Herausforderung Salafismus

8.8.2019

Aktuelle Meldungen

IFAK sucht Bildungsreferent/-in

Für das Projekt "re:vision – Präventionsprojekt für die Justiz in NRW" sucht IFAK e. V. aus Bochum eine/-n Bildungsreferent/-en. Aufgabe ist die Entwicklung und Durchführung von Fort-, Weiterbildungs- und Coaching-Angeboten für Mitarbeiter/-innen in Strafvollzug, Bewährungshilfe und Jugendhilfe. Themenfelder sind Interkulturelle Kompetenz und phänomenübergreifender Extremismus. Bewerbungsfrist ist der 15.8.19.

Zur Ausschreibung auf stellenmarkt-sozial.de

BICC sucht wissenschaftliche/-n Mitarbeiter/-in

Das Internationale Konversionszentrum Bonn (BICC) sucht eine/-n wissenschaftliche/-n Mitarbeiter/-in für ein Forschungsprojekt zur Radikalisierungsprävention. Der Fokus liegt auf islamistischer Radikalisierung. Ziel des Projekts ist es, forschungsbasierte Empfehlungen für die Kommunal- und Landespolitik zu entwickeln, wie diese die Präventionsarbeit verschiedener Multiplikatoren stärken können.

Zur Ausschreibung auf bicc.de

"Salafistische Ideen in Alltagskultur eingesickert" – FAZ über die Entwicklung der Szene

Die Frankfurter Allgemeine Zeitung widmet der Entwicklung der salafistischen Szene in den letzten Jahren einen ausführlichen Beitrag. Im Internet sichtbar seien inzwischen fast nur noch die nicht militanten Kreise, beispielsweise der YouTube-Kanal "Fitrah Dawah". In dessen Videos seien junge, westlich gekleidete Muslime zu sehen, die in Fußgängerzonen Flugblätter verteilen und freundlich mit Passanten diskutieren. Nur ihre langen Bärte wiesen sie noch als Salafisten aus.

Gleichzeitig sind die Ideen der Salafisten inzwischen in die Alltagskultur vieler Muslime eingesickert, zitiert die FAZ Marwan Abou-Taam vom LKA Rheinland-Pfalz. Das zeige sich etwa im Hype um Halal-Fleisch oder bei der wachsenden Zahl junger Frauen, die zum Kopftuch greifen würden sowie einer zunehmend konservativen Auslegung der Religion. "Wir sind auf dem Weg von einer phänotypischen Präsenz einer Subkultur hin zu einer tatsächlichen Durchdringung der muslimischen Gesellschaft", so Abou-Taam. "Was die Identitätskonflikte der Jugendlichen angeht, waren wir schon einmal viel weiter."

Zum Beitrag auf edition.faz.net

NRW-Verfassungsschutz: Muslimbrüder gefährlicher als Salafisten

"Möglicherweise geht von den Muslimbrüdern langfristig eine größere Gefahr für die Demokratie aus, als von Salafisten. Sie sind pragmatischer als Salafisten, aber eindeutig verfassungsfeindlich", sagte NRW-Verfassungsschutz-Chef Burkhard Freier nach Angaben der Westdeutschen Zeitung der "Neue Ruhr/Neue Rhein Zeitung". Die Muslimbrüder wollten einen Staat, der von islamischen Werten und der Scharia geprägt sei, so Freier.

Zum Bericht auf wz.de (Westdeutsche Zeitung)

Zum Verfassungsschutzbericht NRW 2018 auf im.nrw (Innenministerium NRW)

Neue Datenschutzgesetze: Deradikalisierungsprogramme können Daten an Behörden weitergeben

Der Bundestag hat im Juni zwei Datenschutzgesetze beschlossen. Damit werden "unter anderem die Voraussetzungen dafür geschaffen, ‚dass sensible Informationen durch zivilgesellschaftliche Träger im Rahmen von Deradikalisierungsprogrammen verarbeitet und im Einzelfall an die Sicherheitsbehörden weitergegeben werden können‘."

Netzpolitik.org sieht darin die Gefahr, "dass Beratung suchende Menschen eine Datenweitergabe fürchten müssen. Das könnte sie davon abschrecken, überhaupt Hilfe zu suchen. Und letztlich das Ziel der Angebote – Deradikalisierung und Prävention – untergraben."

