Herausforderung Salafismus

Newsletter August 2018

Neu im Infodienst Radikalisierungsprävention

Buchpaket

Nehmen Sie an unserer Infodienst-Umfrage teil und gewinnen Sie ein Bücherpaket!

Mit dem Infodienst möchten wir Sie bei Ihrer Arbeit unterstützen. Um Ihre Bedürfnisse und Wünsche besser kennen zu lernen, haben wir eine Online-Umfrage erstellt. Wir würden uns sehr freuen, wenn Sie daran teilnehmen würden!

Die Umfrage dauert ungefähr 10 Minuten. Unter allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern verlosen wir drei Bücherpakete der Bundeszentrale für politische Bildung.

Bitte beachten Sie, dass die Teilnahme mit Mobilgeräten aus technischen Gründen leider nicht möglich ist.

Direkt zur Umfrage

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Hand mit Stift füllt Multiple Choice Umfrage aus.

Ein Plädoyer für gegenstandsangemessene Evaluationsforschung

Angesichts möglicher Gefahren steht die Politik unter großem Druck, die Wirksamkeit von Maßnahmen der Radikalisierungsprävention zu überprüfen. Doch diese lässt sich weder schnell noch einfach nachweisen, so Björn Milbradt. Die Vielfalt der Maßnahmen und die unterschiedlichen Zugänge erfordern komplexe Evaluationsdesigns.

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Datenbank Angebote der Radikalisierungsprävention

Beratung und Hilfsangebote: Neue Projekte in die Übersicht aufgenommen

Die Projekte "AKTIV! – Aktiv für Demokratie und Toleranz in der Migrationsgesellschaft" (Köln) und "Streetwork Online" (Berlin) wurden in die Übersicht der Anlaufstellen aufgenommen. Insgesamt enthält die Übersicht nun 89 Anlaufstellen aus dem gesamten Bundesgebiet, die Unterstützung anbieten bei Fragen wie: Was tun, wenn sich junge Menschen radikalisieren? Wo können sich Fachkräfte informieren und weiterbilden? Wo finden Angehörige Rat?

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Neu bei der Bundeszentrale für politische Bildung/bpb

Schwarze Hand mit gehobenem Zeigefinger vor arabischem Kunsthandwerk

Info aktuell: "Salafismus - Ideologie der Moderne"

Was versteht man unter Salafismus, in welchen Formen tritt er auf, wie wird diese islamistische Strömung politisch und ideologisch wirksam, und wie kann man ihr begegnen? Die Publikation "Info aktuell" der bpb zum Thema Salafismus wurde aktualisiert. Die Beiträge sind online verfügbar und das Heft kann im bpb-Shop kostenfrei bestellt werden.

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Jugendlicher mit Skateboard

Seminar Stuttgart

Seminar: "Sozialraum und Lebenswelt – Ansätze der Sozialen Arbeit in der Prävention von religiös begründetem Extremismus"

05.-06.10.2018 | Stuttgart

Auf dem zweitägigen Seminar der bpb werden in einem Mix aus Input- und Gruppenarbeitsphasen unter anderem folgende Fragen in den Blick genommen:

  • Welche Rolle kommt der Sozialen Arbeit als Profession in der Radikalisierungsprävention zu und wo sollten ihre Kompetenzen und Ansätze in noch stärkerem Maße einfließen?
  • Welchen Gewinn kann eine Sozialraumorientierung in der Präventionsarbeit im Allgemeinen und in der Islamismusprävention im Speziellen erbringen?
  • Wie kann diese Perspektive jenseits von Projektplanung und -Konzeption auch Eingang in die tägliche Praxis finden?

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Jugendlicher mit Skateboard

Seminar Wiesbaden

Seminar: "Auf der sicheren Seite? Chancen, Herausforderungen und Grenzen der Zusammenarbeit von Sicherheitsbehörden und Zivilgesellschaft"

19.-20.10.2018 | Wiesbaden

Auf dem zweitägigen Seminar der bpb werden in einem Mix aus Input- und Gruppenarbeitsphasen unter anderem folgende Fragen betrachtet:

  • In welchen Bereichen der Islamismusprävention sind Sicherheitsbehörden und Zivilgesellschaft aktiv, wo sind die klar abgrenzbaren Bereiche und wo dürfen sich Angebote und Kompetenzen überschneiden?
  • Wann ist Distanz zu den Sicherheitsbehörden gefordert, um zivilgesellschaftliche Angebote niedrigschwellig zu halten und wann ist eine Kooperation unabdingbar?
  • Welche Zielsetzungen, Zwänge und rechtlichen Vorgaben der verschiedenen Akteure müssen mit Blick auf eine Zusammenarbeit mitgedacht werden?

