauen aus "patriarchalen Milieus" geschult. In einer Pilotphase fanden Workshops in Schweinfurt, Erlenbach am Main, Würzburg und Aschaffenburg statt. Das Programm soll auf weitere Orte ausgeweitet werden.

Bericht beim Bayerischen Rundfunk

Pressemitteilung des Bayerischen Staatsministeriums für Arbeit und Soziales, Familie und Integration

Deutsche IS-Anhängerin im Irak zum Tode verurteilt

Im Irak wurde eine Deutsche wegen ihrer Angehörigkeit zum sogenannten "Islamischen Staat" zum Tode verurteilt, berichtet die Zeit. Vom zuständigen Gericht wurde dies damit begründet, Lamia K. habe "dem IS bei seinen Taten geholfen und sei an einem Angriff auf irakische Sicherheitskräfte beteiligt gewesen."

Beitrag in der Zeit

Salafistische Frauen: "Lückenfüller" für inhaftierte Anführer

Salafismus wird weiblicher, berichtete Burkhard Freier, Leiter des NRW-Verfassungsschutzes im Gespräch mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Der Grund dafür sei, dass viele führende Salafisten inzwischen in Haft sind. In Nordrhein-Westfalen beobachtet der Verfassungsschutz ein sogenanntes "Schwesternnetzwerk", das aus 40 Frauen besteht. Einige von ihnen haben mehrere hundert Facebook-Follower und bieten anderen Frauen Ratschläge – von Kindererziehung und Kochen bis zur Interpretation von religiösen Vorschriften. Durch das Engagement der Frauen und die Indoktrination ihrer Kinder entstehen laut Freier schwer aufzulösende salafistische "Gesellschaftsteile".

Beitrag in der FAZ

Nach militärischen Niederlagen: "IS" verändert seine Propaganda

Seit der militärischen Niederlage bestimmen neue Schwerpunkte die "IS"-Propaganda, so eine Analyse von Charlie Winter vom Londoner International Centre for the Study of Radicalisation and Political Violence (ICSR) im Magazin Wired. Inhalt sei nun fast ausschließlich Krieg. Dagegen nahmen noch im Jahr 2015 die angeblichen Vorzüge des Lebens im "Kalifat" in den "IS"-Gebieten in Syrien und im Irak den größten Raum ein. Laut Winter konzentriert sich der "IS" nun auf Anstiftung und Anleitung zu Gewalt. Ziel sei nun, das Überleben der Gruppe zu sichern statt auf breiter Basis um Unterstützung zu werben.

Beitrag auf wired.co.uk

Berlin, Bayern, Hamburg und NRW: Schulische und außerschulische Einrichtungen können Workshops buchen

Seit Anfang 2018 können schulische und außerschulische Einrichtungen die Workshops des Projekts "bildmachen – Politische Bildung und Medienpädagogik zur Prävention religiös-extremistischer Ansprachen in Sozialen Medien" buchen – und zwar in Berlin, Bayern, Hamburg und Nordrhein-Westfalen. Das Projekt wird von ufuq.de in Kooperation mit dem JFF – Institut für Medienpädagogik in Forschung und Praxis (München), der Arbeitsgemeinschaft Kinder- und Jugendschutz (AJS) Landesstelle NRW e. V. (Köln) sowie dem Landesinstitut für Lehrerbildung und Schulentwicklung (Hamburg) durchgeführt.

Ufuq.de: bildmachen

Analyse-System RADAR-iTE: Viele "Gefährder" wohl weniger gefährlich als angenommen

Die Polizeien der Länder und das Bundeskriminalamt haben 205 als Gefährder eingestufte radikale Islamisten mit dem Analyse-Instrument RADAR-iTE überprüft, berichtet die Süddeutsche Zeitung. Von der Hälfte geht demnach kein besonderes terroristisches Risiko aus, während die andere Hälfte als hochgefährlich eingestuft wird. Aktuell betrachten die Behörden 720 Personen als sogenannte islamistische Gefährder.

Beitrag in der Süddeutschen Zeitung

Geplante Extremismusklausel in Hessen: Widerspruch zu europäischen Standard-Empfehlungen?

