Herausforderung Salafismus

Newsletter Dezember 2018

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

in den Bundesländern haben sich in den letzten Jahren vielfältige Strukturen zur Islamismusprävention etabliert. In der neuen Serie "Strukturen der Präventionsarbeit" beleuchtet der Infodienst Radikalisierungsprävention daher in den kommenden Wochen die wichtigsten Akteure, ihre Rollen und ihre Zusammenarbeit. Wir möchten Ihnen damit den Vergleich zwischen den Organisationsstrukturen in unterschiedlichen Regionen ermöglichen.

Heute startet die Serie zunächst mit einem Überblick über die Präventionsstrukturen auf Bundesebene.

Herzliche Grüße
Ihre Infodienst-Redaktion

PS: Haben Sie einen Hinweis, worüber wir berichten sollten? Schreiben Sie uns an radikalisierungspraevention@redaktion-kauer.de!

Neu im Infodienst Radikalisierungsprävention

Präventionsarbeit auf Bundesebene.

Redaktion Infodienst Radikalisierungsprävetion

Strukturen der Präventionsarbeit auf Bundesebene

Welche Strategie verfolgt die Bundesregierung in der Extremismusprävention? Wer sind die wichtigsten Akteure? Was sind ihre Rollen? Und wie stimmen sich die Akteure ab? Der Beitrag beschreibt die Strukturen zur Islamismusprävention auf Bundesebene. Es ist der erste Teil eines Gesamtüberblicks über die Präventionsarbeit in Deutschland. Weitere Beiträge zu den Strukturen in den Bundesländern folgen in den kommenden Wochen.

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Muslimische Frauen bei der Kundgebung "1. Islamischer Friedenskongress" der Salafistenbewegung des Predigers Pierre Vogel.

Nora Fritzsche

Mädchen und Frauen im Salafismus – Gender-Perspektive auf Rollenverhältnisse, Anwerbung und Hinwendungsmotive

Salafismus ist im öffentlichen Bewusstsein vor allem eins: männlich. Erst seit kurzem richtet sich in Praxis und Forschung ein besonderer Blick auf die Rolle von Mädchen und Frauen für die Szene. Nora Fritzsche plädiert in ihrem Beitrag dafür, stärker als bisher die Erkenntnisse der Frauen- und Geschlechterforschung einzubeziehen.

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Åsne Seierstad im Gespräch auf der bpb-Tagung "Kind. Kegel. Kalifat." in Düsseldorf im November 2018

Interview mit Åsne Seierstad

"Gibt es noch mehr im Leben?" – Wie sich zwei Teenager radikalisierten

In ihrem Buch "Zwei Schwestern" dokumentiert die norwegische Autorin Åsne Seierstad die Geschichte von Ayan und Leila. Die beiden Schwestern verließen 2013 im Alter von 16 und 19 Jahren ihre Familie in Norwegen und schlossen sich dem sogenannten Islamischen Staat (IS) in Syrien an. Das 2016 erschienene Buch beruht auf zahlreichen Gesprächen mit Menschen aus dem Umfeld der Schwestern. Im Interview berichtet Åsne Seierstad über die Motive der beiden – und ihre Schlussfolgerungen für Ansätze der Prävention.

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"Shariah police" in Wuppertal

Ulrich Kraetzer

Aktualisierung: Die salafistische Szene in Deutschland

Trotz der gemeinsamen Überzeugungen ihrer Anhänger ist die salafistische Bewegung sehr heterogen. Vor allem das Verhältnis zur Gewalt ist innerhalb der Szene umstritten. Der Bürgerkrieg in Syrien war in den vergangenen Jahren das bestimmende Thema und hat zu einer Radikalisierung der Szene in Deutschland geführt. Nach dem Niedergang des "IS" herrscht eine gewisse Orientierungslosigkeit. Teile der Szene stellen sich neu auf. Offen ist, was dies für das Verhältnis der Szene zu Gewalt bedeutet.

Der Beitrag ist ursprünglich im September 2015 erschienen und wurde mit Blick auf neuere Entwicklungen aktualisiert.

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Ein Auszubildender steht vor einem Bücherregal in der Bücherei in der Justizvollzugsanstalt (JVA) in Mannheim.

Jens Borchert und Roman Guski

Politische Bildung im Jugendstrafvollzug als Beitrag zur Radikalisierungsprävention

Forschung über Inhalte und Formen von politischer Bildung im Strafvollzug liegt bislang nur in Ansätzen vor. Die hier vorgestellte Erhebung zum Stand politischer Bildung im Jugendstrafvollzug ist die erste in Deutschland zu diesem Thema. Sie soll Aussagen über aktuelle Angebote sowie Bedarfe und Leerstellen ermöglichen. In dem Beitrag werden zentrale Fragen und die Methodik des Vorgehens beschrieben.