Zur Meldung auf bundestag.de

Zum Beitrag auf netzpolitik.org

Verwaltungsgericht: Deutschland muss "IS"-Angehörige zurückholen

Das Verwaltungsgericht Berlin hat das Auswärtige Amt aufgefordert, die Identität dreier minderjähriger Kinder im syrischen Flüchtlingslager al-Haul feststellen zu lassen und diesen und ihrer Mutter die Rückreise nach Deutschland zu ermöglichen, berichtet die Süddeutsche Zeitung. Das Auswärtige Amt hätte sich dazu bereit erklärt, die Kinder zurückzuholen. Es sehe aber keine Verpflichtung, der Mutter bei der Rückkehr behilflich zu sein. Weiter heißt es: "Das Verwaltungsgericht entschied sich, die prinzipielle Rechtsfrage, ob erwachsene IS-Anhänger durch die Bundesregierung nach Deutschland geholt werden müssen, offenzulassen. Es billigte darüber hinaus dem Auswärtigen Amt generell einen großen Ermessensspielraum bei der Beantwortung dieser Frage zu."

Zum Bericht auf sueddeutsche.de

Dschihadisten kann künftig Pass entzogen werden

Wer im Ausland für eine Terrormiliz kämpft und eine doppelte Staatsbürgerschaft hat, dem kann künftig der deutsche Pass entzogen werden. Der Bundestag hat einen entsprechenden Gesetzentwurf gebilligt, berichtet das ZDF. Linke und Grüne kritisierten, Deutschland stehle sich mit dem Gesetz aus der Verantwortung. Deutsche Dschihadisten gehörten vor deutsche Gerichte.

Zum Beitrag auf zdf.de

6,5 Millionen Euro für Kultur- und Medienprojekte gegen Extremismus

Die Staatsministerin für Kultur und Medien, Monika Grütters hat angekündigt, im Rahmen der "Strategie zur Extremismusprävention und Demokratieförderung" der Bundesregierung Projekte gegen Extremismus mit rund 6,5 Millionen Euro zu unterstützen. Der Schwerpunkt soll demnach auf Projekten liegen, in denen junge Menschen ihre Medienkompetenz ausbauen können, sowie auf Initiativen, die sich der kulturellen Integration widmen.

Zur Meldung auf bundesregierung.de

Rechtsextreme Aktivitäten im Netz: "Ähnlich wie Dschihadisten"

Rechtsextremisten nutzen das Internet mittlerweile ähnlich konsequent wie Dschihadisten, berichtet die FAZ und beschreibt die Parallelen zwischen den Arbeitsweisen der Extremisten in den beiden Phänomenbereichen. Die extrem Rechten organisierten sich ebenfalls über Videoplattformen oder Chaträume. Aus der Sicht der Sicherheitsbehörden liege es nahe, das Analysesystem "Radar-iTE" für die Einschätzung von Rechtsextremisten weiterzuentwickeln, so die FAZ – bislang werden damit dschihadistische Salafisten nach ihrer mutmaßlichen Gefährlichkeit kategorisiert.

Zum Beitrag auf faz.net


Thumbnail des Videos "Umma" zum YouTube-Projekt "Bildwelten Islam"
Webvideoformate

Begriffswelten Islam

Im Rahmen von Webvideo-Formaten kooperiert die Bundeszentrale für politische Bildung/bpb mit YouTuberinnen und YouTubern, die sich aus einem persönlichen Interesse heraus mit den in Deutschland geführten Islamdiskursen auseinandersetzen wollen.

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Material für die Verlinkung des Infodienstes Radikalisierungsprävention

Sie möchten den Infodienst Radikalisierungsprävention verlinken? Diese Textbausteine und Grafiken können Sie dafür verwenden.

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Der Islamist Metin Kaplan in Bonn, 7. Februar 1999. Kaplan wurde nach seiner Inhaftierung in Deutschland in die Türkei abgeschoben. Dort wurde er am 20. Juni 2005 zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt.
Dossier

Islamismus

Seit 9/11 hat ein Wort Hochkonjunktur: Islamismus. Wer sind seine Wortführer? Welche Ziele verfolgen sie? Das Dossier führt ein in Vergangenheit und Gegenwart der extremistischen Herrschaftstheorie, die die Welt des 21. Jahrhunderts vor große Herausforderungen stellt.

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