Auch der Verein Cultures Interactive hat auf die Pläne des hessischen Verfassungsschutzes reagiert, die "Zuverlässigkeit" von Beschäftigten in Präventionsprojekten anlasslos zu prüfen. Die Pläne betreffen alle Projekte, die mit Landesmitteln gefördert werden. Das Vorhaben widerspreche in vieler Hinsicht dem, was im Rahmen des EU-finanzierten Radicalisation Awareness Network (RAN) als Standard entwickelt worden sei, so Harald Weilnböck von Cultures Interactive. Der Infodienst Radikalisierungsprävention hat im Dezember 2017 über das Vorhaben in Hessen und einige kritische Reaktionen berichtet.

Stellungnahme von Cultures Interactive

Berliner Verfassungsschutz veröffentlicht Lageanalyse zur salafistischen Szene

In Berlin hat sich die Zahl der Salafisten und Salafistinnen von 350 im Jahr 2011 auf aktuell über 900 Personen nahezu verdreifacht. Diese Zahlen nennt eine im Januar 2018 veröffentlichte Studie des Berliner Verfassungsschutzes. Die Analyse enthält zudem eine Auswertung soziodemografischer Daten von Szeneangehörigen. Auch die Rolle einzelner Moscheen wird untersucht.

Download der Studie

Beitrag auf zeit.de

Stellenausschreibungen

Pädagogische Fachkraft
Projekt "Clearingstelle Case Management", Aktion Gemeinwesen und Beratung, Düsseldorf

Mitarbeiter/-in für den Bereich Stabsstelle/Koordinierung/Fallhilfen
Beratungsstelle HAYAT, ZDK Gesellschaft Demokratische Kultur gGmbH, Berlin

Mitarbeiter/-in für den Bereich Fallberatung
Beratungsstelle HAYAT, ZDK Gesellschaft Demokratische Kultur gGmbH, Berlin

EU fördert Projekte der Radikalisierungsprävention und Deradikalisierung: Call for Proposals

Bis zum 15. März 2018 können Vorschläge bei der EU-Kommission eingereicht werden. Insgesamt stehen rund drei Millionen Euro zur Verfügung. Gefördert werden Projekte, die die Resilienz gegenüber Polarisierung stärken. Außerdem werden Aussteigerprogramme gefördert, die auf Deradikalisierung und Rehabilitierung zielen.

Call for Proposals

YouTube: 10.000 Mitarbeiter sollen extremistische Inhalte verhindern

Bei YouTube sollen künftig 10.000 Beschäftigte dafür sorgen, dass keine extremistischen Inhalte veröffentlicht werden, berichtet die FAZ. Darüber hinaus habe das Unternehmen eine Technologie entwickelt, die Videos mit extremistischen Inhalten automatisch erkennt.

Beitrag in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung

Neuerscheinungen

Souad Mekhennet: Nur wenn du allein kommst. Eine Reporterin hinter den Fronten des Dschihad

Was passiert hinter den Fronten des Dschihad? Wie ticken Warlords und jugendliche Attentäter? Die Journalistin Souad Mekhennet berichtet in "Nur wenn du allein kommst" von ihren Recherchen in sogenannten No-Go-Areas des Terrors und ihren Treffen mit Dschihadisten. Ihr Ziel ist es, mehr über die Motivation dieser Männer in Erfahrung zu bringen, so der Deutschlandfunk-Bericht über Mekhennets Recherchen.

Bericht beim Deutschlandfunk

Das Buch ist am 19.09.2017 bei C.H.Beck erschienen und umfasst 384 Seiten. Es kann zum Preis von 24,95 Euro bestellt werden.

Thomas Hegghammer (Hrsg.): Jihadi Culture. The Art and Social Practices of Militant Islamists

Der Sammelband "Jihadi Culture" setzt sich mit der Kultur islamistischer Organisationen wie Al-Qaida oder dem sogenannten Islamischen Staat auseinander. Das Buch soll auf diese Weise eine neue Perspektive auf radikale Islamisten ermöglichen. Die Beiträge zeigen, dass sich das Leben der Kämpfer nicht nur um das Kämpfen und Üben dreht. Sie pflegen auch eine ästhetisch reiche Kultur, die Lyrik und Musik beinhaltet. Herausgegeben hat den Sammelband Thomas Hegghammer, wissenschaftlicher Mitarbeiter beim norwegischen Defence Research Establishment (FFI) und außerordentlicher Professor der Politikwissenschaften der Universität Oslo.