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Datenbank Angebote der Radikalisierungsprävention

Beratung und Hilfsangebote: "Aktion Neustart" in die Übersicht aufgenommen

Das Projekt "Aktion Neustart" (Hannover) wurde in die Übersicht der Anlaufstellen aufgenommen. Insgesamt enthält die Übersicht nun 92 Anlaufstellen aus dem gesamten Bundesgebiet, die Unterstützung anbieten bei Fragen wie: Was tun, wenn sich junge Menschen radikalisieren? Wo können sich Fachkräfte informieren und weiterbilden? Wo finden Angehörige Rat?

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Neu bei der Bundeszentrale für politische Bildung/bpb

Vom Knast in den Dschihad?

Aufzeichnung der Podiumsdiskussion in Köln

Veranstaltungsdokumentation: "Podiumsdiskussion – Vom Knast in den Dschihad?"

Verurteilte Terroristen treffen auf Kleinkriminelle, Hochideologisierte auf Haltsuchende. Können Gefängnisse ein Nährboden für eine Hinwendung zum Islamismus sein? Welche Akteure sind wichtig für die Präventionsarbeit im Vollzug? Braucht es sozialpädagogische oder eher seelsorgerische Fähigkeiten? Dazu diskutierten im Oktober in Köln Katja Grafweg, Ahmad Mansour, Prof. Dr. Abdelmalek Hibaoui, Prof. Dr. Jens Borchert und Mustafa Cimşit. Es moderierte Djamila Benkhelouf.

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Workshop auf der Veranstaltung Mit Gewalt ins Paradies: Teilnehmende sitzen im Kreis

Dokumentation der Tagung in Bremen

Veranstaltungsdokumentation: "Mit Gewalt ins Paradies"

Die Fachtagung im September in Bremen stellte eine Plattform für den multiperspektivischen Austausch und die Vernetzung mit Expertinnen und Experten aus regional verankerten als auch überregional verorteten Institutionen dar. Die Dokumentation der Vorträge und Workshops ist nun online.

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Veranstaltungshinweise und Fortbildungen

Dezember Januar 2019

Aktuelle Meldungen

Salafistenszene in Deutschland wächst erstmals seit Jahren deutlich langsamer

Statt der üblichen Zunahme um mehr als 1.000 Personen pro Jahr sei 2018 nur noch ein Anstieg um einige hundert zu beobachten, berichtet der Tagesspiegel unter Berufung auf Informationen der Verfassungsschutzbehörden. Die Anzahl der Salafistinnen und Salafisten betrage aktuell bundesweit 11.300. In der nächsten Zeit sei nur noch ein langsamer Anstieg zu erwarten, zitiert der Tagesspiegel die Verfassungsschützer. Als Gründe für das verlangsamte Wachstum werden die militärische Niederlage des sogenannten Islamischen Staats sowie staatliche Repression angeführt.

Zum Beitrag auf tagesspiegel.de

VPN beendet Zusammenarbeit mit Ditib-Moschee in Berlin

Weil eine Mitarbeiterin von Ditib-Funktionären bedrängt und der Moschee verwiesen worden war, beendete das Violence Prevention Network (VPN) im September seine Zusammenarbeit mit der Berliner Şehitlik-Moschee. In den Räumen der Moschee war das Projekt "Beratungsstelle Bahira" angesiedelt. Laut Bericht des Rundfunks Berlin-Brandenburg (rbb) wurde damit bundesweit das letzte Projekt im Bereich Prävention und Deradikalisierung beendet, an dem die Türkisch-Islamische Union der Anstalt für Religion (Ditib) beteiligt war. "Ich habe den Eindruck, dass Ditib sich aus der Öffnung zur Gesellschaft verabschiedet hat“, zitiert der rbb VPN-Geschäftsführer Thomas Mücke. Ditib würde sich isolieren, auf die eigene Community konzentrieren und dort versuchen, ihren Einfluss aufrecht zu erhalten, so Mücke.