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Jugendlicher mit Skateboard

Seminar Hohenkammer

Seminar: "Ya Ayyuha al-Kafirun.." Religiös-theologische Argumente und religionssensible Ansätze in der Präventions- und Distanzierungsarbeit

26.-27.10.2018 | Hohenkammer

Auf dem zweitägigen Seminar der bpb werden in einem Mix aus Input- und Gruppenarbeitsphasen unter anderem folgende Fragen behandelt:

  • Welche Herausforderungen ergeben sich im Zusammenhang mit Religion in der Bildungsarbeit?
  • Was können anerkennende Sozialarbeit und Religionssensibilität im Bereich religiös begründeter Radikalisierung leisten?
  • Ist religiös-theologisches Wissen notwendig für eine erfolgreiche Präventions- und Distanzierungsarbeit?

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Veranstaltungshinweise und Fortbildungen

Termindetails und weitere Termine finden Sie in der Termin-Übersicht des Infodienstes.

September Oktober November Januar 2019

Aktuelle Meldungen

BMFSFJ fördert anwendungsorientierte Forschungsvorhaben zur Prävention von religiös begründeter Radikalisierung

Im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben!“ fördert das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) anwendungsorientierte Forschungsvorhaben zur Prävention von religiös begründeter Radikalisierung mit einem Fokus auf islamistische Orientierungen und Handlungen. Gefördert werden Einzel- und Verbundvorhaben sowie Nachwuchsgruppen, die in Kooperation mit Praxispartnerinnen und -partnern umgesetzt werden. Bewerbungsschluss ist der 21. September 2018.

Weitere Informationen auf der Website von "Demokratie leben!"

Ufuq.de sucht Teamerinnen und Teamer in Mainz und Ludwigshafen

Für das Projekt "Wie wollen wir leben?" sucht Ufuq.de Teamerinnen und Teamer in Mainz und Ludwigshafen. Ihre Aufgabe ist es, Workshops an Schulen durchzuführen. Sie sollten zwischen 20 und 27 Jahren alt sein. Bewerbungsschluss ist der 1. Oktober 2018.

Zur Ausschreibung auf ufuq.de

Islamisten instrumentalisieren Mesut Özils Rücktritt auf Facebook

Das Magazin VICE zeigt in einem Beitrag, wie salafistische Prediger den Rücktritt Mesut Özils für ihre Zwecke instrumentalisieren. Erreichen wollen sie damit junge Muslime und Deutsch-Türken, die sich aufgrund eigener Diskriminierungserfahrungen in Özil wiedererkennen. So lobte beispielsweise Pierre Vogel auf seiner Facebook-Seite Özils "Mut" und "Zivilcourage", weil er sein Erdogan-Foto verteidigte. Eyad Hadrous, ein vom Verfassungsschutz beobachteter Imam in der Berliner Al-Nur-Moschee, teilte ein Foto mit Özils Aussage "In den Augen von Grindel und seinen Unterstützern bin ich Deutscher, wenn wir gewinnen – und ein Immigrant, wenn wir verlieren." Dieses Statement nutzte auch die islamistische Gruppe "Generation Islam".

Zum Beitrag auf vice.com

Ufuq.de: Bildmachen-Website ist online

Das Projekt bildmachen von ufuq.de fördert die kritische Medienkompetenz von Jugendlichen und jungen Erwachsenen im Umgang mit religiös-extremistischen Ansprachen und zeigt alternative Zugänge und Perspektiven zu lebensweltbezogenen Fragen auf. Das Projekt bietet Workshops für Jugendliche und junge Erwachsene sowie Fortbildungen für pädagogische Fachkräfte zum Themenfeld Islam, antimuslimischer Rassismus und Islamismus in sozialen Medien an.