Beitrag im Guardian über "Jihadi Culture"

Beitrag beim Deutschlandfunk über Thomas Hegghammer und seine Forschung

Das Buch ist im Juni 2017 bei Cambridge University Press erschienen und umfasst 284 Seiten. Es kann zum Preis von £ 22,99 bestellt werden.

Kurt Möller und Florian Neuscheler (Hrsg.): "Wer will die hier schon haben?" Ablehnungshaltungen und Diskriminierung in Deutschland

Wie kann die Gesellschaft am besten gegen Ausgrenzung und Anfeindung von Andersdenkenden und Minderheiten vorgehen? Kurt Möller und Florian Nescheler haben einen Sammelband herausgegeben, der sich aus wissenschaftlicher und praktischer Sicht mit gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit beschäftigt. Neben Islamismus und antimuslimischen Haltungen werden auch Rechtsextremismus, Antisemitismus, Sexismus und weitere Themen beleuchtet.

Das Buch ist am 20.12.2017 bei Kohlhammer erschienen und umfasst 339 Seiten. Es kann zum Preis von 36,00 Euro bestellt werden

Berichte, Handbücher und Materialien

BAMF: Evaluation der "Beratungsstelle Radikalisierung"

Das Forschungszentrum des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF) hat die Arbeit der im BAMF ansässigen "Beratungsstelle Radikalisierung" und ihrer vier zivilgesellschaftlichen Partner vor Ort evaluiert. Die Beratungsstelle ist für Personen aus dem sozialen Umfeld sich (potentiell) radikalisierender Menschen zuständig. Evaluiert wurden die Prozesse der Beratungsarbeit der Akteure und ihre Kooperation untereinander sowie im weiteren Netzwerk. Ein Ergebnis der Evaluation ist, dass die Beratungsprozesse sinnvollen Schritten folgen – vom Falleingang bei der Beratungsstelle bis zum Fallabschluss bei den zivilgesellschaftlichen Partnern. Die Wirkung der Beratungsarbeit wurde noch nicht evaluiert; diese soll ab Ende des Jahres 2018 ausgewertet werden.

Download der Evaluation auf bamf.de

BAG Kinder- und Jugendschutz: Extrem … Radikal … Orientierungslos!? Religiöse und politische Radikalisierung Jugendlicher

Die Bundesarbeitsgemeinschaft Kinder- und Jugendschutz hat einen Sammelband mit Beiträgen zur präventiven und pädagogischen Praxis der Extremismusprävention sowie der Extremismusforschung herausgegeben. Mit Blick auf mögliche Radikalisierungen Jugendlicher diskutieren die Autorinnen und Autoren unterschiedliche Aspekte von Prävention, Beratung und Intervention sowie der Fortbildung und Vernetzung. Das Thema Salafismus nimmt dabei – neben dem Rechtsextremismus – viel Raum ein.

Das Buch ist 2017 erschienen und umfasst 172 Seiten. Es kann zum Preis von 10,00 Euro bestellt werden.

Deutsches Jugendinstitut: Digitale Medien und politisch-weltanschaulicher Extremismus im Jugendalter. Erkenntnisse aus Wissenschaft und Praxis

Im Sammelband des Deutschen Jugendinstituts werden Befunde zu Erscheinungsformen von (gewaltorientiertem) Islamismus und Rechtsextremismus im Kontext digitaler Medien vorgestellt. Praktikerinnen und Praktiker bieten Einblicke in ihre Arbeit. Sie beschreiben, welche Anforderungen an pädagogische Akteure aus rechtsextremen und islamistischen Aktivitäten im Netz resultieren und welche pädagogischen Gegenstrategien bislang erprobt wurden. Abschließend werden Wissensstand, Praxislandschaft und Entwicklungsperspektiven zusammengefasst.

Download auf dji.de

UNESCO: Lehrerhandbuch zur Prävention von gewalttätigem Extremismus

Mit dem "Lehrerhandbuch zur Prävention von gewalttätigem Extremismus" möchte die UNESCO Lehrkräften vermitteln, wann und wie sie gewalttätigen Extremismus und Radikalisierung im Unterricht thematisieren können. Das Handbuch soll ihnen zeigen, wie sie ein Unterrichtsklima schaffen können, das inklusiv ist und respektvollen Dialog, offene Debatte und kritisches Denken begünstigt. Das Handbuch enthält daher Hinweise und Ratschläge für das Führen von Unterrichtsgesprächen. Weiterhin beschreibt es Kernbotschaften, die im Anschluss an kontroverse Diskussionen vermittelt werden sollten.