Zum Beitrag auf rbb24.de

Salafisten sammeln in der Hannoveraner Innenstadt Spenden

In Hannover sind laut Bericht der Neuen Presse Salafisten mit verschiedenen Ständen in der Innenstadt präsent. Unter dem Motto "Food for Charity" hätten sie mit einem Kuchen-Pavillon Geld für ein "nebulöses Spendenziel" gesammelt. Auch unter den Labels "Cakeday" und "Sweets & More" hätten Salafisten Süßes gegen Spenden angeboten. An ihrem Pavillon sei das Logo von "Islamic Relief" angebracht gewesen. Dabei handle es sich um einen Verein, der laut Niedersächsischem Verfassungsschutz eng mit der Muslimbruderschaft verflochten ist. Auch die islamische Jugendgruppe "Die Feder", die vom Verfassungsschutz beobachtet würde, habe mit einem Infostand für sich geworben, so die Neue Presse.

Zum Beitrag auf neuepresse.de

Österreichisches Innenministerium präsentiert "Strategie Extremismusprävention und Deradikalisierung"

Im Oktober 2018 wurde die "Österreichische Strategie Extremismusprävention und Deradikalisierung" präsentiert. Zum ersten Mal formuliert Österreich damit eine staatliche Strategie zum Umgang mit allen Formen von Radikalisierung und Extremismus. Ausgangspunkt ist das 2017 vom Innenministerium gegründete "Bundesweite Netzwerk Extremismusprävention und Deradikalisierung" (BNED). Unter Koordination des Bundesamtes für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung bündelt es die Einzelmaßnahmen aller in Österreich tätigen Akteure im Bereich der Extremismusprävention und Deradikalisierung. Die Mitglieder des BNED sind Bundesministerien, zivile Organisationen und die Bundesländer.

Die Strategie soll als Orientierungshilfe für alle Akteure dienen, die sich mit der Thematik beschäftigen. Sie stellt die Grundlage für die weitere Umsetzung von konkreten Maßnahmen dar.

Zur Meldung auf bmi.gv.at
Zum Download der Strategie auf bmi.gv.at

Stellenausschreibung: „Prävention von Radikalisierung in nordrhein-westfälischen Justizvollzugsanstalten“

Im Rahmen des Projektes „Prävention von Radikalisierung in nordrhein-westfälischen Justizvollzugsanstalten“ ist bei der Justizvollzugsanstalt Remscheid und dem Zentrum für interkulturelle Kompetenz der Justiz NRW (ZIK) zum nächstmöglichen Zeitpunkt eine Stelle vornehmlich für eine Islamwissenschaftlerin oder einen Islamwissenschaftler unbefristet zu besetzen. Bewerbungsfrist ist der 10. Dezember 2018.

Zur Stellenausschreibung auf justiz.nrw.de

Innenministerium NRW wirbt mit Plakaten für Präventions- und Aussteigerprogramme

Mit 15 Plakatmotiven wirbt das nordrhein-westfälische Innenministerium für das Präventionsprogramm "Wegweiser", das Aussteigerprogramm Islamismus (API) sowie das Aussteigerprogramm Rechtsextremismus. Bis Mitte Dezember sollen insgesamt 680 Plakate in 18 NRW-Städten für die Gefahren des Extremismus sensibilisieren. "Die Aktion richtet sich nicht nur an unmittelbar Betroffene. Wir wollen mit ihr ein flächendeckendes Bewusstsein schaffen", erklärt NRW-Innenminister Herbert Reul.

Zu weiteren Informationen und den Plakatmotiven auf der Website des Innenministeriums NRW

Neuer Wegweiser-Standort in Gelsenkirchen eröffnet

NRW-Innenminister Herbert Reul hat in Gelsenkirchen gemeinsam mit Oberbürgermeister Frank Baranowski eine weitere "Wegweiser"-Beratungsstelle eröffnet. Die Ruhrgebietsstadt ist der 17. Standort des Präventionsprogramms gegen gewaltbereiten Salafismus des nordrhein-westfälischen Verfassungsschutzes. Insgesamt sind 25 Anlaufstellen in Nordrhein-Westfalen geplant.

Zur Meldung auf der Website des Innenministeriums NRW

Violence Prevention Network startet Blog "Interventionen"

VPN hat den phänomenübergreifenden Blog "Interventionen" zu den Themen Extremismus, Verantwortungspädagogik und Justizvollzug gestartet, unter dem Motto "Wir reden mit Extremisten. Nicht über sie." Bereits seit 2012 veröffentlicht das Violence Prevention Network (VPN) seine Fachzeitschrift "Interventionen. Zeitschrift für Verantwortungspädagogik".