Nun ist die Website des Projekts online. Sie enthält eine "Hall of Meme", auf der Jugendliche und junge Erwachsene eigene Perspektiven und Standpunkte zu gesellschaftlichen, politischen und religiösen Fragen vorstellen.

Zur Website bildmachen.net

Bildmachen auf Instagram, Facebook und Twitter

Präventionsdatenbank Baden-Württemberg im Aufbau

Die "Präventionsdatenbank Baden-Württemberg" soll darüber informieren, welche phänomenübergreifend Projekte im Land Baden-Württemberg im Bereich Kriminalprävention und Extremismus stattfinden. Außerdem soll sie es ermöglichen, Referentinnen und Referenten für Fortbildungen, Vorträge und Informationsveranstaltungen zu finden.

Betrieben wird die Datenbank, die sich aktuell im Aufbau befindet, vom Projektbüro Kommunale Kriminalprävention und konex, dem Kompetenzzentrum gegen Extremismus in Baden-Württemberg (ehemals KPEBW). Projekte sowie Referentinnen und Referenten können sich in die Datenbank eintragen lassen.

Zur Präventionsdatenbank

Verfassungsschutz veröffentlicht Analyse zu Kindern von Salafisten

Das Thema "Kinder von Salafisten" ist weiterhin in den Medien präsent. Die Berliner Morgenpost zitiert aus einer Analyse des Bundesamts für Verfassungsschutz, das Amt ginge von einer "niedrigen dreistelligen Zahl" salafistischer Familien in Deutschland aus – mit mehreren Hundert Kindern. Als Reaktion auf den Bericht des Verfassungsschutzes interviewte der Deutschlandfunk die Islamwissenschaftlerin Lamya Kaddor. Sie hält die Beobachtung von islamistisch erzogenen Kindern in begründeten Einzelfällen für sinnvoll – auch zu ihrem eigenen Schutz. Die Zeit berichtet unterdessen, dass der Irak Deutschland aufgefordert habe, die Kinder von inhaftierten Dschihadistinnen und Dschihadisten zurückzuholen.

Zum Beitrag auf morgenpost.de
Zum Beitrag auf deutschlandfunk.de
Zum Beitrag auf zeit.de

"Der Wandel des Salafistenpredigers" – Porträt von Abdul Adhim Kamouss

Die Zeit porträtiert den Imam Abdul Adhim Kamouss. 2007 hatte er in der Berliner Al-Nur-Moschee einen radikalen Islam gepredigt und war vom Verfassungsschutz beobachtet worden. Heute möchte er mit seiner Stiftung "Islam in Deutschland" muslimische Jugendliche vor der Radikalisierung bewahren.

Zum Beitrag auf zeit.de

Bundesanwaltschaft lässt zwei "IS"-Rückehrerinnen festnehmen

Im Juli hat die Bundesanwaltschaft Haftbefehle gegen zwei "IS"-Rückkehrerinnen erwirkt, berichten Weser-Kurier und Hannoversche Allgemeine. Zunächst sei die 27 Jahre alte Jennifer W. im bayerischen Regierungsbezirk Schwaben festgenommen worden und rund drei Wochen später die 31-jährige Sabine S. im Großraum Karlsruhe. Jennifer W. konnte nachgewiesen werden, dass sie als "Sittenpolizistin" für den sogenannten Islamischen Staat tätig war. Sabine S. hat in einem Blog das Leben im Kalifat angepriesen und ihre Bereitschaft erklärt, gegnerische Kämpfer mit Sprengstoffgürteln anzugreifen.

Zum Beitrag auf weser-kurier.de
Zum Beitrag auf haz.de (Hannoverschen Allgemeine)

"IS" gibt Rückkehrern über eine Website Tipps

Der Spiegel berichtet, aus einem internen Papier der deutschen Sicherheitsbehörden ginge hervor, dass der sogenannte Islamische Staat (IS) eine Website eingerichtet hätte, die seine Anhänger auf die Flucht aus Syrien vorbereite. In verschiedenen Sprachen würden ausländische Kämpfer davor gewarnt, bei der Rückkehr nach Europa falsche Reisepässe zu benutzen. Sie sollten stattdessen auf echte Papiere anderer zurückgreifen oder gänzlich auf Dokumente verzichten. Gegenstände, die ihre Identität offenbaren könnten, sollten sie in Syrien zurücklassen und Gespräche mit Fremden über den "IS" vermeiden.