Das Handbuch ist für Lehrende der oberen Primarstufe und der Sekundarstufe gedacht und wurde so konzipiert, dass es sowohl an formalen also auch nicht-formalen Bildungseinrichtungen eingesetzt werden kann.

Download auf unesco.de

Handbuch: Spiel dich frei! Innovative Radikalisierungsprävention durch Bildung, Theater, Musik und Sport

Das Handbuch "Spiel dich frei!" soll Multiplikatorinnen und Multiplikatoren aus Schulen, Jugendeinrichtungen und Vereinen in ihrer Arbeit mit Jugendlichen unterstützen. Unter anderem werden Methoden aus Tanz-, Theater- und Medienpädagogik sowie Sport vorgestellt. Außerdem werden Übungen mit den Schwerpunkten "Interkulturelles Lernen und Vielfalt" sowie Team- und Kooperationsfähigkeit" beschrieben.

Das Modellprojekt wird vom Bundesprogramm "Demokratie leben" gefördert und gemeinsam von folgenden Organisationen durchgeführt: Liberal-Islamischer Bund e.V., RheinFlanke gGmbH, streetfootballworld gGmbH, freischaffende Musik- und Theaterpädagogen und -pädagoginnen.

Download auf streetfootballword.org

Studie der UNESCO untersucht Forschungsbefunde zu Jugend und gewalttätigem Extremismus in den sozialen Medien

Die UNESCO hat eine Metastudie mit dem Titel "Youth and violent extremism on social media" veröffentlicht. Dafür wurden mehr als 550 Studien aus den Jahren 2012-2016 daraufhin untersucht, welche Rolle soziale Medien im Radikalisierungsprozess spielen. Ein Ergebnis ist, dass Extremismus im Internet beziehungsweise den sozialen Medien gewalttätiges Verhalten zwar nicht initiiert oder verursacht, aber ermöglichen und fördern kann. Wie stark der Einfluss von Online-Medien ist, sei jedoch weiterhin unklar. Auch die Frage, wie wirksam Gegenmaßnahmen sind, kann die Studie nicht beantworten.

Download der Studie in Englisch

Radicalisation Awareness Network (RAN): Neue Ergebnisse von Working Groups und Konferenzen

Das Radicalisation Awareness Network (RAN) der EU hat in den letzten Monaten eine Reihe von Papieren veröffentlicht, die die Ergebnisse aktueller Working Groups und Konferenzen zusammenfassen. Darunter das Papier "The role of religion in exit programmes and religious counselling in prison and probation settings".

Weitere Veröffentlichungen auf den Seiten des RAN

Veranstaltungsdokumentation (Februar 2018)

Mit Gewalt ins Paradies (Schwerin, Februar 2018)

Mit immer neuen Handelnden im Feld steigt auch der Bedarf nach der Vermittlung von Ansatzpunkten für Prävention. Der Fachtag in Schwerin war ein Ausgangspunkt für diesen Wissenstransfer. Den ganzen Tag über standen Chancen und Grenzen der Radikalisierungsprävention im Fokus der Diskussion.

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Thumbnail des Videos "Umma" zum YouTube-Projekt "Bildwelten Islam"
Webvideoformate

Begriffswelten Islam

Im Rahmen von Webvideo-Formaten kooperiert die Bundeszentrale für politische Bildung/bpb mit YouTuberinnen und YouTubern, die sich aus einem persönlichen Interesse heraus mit den in Deutschland geführten Islamdiskursen auseinandersetzen wollen.

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Der Islamist Metin Kaplan in Bonn, 7. Februar 1999. Kaplan wurde nach seiner Inhaftierung in Deutschland in die Türkei abgeschoben. Dort wurde er am 20. Juni 2005 zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt.
Dossier

Islamismus

Seit 9/11 hat ein Wort Hochkonjunktur: Islamismus. Wer sind seine Wortführer? Welche Ziele verfolgen sie? Das Dossier führt ein in Vergangenheit und Gegenwart der extremistischen Herrschaftstheorie, die die Welt des 21. Jahrhunderts vor große Herausforderungen stellt.

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Material für die Verlinkung des Infodienstes Radikalisierungsprävention

Sie möchten den Infodienst Radikalisierungsprävention verlinken? Diese Textbausteine und Grafiken können Sie dafür verwenden.

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