Zum Blog auf interventionen.blog

Beiträge bei ufuq.de über Moschee-Projekt, Islamfeindlichkeit und Islamismus sowie jugendkulturelle Aspekte des Salafismus

Ufuq.de hat Beiträge zu den folgenden Themen veröffentlicht:

Workshops für Eltern in Moscheen sollen der Radikalisierung Jugendlicher vorbeugen – Ergebnisse eines Modell-Projekts in Baden-Württemberg

Islamfeindlichkeit und Islamismus: Ein Gespräch mit Jenny Omar über die Ansätze von ufuq.de für die pädagogische Arbeit

"Cooler Salafismus" – Ein Interview mit Julia Gerlach zur Bedeutung von Szenen, Peers und jugendkulturellen Aspekten

Fünfteilige Serie der Deutschen Welle: "Die salafistische Gefahr"

Unter der Überschrift "Die salafistische Gefahr" hat die Deutsche Welle eine Reihe von Beiträgen veröffentlicht:

Unsichtbar und gefährlich: die salafistische Szene in Nordrhein-Westfalen

Aus Deutschland zum "Islamischen Staat": Christians Weg

Abu Dujana, der salafistische Prediger

Wie ein ehemaliger Linksterrorist Salafisten im Knast betreut

Kampf gegen Fundamentalismus: Die Streetworkerin

Ausschreibungen

BMBF fördert Forschung zu "Gesellschaftlichen Ursachen und Wirkungen des radikalen Islam"

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert Forschungsvorhaben zum Thema "Gesellschaftliche Ursachen und Wirkungen des radikalen Islam in Deutschland und Europa". Von besonderem Interesse sind folgende Fragestellungen: Welches sind die sozialen, politischen, kulturellen und historischen Gründe für das Erstarken des radikalen Islam in Deutschland und Europa? Wie sieht der Einfluss von Islamistinnen und Islamisten auf das gesellschaftliche Leben aus? Wie werden Polarisierungs-, Spaltungs- und Ausgrenzungsprozesse ausgelöst oder verschärft? Bewerbungsfrist ist der 22. Januar 2019.

Zur Ausschreibung auf bmbf.de

Europäische Kommission fördert Counter-Narrative-Kampagnen

Im Rahmen des "Civil Society Empowerment Programme" (CSEP) werden Projekte zivilgesellschaftlicher Akteure gefördert, die sich gegen den steilen Anstieg extremistischer Inhalte im Internet wenden. Ziel ist, die Präsenz und die Wirkung von Counter-Narratives und alternativen Narrativen zu steigern. Insgesamt stehen rund vier Millionen Euro für die Projekte zur Verfügung. Bewerbungsfrist ist der 12. Februar 2019.

Zum Call for Proposals auf ec.europa.eu

Handreichungen und Materialien

Unterrichtsmaterialien: "Digital Salam" – Zentrum für Islamische Theologie

Das "Zentrum für Islamische Theologie" der Universität Münster stellt auf der Plattform "Digital Salam" Unterrichtsmaterialien, Konzepte und Videos bereit, um einen vielfältigen Blick auf den Islam in Deutschland zu fördern. Sie sollen einen Beitrag dazu leisten, vereinfachten Weltbildern und Islamverständnissen, wie sie online dominieren, entgegenzuwirken. Um dem komplexen Phänomen islamistisch-ideologisierender Online-Ansprachen zu begegnen, werden politisch-bildnerische, religions- und medienpädagogische Lernziele zusammengebracht. Dafür hat das "Zentrum für Islamische Theologie" der Universität Münster Fragestellungen und Methoden entwickelt, mit denen YouTube-Videos bearbeitet werden.

Die Themen der Module sind:

- Muslimsein in Deutschland

- Die Frau im Islam

- Internet-Dschihadismus

- Scharia

- Islam und Comedy

Zu den Materialien auf digital-salam.de

Handreichung: "Salafismus Online. Propagandastrategien erkennen – Manipulation entgehen" – jugendschutz.net & klicksafe.de

Die Handeichung von jugendschutz.net und klicksafe.de, die unter Mitarbeit von ufuq.de entstanden ist, beschäftigt sich mit salafistischen Inhalten im Internet. Das Themenspektrum erstreckt sich von der Sensibilisierung für salafistische Propaganda bis hin zu Gegenstrategien. Die Handreichung enthält sechs Unterrichtsvorschläge mit ausführlichen Arbeitsblättern für Jugendliche ab 16 Jahren.