Zum Bericht auf spiegel.de

Prozess gegen Abu Walaa: Einschüchterung von Zeugen

Am Oberlandesgericht Celle läuft seit fast einem Jahr der Prozess gegen den mutmaßlichen "Deutschlandchef" der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS), Abu Walaa, und vier seiner Helfer. Der Norddeutsche Rundfunk berichtete nun von der Aussage einer Beamtin des LKA Nordrhein-Westfalen vor dem Gericht. Ihren Angaben zufolge habe einer der Mitangeklagten aus der Haft heraus versucht, Zeugen massiv einschüchtern zu lassen. So soll etwa auf das Haus der Schwester eines Zeugen in Duisburg geschossen worden sein. Bei dem Beschuldigten handelt es sich um Hasan C., den Inhaber eines Reisebüros aus Duisburg.

Gegen Hasan C. hat einem Bericht der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung zufolge auch Yusuf T. Vorwürfe erhoben, der wegen eines Attentats auf einen Essener Sikh-Tempel in Haft sitzt. C. habe ihn in seinen Anschlagsplänen bestärkt, so Yusuf T. Außerdem habe er sich gemeinsam mit den anderen Angeklagten um die Rekrutierung neuer Anhänger insbesondere im Ruhrgebiet gekümmert sowie um deren Ausreise in "IS"-Gebiete. Da Yusuf T. seine Bereitschaft, vor Gericht auszusagen, zurückgezogen hatte, gab ein Ermittler, der ihn vernommen hatte, seine Aussagen vor Gericht wieder.

Zum Bericht auf ndr.de (Norddeutscher Rundfunk)
Zum Bericht auf waz.de (Westdeutsche Allgemeine Zeitung)

Farhad Khosrokhavar: "Radikalisierung in Europas Städten"

Für Quantara.de hat der französisch-iranische Soziologe Farhad Khosrokhavar einen Beitrag über den Zusammenhang zwischen Stadtstruktur und Radikalisierung verfasst. Die spezifische Stadtstruktur präge die Identität der sozial Ausgegrenzten und kulturell Diskreditierten in den Vororten, so Khosrokhavar. Die Betroffenen verinnerlichten die soziale Ausgrenzung und erhöben sie zum Identitätsmerkmal und zur Lebensform.

Zum Beitrag auf Quantara.de

Positionspapier: "Radikalisierungstendenzen bei Kindern und Jugendlichen im Arbeitsbereich der Jugendarbeit"

Die "Bundesarbeitsgemeinschaft Landesjugendämter" hat ein Positionspapier zur Radikalisierung von Kindern und Jugendlichen herausgegeben. Darin heißt es: "[... ] Jugendarbeit muss sich deutlich auf ihre, sich prinzipiell an alle Kinder und Jugendliche richtende, pädagogische Arbeit fokussieren. Denn Jugendarbeit macht im Grundsatz keine Prävention, es ergeben sich jedoch immer auch präventive Wirkungen."

Unter anderem fordert die BAG Fortbildungsangebote für Fachkräfte in den Bereichen Beratung und aufsuchende Arbeit, um Radikalisierungstendenzen begegnen zu können. Weiterhin regt sie die Vernetzung von Verbänden und Organisationen sowie den Fachaustausch zwischen Beratungsstellen und den in den Landesjugendämtern zuständigen Fachkräften an.

Zum Download des Positionspapiers

Studien und Berichte

Verfassungsschutzbericht 2017

Ende Juli ist der Verfassungsschutzbericht 2017 von Bundesinnenminister Horst Seehofer und Verfassungsschutzpräsident Dr. Hans-Georg Maaßen der Öffentlichkeit vorgestellt worden. Darin wird die Zahl der Salafisten in Deutschland im Jahr 2017 auf 10.800 Personen beziffert. Außerdem werden Mitgliederzahlen bestimmter islamistischer Gruppierungen wie der "Millî Görüş"-Bewegung (2017: 10.000 Personen) oder "Hizb ut-Tahrir" (2017: 350 Personen) im Zeitverlauf seit 2015 dargestellt.

Schwerpunktthemen des Berichts im Bereich Islamismus sind internationale Konflikte und ihre Bedeutung für die Sicherheitslage in Deutschland, die salafistische Szene in Deutschland, Antisemitismus im Islamismus, staatliche Maßnahmen sowie ein Überblick mit Strukturdaten zu unterschiedlichen islamistischen Gruppierungen.

Weitere Informationen auf verfassungsschutz.de
Zum Download des Verfassungsschutzberichts 2017
Zum Bericht auf tagesschau.de

Zwei Reporte untersuchen die Aktion #NichtOhneMeinKopftuch von "Generation Islam"

Die islamistische Gruppierung "Generation Islam" hatte im April zu einem sogenannten Twitter-Storm aufgerufen, um gegen ein mögliches Kopftuchverbot für Mädchen unter 14 Jahren mobil zu machen. Generiert wurden über 70.000 Beiträge mit dem Hashtag #NichtOhneMeinKoptuch. Auch rechte Online-Akteure instrumentalisierten die Aktion für ihre Zwecke. Die "Praxisinfo #NichtOhneMeinKopftuch" von jugendschutz.net sowie der "OCCI DE Insight Report Juli" des Institute for Strategic Dialogue (ISD) zeigen Beispiele der Kampagne, nennen Zahlen und zeigen Zusammenhänge auf. Ein Interview im ISD-Report mit Pierre Asisi (ufuq.de) beleuchtet außerdem die Online-Aktivitäten von "Generation Islam" und "Realität Islam".

Zum Download der "Praxisinfo #NichtOhneMeinKopftuch" von jugendschutz.net
Zum Download des "OCCI DE Insight Report Juli" des Institute for Strategic Dialogue (ISD)

Studien über islamisches Leben in Bayern und in Berlin behandeln auch das Thema Radikalisierung

Im Juli sind ausführliche Studien über islamisches Leben in Bayern und in Berlin erschienen. Die von der Bayerischen Akademie der Wissenschaften in Auftrag gegebene Studie "Islam in Bayern" entstand am Erlanger Zentrum für Islam und Recht in Europa (EZIRE) der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU). Sie spricht Empfehlungen für staatliche Akteure aus. Neben den Bereichen muslimische Selbstorganisation und Kooperation mit dem Staat sowie muslimisches Alltagsleben beschäftigt sich die Studie auch mit dem Thema Muslimischer Extremismus und Islamfeindlichkeit (ab S. 75). In dem Kapitel wird die salafistische Szene in Bayern beschrieben. Unter anderem heißt es dort:

"Auch in Bayern hat sich eine weiter anwachsende salafistische Szene etabliert, die organisatorisch schwer zu erfassen ist. Die Bewegung verfügt hier weder über nennenswerte Führungsstrukturen noch über ein Mitgliedssystem und weist nur eine geringe Kohäsion auf. [...] Im Gegensatz zu anderen Bundesländern leben in Bayern keine salafistischen Identifikations- und Führungspersonen mit breiterer Wirkung."

Zur Pressemitteilung zur Studie auf badw.de
Zum Download der Studie "Islam in Bayern"
Zum Bericht über die Studie auf sueddeutsche.de

Die "Studie Islamisches Gemeindeleben in Berlin 2018" wurde ebenfalls vom Erlanger Zentrum Islam und Recht in Europa (EZIRE) im Auftrag der Senatsverwaltung für Kultur und Europa verfasst und bietet einen Überblick über das vielfältige islamische Leben in Berlin. Im Kapitel "Umgang mit Radikalisierung und Extremismus" (ab S. 153) wird die salafistische Szene in Berlin beschrieben und wie muslimische Gemeinden sowie staatliche und zivilgesellschaftliche Akteure mit Radikalisierung und Extremismus umgehen.