Zu den Materialien auf klicksafe.de

Broschüre: "Lämmer unter Wölfen? Mädchen und Frauen in aktuellem Rechtsextremismus und Salafismus" – PROvention & AKJS-SH

Die Broschüre gibt einen Überblick über die Bedeutung von Weiblichkeit in den jeweiligen Szenen, unter anderem anhand konkreter Lebensläufe. Im pädagogischen Teil werden anschließend Problemkonstellationen sowie Handlungs- und Reflexionsoptionen für Fachkräfte der schulischen und außerschulischen Jugendarbeit dargestellt. Die Broschüre ist aus einer Kooperation der Aktion Kinder- und Jugendschutz Schleswig Holstein e. V. (AKJS-SH) und der Türkischen Gemeinde in Schleswig-Holstein e. V. entstanden.

Zum Download der Broschüre auf provention.tgsh.de

Broschüre: "Frauen im Salafismus" – Verfassungsschutz Niedersachen

Neben grundlegenden Informationen zum Salafismus behandelt die Broschüre des Niedersächsischen Verfassungsschutzes unter anderem die Fragen: Wie ist die traditionelle Rolle der Frau im Salafismus? Was macht die Anziehungskraft des Salafismus für Frauen aus? Welche neuen Rollen übernehmen Frauen in der Szene?

Zum Download der Broschüre auf verfassungsschutz.niedersachsen.de

Broschüre: "Radikalisierung erkennen und Anwerbung verhindern" – Polizeiliche Kriminalprävention

Die Broschüre der Polizeilichen Kriminalprävention der Länder und des Bundes ist eine Orientierungshilfe für Haupt- und Ehrenamtliche, die mit geflüchteten Personen arbeiten. Die Broschüre soll für mögliche Radikalisierungsprozesse der Bewohner/-innen in Geflüchtetenunterkünften sensibilisieren. Außerdem soll sie helfen, insbesondere in Gemeinschaftsunterkünften Anwerbungsversuche durch Islamist/-innen und Salafist/-innen zu erkennen und von den Angeboten anderer muslimischer Organisationen zu unterscheiden.

Zum Download auf kriminalpraevention.de

Handbuch: "Prävention der Radikalisierung Jugendlicher" – International Juvenile Justice Observatory

Das Handbuch richtet sich vor allem an Angehörige der Justiz, die mit straffällig gewordenen Kindern und Jugendlichen arbeiten. Es soll dabei helfen, sich mit Radikalisierungsprozessen Jugendlicher vertraut zu machen. Das Handbuch enthält insbesondere Beispiele aus verschiedenen europäischen Ländern, die zur Optimierung von Präventionsstrategien genutzt werden können. Neben allgemeinen Informationen zu Radikalisierungsursachen und zur Radikalisierungsprävention werden auch Alternativen zum Freiheitsentzug vorgestellt.

Das Handbuch wurde im Rahmen des Projekts "PRALT – The Prevention of Juvenile Radicalisation: Promoting the Use of Alternatives to Detention Through Judicial Training" entwickelt, das vom Justizprogramm der Europäischen Kommission kofinanziert wurde.

Download auf oijj.org (in deutscher und englischer Sprache)

Handreichung: "Transforming schools into labs for democracy" – RAN

Das europäische "Radicalisation Awareness Network" hat eine Handreichung mit Empfehlungen veröffentlicht, wie Schulen zu "Laboratorien für Demokratie" werden können, um nachhaltige Antworten auf Radikalisierung zu finden. Der erste Teil der Handreichung beschäftigt sich mit den Herausforderungen und Möglichkeiten von Prävention in Schulen. Im zweiten Teil werden entscheidende institutionelle Strukturen im Umkreis von Schulen in den Blick genommen. Der dritte Teil behandelt Handlungsempfehlungen für die Politik. Dazu gehört etwa, die politische Bildung und Medienbildung zu priorisieren. Die Empfehlungen basieren unter anderem auf der Arbeitsgruppe Education des RAN (RAN EDU).

Zum Download auf ec.europa.eu (in englischer Sprache)

Broschüre: "Projekte zur Prävention islamistischer Radikalisierung im Bundesprogramm 'Demokratie leben!'"

Einer der thematischen Schwerpunkte des Bundesprogramms "Demokratie leben!" ist die Prävention islamistischer Radikalisierung. Die Broschüre gibt einen Einblick in die Arbeit einiger der geförderten Projekte. Diese entwickeln beispielsweise pädagogische Angebote zur Auseinandersetzung mit religiös begründeter Demokratiefeindlichkeit, stärken junge Musliminnen und Muslime und sensibilisieren Multiplikatoren der Jugendhilfe für den Umgang mit radikalisierungsgefährdeten Personen.