Weitere Informationen auf berlin.de
Zum Download der Studie "Islamisches Gemeindeleben in Berlin 2018"

Studie: "Hassliebe: Muslimfeindlichkeit, Islamismus und die Spirale gesellschaftlicher Polarisierung"

Muslimfeindlichkeit und islamistischer Fundamentalismus sind eng miteinander verknüpft und verstärken sich gegenseitig. Mobilisierungs- und Radikalisierungsstrategien beider Lager ähneln sich und auch ideologisch gibt es Gemeinsamkeiten. Dies zeigt sich besonders in der Internetpropaganda in sozialen Netzwerken. Zu diesen Ergebnissen kommt die Studie "Hassliebe: Muslimfeindlichkeit, Islamismus und die Spirale gesellschaftlicher Polarisierung" des Jenaer Instituts für Demokratie und Zivilgesellschaft in Zusammenarbeit mit dem Londoner Institute for Strategic Dialogue.

In der Meldung zur Studie hebt Extremismusexpertin Julia Ebner hervor: "Unsere Analysen zeigen, dass islamistische Kommunikation stark eingeschränkt und ihre Rhetorik deutlich gemäßigter ist als noch Anfang 2017. Dies trifft deutlich weniger auf die Propaganda und Netzwerke von Rechtsextremen zu. Das Ausmaß offen rechtsextremer und muslimfeindlicher Inhalte übertrifft das Ausmaß islamistischer Inhalte bei Weitem."

Weitere Informationen auf idz-jena.de
Zum Download der Studie "Hassliebe: Muslimfeindlichkeit, Islamismus und die Spirale gesellschaftlicher Polarisierung"

Studie: "137 Shades of Terrorism. French Jihadists Before the Courts"

Das institut français des relations internationales (ifri) hat eine Studie veröffentlicht, die sich mit den Profilen von 137 Personen beschäftigt, die in Frankreich wegen Straftaten im Zusammenhang mit Dschihadismus verurteilt worden sind. Die Analyse macht einige Gemeinsamkeiten zwischen ihnen sichtbar. Im Vergleich zum französischen Durchschnitt verfügen sie über ein geringeres Bildungsniveau, sind schlechter in den Arbeitsmarkt integriert, zeigen ein höheres Niveau an krimineller Aktivität und verfügen über stärkere Verbindungen zu den Mahgreb-Staaten und Subsahara-Afrika.

Weitere Informationen und Download des Berichts auf ifri.org

Evaluationsbericht 2017 der Präventionsarbeit von ufuq.de

Die Camino gGmbH – Werkstatt für Fortbildung, Praxisbegleitung und Forschung hat drei Arbeitsschwerpunkte von ufuq.de evaluiert: eine mehrtägige Train-the-Trainer-Fortbildung, die Webplattform ufuq.de sowie die "Wie wollen wir leben?"-Workshops an Schulen. Der Evaluationsbericht enthält eine ausführliche Darstellung der angewandten Methoden, der Evaluationsergebnisse sowie der daraus abgeleiteten Schlussfolgerungen.

Weitere Informationen und Download des Berichts auf ufuq.de

Studie: "Antisemitismus 2.0 und die Netzkultur des Hasses"

In welchen Manifestationen tritt Antisemitismus im 21. Jahrhundert in Erscheinung? Welche Stereotype werden kommuniziert? Mit diesen Fragen beschäftigt sich die von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderte Langzeitstudie "Antisemitismus 2.0 und die Netzkultur des Hasses" der TU Berlin. Ihren Fokus legte die Forschungsgruppe bei der Auswertung von über 300.000 Texten insbesondere auf die sozialen Medien. Sie fanden heraus, dass Antisemitismen in den vergangenen zehn Jahren insbesondere in den Online-Kommentarbereichen der Qualitätsmedien stark zugenommen haben und dabei eine semantische Radikalisierung stattgefunden hat.

Ein Abschnitt beschäftigt sich mit dem Thema "Muslimischer und islamischer Antisemitismus" (ab S. 27). Dort heißt es: "Dass nicht der israelbezogene, sondern der klassische Anti-Judaismus und Antisemitismus vorherrschend in den muslimischen Antisemitismen ist, widerlegt die zum Teil in der öffentlichen Diskussion eingebrachte Hypothese, der Nahostkonflikt sei die primäre Quelle für muslimischen Judenhass."

Weitere Informationen auf linguistik.tu-berlin.de
Zum Download der Studie "Antisemitismus 2.0 und die Netzkultur des Hasses"

Handreichungen und Materialien

Best Practices aus dem LIAISE-Projekt: Wie Gemeinden Radikalisierung vorbeugen können

Seit 2014 leitet das European Forum for Urban Security (Efus) das Projekt "LIAISE – Local institutions against violent extremism", das von der Europäischen Kommission finanziert wird. Ziel des Projekts ist es, den Austausch zwischen Gemeinden zu fördern und sie bei der Implementierung von Präventionsprojekten zu unterstützen. Nun wurden sogenannte practice sheets der teilnehmenden Städte veröffentlicht. Sie enthalten die Ziele, Methoden und Maßnahmen der Projekte sowie auch Herausforderungen. Aus Deutschland haben Augsburg, Düsseldorf und Essen an LIAISE teilgenommen.

Weitere Informationen zu LIAISE auf efus.eu
Zum Download der Practice Sheets (in englischer Sprache)

Handbuch: "liaisons – A toolkit for preventing violent extremism through youth information"

Das Handbuch "liaisons" ist das Produkt einer Kooperation der NGO ERYICA (European Youth Information and Counselling Agency) und dem Europarat. Es widmet sich der Prävention von gewaltbereitem Extremismus und richtet sich an Fachkräfte, die mit der Bildung junger Menschen betraut sind. Die vorgestellten Übungen sollen ihnen dabei helfen, mit den Jugendlichen Themen wie Identität, Diversität, Kommunikation oder Medienkompetenz zu behandeln. Die Übungen enthalten Informationen zu Zielgruppen, Alter, Gruppengröße und Dauer, Arbeitsanweisungen sowie benötigte Materialien.

Weitere Informationen auf eryica.org
Zum Download des Handbuchs (in englischer Sprache)

Handbuch: "#YouthWagingPeace"

Das Handbuch "#YouthWagingPeace" der UNESCO beschäftigt sich mit dem Zusammenhang zwischen Bildung und der Prävention von gewaltbereitem Extremismus. Es richtet sich an Lehrkräfte, Schulleitungen, Politikerinnen und Politiker, Familien, religiöse Oberhäupter Führerinnen und Führer sowie andere Personen mit Einfluss. Entstanden ist es aus Beiträgen junger Menschen aus allen Teilen der Welt. Es enthält Informationen, Fallstudien und Handlungsempfehlungen zu den folgenden fünf Themenbereichen:
  • Gewaltbereiten Extremismus verstehen
  • Die Attraktivität des Extremismus
  • Formale Bildung
  • Weitere Formen von Bildung
  • Medien und Internet
Weitere Informationen auf mgiep.unesco.org
Zum Download des Handbuchs (in englischer Sprache)

Veranstaltungsdokumentation (Februar 2018)

Mit Gewalt ins Paradies (Schwerin, Februar 2018)

Mit immer neuen Handelnden im Feld steigt auch der Bedarf nach der Vermittlung von Ansatzpunkten für Prävention. Der Fachtag in Schwerin war ein Ausgangspunkt für diesen Wissenstransfer. Den ganzen Tag über standen Chancen und Grenzen der Radikalisierungsprävention im Fokus der Diskussion.

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Thumbnail des Videos "Umma" zum YouTube-Projekt "Bildwelten Islam"
Webvideoformate

Begriffswelten Islam

Im Rahmen von Webvideo-Formaten kooperiert die Bundeszentrale für politische Bildung/bpb mit YouTuberinnen und YouTubern, die sich aus einem persönlichen Interesse heraus mit den in Deutschland geführten Islamdiskursen auseinandersetzen wollen.

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Der Islamist Metin Kaplan in Bonn, 7. Februar 1999. Kaplan wurde nach seiner Inhaftierung in Deutschland in die Türkei abgeschoben. Dort wurde er am 20. Juni 2005 zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt.
Dossier

Islamismus

Seit 9/11 hat ein Wort Hochkonjunktur: Islamismus. Wer sind seine Wortführer? Welche Ziele verfolgen sie? Das Dossier führt ein in Vergangenheit und Gegenwart der extremistischen Herrschaftstheorie, die die Welt des 21. Jahrhunderts vor große Herausforderungen stellt.

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Material für die Verlinkung des Infodienstes Radikalisierungsprävention

Sie möchten den Infodienst Radikalisierungsprävention verlinken? Diese Textbausteine und Grafiken können Sie dafür verwenden.

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