Zum Download auf demokratie-leben.de

Studien, Artikel und E-Books

Essay: "RAN – Idee und Wirklichkeit" – Harald Weilnböck

Harald Weilnböck, wissenschaftlicher Leiter bei Cultures Interactive e. V., hat einen Essay zum europäischen "Radicalisation Awareness Network" (RAN) veröffentlicht. Von 2011-2015 war Weilnböck als Mitglied der RAN-Lenkungsgruppe und als Co-Leiter einer Arbeitsgruppe im RAN tätig und arbeitet seither regelmäßig im Netzwerk mit. In seinem Essay greift er einige persönlichen Erfahrungen, Beobachtungen und Überlegungen sowie die von Kolleginnen und Kollegen auf, um dadurch zur Weiterentwicklung des RAN beizutragen.

Zum Essay auf cultures-interactive.de

Leipziger Autoritarismus-Studie: Muslimfeindlichkeit in Deutschland ist erschreckend hoch

Die Deutschen haben eine erschreckend negative Sicht auf Muslime, so das Leipziger Kompetenzzentrum für Rechtsextremismus- und Demokratieforschung. In der repräsentativen "Autoritarismus-Studie" des Kompetenzzentrums stimmten der Aussage "Muslimen sollte die Zuwanderung nach Deutschland verboten werden" 44 Prozent der knapp 2.500 Befragten zu. Die Aussage "Durch die vielen Muslime hier fühle ich mich manchmal wie ein Fremder im eigenen Land" erfährt Zustimmung von 56 Prozent der Befragten. Auch die Ausländerfeindlichkeit in Deutschland steigt der Studie zufolge, Antisemitismus ist nach wie vor verbreitet und die offene Gesellschaft, in der alle Gruppen gleiche Rechte haben, wird zunehmend in Frage gestellt.

Seit 2002 beobachten die Leipziger Forscher die Einstellungen von Deutschen zum Rechtsextremismus; bislang wurden die Studien unter dem Namen "Mitte-Studien der Universität Leipzig" publiziert.

Zur Studie auf kredo.uni-leipzig.de
Zum Bericht auf sueddeutsche.de

Artikel: "Religiös-rigoristische Erziehung im salafistischen Kontext als Herausforderung für die erzieherische Kinder- und Jugendhilfe" – AGJ

Unter welchen Umständen stellt die familiäre Sozialisation in einem salafistischen Milieu in Deutschland eine Gefährdung des Kindeswohls dar? Welche Herausforderungen ergeben sich für Fachkräfte der Kinder- und Jugendhilfe in der Arbeit mit "salafistischen Familien"? Diese Fragen beantwortet der Artikel der Arbeitsgemeinschaft für Kinder- und Jugendhilfe (AGJ) aus interdisziplinärer Perspektive. Die Autorinnen und Autoren legen dar, was pädagogische Fachkräfte der Kinder- und Jugendhilfe in diesem Kontext wissen müssen und wie sie handeln sollten.

Zum Download auf agj.de

E-Book: "Radikalisierung und De-Radikalisierung in Deutschland" – HSFK

Autorinnen und Autoren aus Wissenschaft, Zivil¬gesellschaft und (Sicherheits)-Behörden diskutieren in 21 Kapiteln begriffliche Grundlagen, die verbindenden Elemente und Unterschiede der jeweiligen extremistischen Strömungen sowie das komplexe Gemenge an Faktoren, das Menschen in Radikalisierungsprozesse (und wieder heraus-) führen kann. Die Frage nach der Rolle der gesellschaftlichen Ebene wird ebenso diskutiert wie die Chancen und Risiken der praktischen Präventions- und Deradikalisierungsarbeit. Nicht zuletzt liefern die Beiträge konkrete Handlungsmöglichkeiten, die sich aus der Analyse der Phänomene ergeben. Das e-Book basiert auf der gleichnamigen Blog-Reihe des Leibniz-Institut Hessische Stiftung Friedens- und Konfliktforschung (HSFK) im Rahmen des Forschungsprojekts "Gesellschaft Extrem".

Zum Download auf hsfk.de

Studie: "Indoctrination and Recruitment of Children Within Islamic State Territory" – ICSR

Die Studie des International Center for the Study of Radicalisation and Political Violence (ICSR) beschäftigt sich mit der Frage, wie Kinder in den Gebieten des sogenannten Islamischen Staats rekrutiert und indoktriniert wurden. Aufbauend auf diesem Wissen können effektive Maßnahmen entwickelt werden, um Kinder, die im "IS" geboren oder unter seinem Einfluss erzogen wurden, zu rehabilitieren und wieder zu integrieren.

Zum Download auf icsr.info (in englischer Sprache)

Studie: "Tracing the Women and Minors of Islamic State" – ICSR

In einer weiteren Studie des International Center for the Study of Radicalisation and Political Violence (ICSR) werden die Wege ausländischer "IS"-Anhänger und -Anhängerinnen nach dem Niedergang des sogenannten Kalifats nachgezeichnet. Während einige von ihnen in Syrien und dem Irak umgekommen sind, wurden andere in der Region inhaftiert. Ein weiter Teil ist in die jeweiligen Heimatländer zurückgekehrt oder befindet sich in Drittländern. Bei einigen ist der aktuelle Status nicht bekannt. Einen besonderen Fokus legt die Studie auf den Verbleib von Frauen und Kindern.

Zum Download auf icsr.info (in englischer Sprache)

Ex Post-Papers des Radicalisation Awareness Network

Das Radicalisation Awareness Network (RAN) – das EU-Netzwerk für die Präventionspraxis im Kampf gegen Extremismus – hat Veröffentlichungen zu den folgenden Themen herausgegeben:

Building resilience in the classroom using testimonials from victims and formers

RAN study visit on 'PVE and CVE in and around asylum centres and within refugee communities'

Studie: "Counterterrorism evaluation – Taking stock and looking ahead" – RAND

Die Non-Profit Organisation RAND hat die Themen Counter-Terrorism (CT) und Preventing and Countering Violent Extremism (PCVE) in den Niederlanden und in anderen europäischen Ländern untersucht. Die Forscherinnen und Forscher beschäftigten sich unter anderem mit den Fragen, wie der Begriff "counter-terrorism policy" in unterschiedlichen Ländern verstanden wird und welche CT- und PCVE-Maßnahmen es gibt. Sie untersuchten, welche Evaluationsmaßnahmen in den letzten fünf Jahren ergriffen wurden und welche Evaluationskriterien in der Fachliteratur besprochen werden. Auf Grundlage der Forschungsergebnisse formulieren sie Empfehlungen für die Evaluation von Strategien in den Bereichen CT und PCVE.

Zum Download auf rand.org (in englischer Sprache)

E-Book: "Countering Violent Extremism – Building an evidence-base for the prevention of radicalization and violent extremism"

Das von Andreas Armorst, Erich Marks, Catrin Trautmann und Simone Ulrich herausgegebene E-Book besteht aus mehreren Beiträgen, die auf der gleichnamigen Konferenz im Juni 2017 in Hannover präsentiert worden sind. Einen Schwerpunkt stellt das Thema Evaluation von Prävention dar, doch auch die Rolle von Kultur in der Prävention, von gewaltbereitem Extremismus oder die Funktion des Internets bei der Radikalisierung junger Menschen werden besprochen.

Zum Download auf praeventionstag.de (in englischer Sprache)

Neuerscheinungen (kostenpflichtig)

Wochenschau Verlag: "Demokratie gegen Menschenfeindlichkeit. Radikalisierung"

Die unterschiedlichen Konzepte, die hinter dem Schlagwort "Radikalisierung" stehen, sind in Wissenschaft und Praxis umstritten. Daher leuchten die Beiträge der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift "Demokratie gegen Menschenfeindlichkeit" den Begriff aus verschiedenen Perspektiven kritisch aus. Die Beiträge beschäftigen sich unter anderem mit den Themen Radikalisierung im Internet, dem Zusammenspiel von politischer Bildung und Radikalisierungsprävention, der Hassrede als Alltagsphänomen oder dem Zusammenhang zwischen islamistischer und muslimfeindlicher Mobilisierung.

Die Zeitschrift ist im Dezember 2018 im Wochenschau Verlag erschienen und umfasst 160 Seiten. Sie kann zum Preis von 26,80 Euro bestellt werden.

AJS NRW und Sekten-Info NRW: "Glaubensfreiheit versus Kindeswohl"

Die Glaubensfreiheit und das elterliche Erziehungsrecht sind Grundrechte, die in der Verfassung garantiert sind. Ihre Ausübung kann jedoch in konkreten Fällen zu einer Gefährdung des Kindeswohls führen. Die Publikation "Glaubensfreiheit versus Kindeswohl. Familienrechtliche Konflikte im Kontext religiöser und weltanschaulicher Gemeinschaften" greift das Problem aus zwei Perspektiven auf – einer juristischen und einer pädagogischen.

Im ersten Teil werden die rechtlichen Grundlagen dargestellt und anhand konkreter Gerichtsentscheidungen erläutert. Der zweite Teil behandelt religiös-weltanschaulich geprägte Erziehungskonzepte und -praktiken, die zu einer Kindeswohlgefährdung führen können. Erstellt wurde die Publikation von der Arbeitsgemeinschaft Kinder- und Jugendschutz NRW (AJS) in Kooperation mit Sekten-Info NRW.

Die Publikation ist 2018 erschienen und umfasst 128 Seiten. Es kann zum Preis von 14,50 Euro bestellt werden.

Shams ul-Haq: "Eure Gesetze interessieren uns nicht! Undercover in europäischen Moscheen - wie Muslime radikalisiert werden"

In der Indoktrination mit islamistischem Gedankengut und antiwestlicher Hetze spielen bestimmte Moscheen nach wie vor eine bedeutende Rolle. Doch wie genau funktioniert das System der Radikalisierung? Welche Rolle spielen die Imame, wer sind die Geldgeber? Welche Aufgaben übernehmen dabei Frauen und welche Bedeutung hat dabei der Islamunterricht bei Erwachsenen und vor allem bei Kindern? Die Reportage von Shams ul-Haq zeigt, wie in einigen Moscheen Deutschlands, Österreichs und der Schweiz Radikalisierung betrieben wird, und warum die Schließung einzelner Gotteshäuser allein nicht ausreicht.

Zum Interview mit Shams ul-Haq auf morgenpost.de

Das Buch ist am 26.10.2018 beim orell füssli Verlag erschienen und umfasst 256 Seiten. Es kann zum Preis von 18,00 Euro bestellt werden.

Hassan Abu Hanieh/Mohammad Abu Rumman: "Dschihadistinnen"

Zahlreiche junge Frauen im Westen und in muslimischen Ländern gaben ihr bisheriges Leben auf, um sich dem sogenannten Islamischen Staat anzuschließen. Wie, wo und von wem wurden diese jungen Frauen rekrutiert? Welche psychologischen, kulturellen und sozialen Faktoren treiben sie an, sich dem Gedankengut einer dschihadistischen Organisation zu unterwerfen? Die Studie der beiden jordanischen Islamismusexperten Hassan Abu Hanieh und Mohammad Abu Rumman basiert auf einer Analyse der "IS"-Ideologie und seines Frauenbildes sowie auf Statistiken und Quellen, die Auskunft über Zahl und Werdegang von Dschihadistinnen geben.

Zur Rezension auf deutschlandfunkkultur.de

Das Buch ist im August 2018 beim Dietz-Verlag erschienen und umfasst 304 Seiten. Es kann zum Preis von 22,00 Euro bestellt werden.
Thumbnail des Videos "Umma" zum YouTube-Projekt "Bildwelten Islam"
Webvideoformate

Begriffswelten Islam

Im Rahmen von Webvideo-Formaten kooperiert die Bundeszentrale für politische Bildung/bpb mit YouTuberinnen und YouTubern, die sich aus einem persönlichen Interesse heraus mit den in Deutschland geführten Islamdiskursen auseinandersetzen wollen.

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Veranstaltungsdokumentation (Februar 2018)

Mit Gewalt ins Paradies (Schwerin, Februar 2018)

Mit immer neuen Handelnden im Feld steigt auch der Bedarf nach der Vermittlung von Ansatzpunkten für Prävention. Der Fachtag in Schwerin war ein Ausgangspunkt für diesen Wissenstransfer. Den ganzen Tag über standen Chancen und Grenzen der Radikalisierungsprävention im Fokus der Diskussion.

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Der Islamist Metin Kaplan in Bonn, 7. Februar 1999. Kaplan wurde nach seiner Inhaftierung in Deutschland in die Türkei abgeschoben. Dort wurde er am 20. Juni 2005 zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt.
Dossier

Islamismus

Seit 9/11 hat ein Wort Hochkonjunktur: Islamismus. Wer sind seine Wortführer? Welche Ziele verfolgen sie? Das Dossier führt ein in Vergangenheit und Gegenwart der extremistischen Herrschaftstheorie, die die Welt des 21. Jahrhunderts vor große Herausforderungen stellt.

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Material für die Verlinkung des Infodienstes Radikalisierungsprävention

Sie möchten den Infodienst Radikalisierungsprävention verlinken? Diese Textbausteine und Grafiken können Sie dafür verwenden. Außerdem können Sie das "Datenbank-Widget" in Ihre Website einbauen.

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