Rechtsextreme Demonstranten bei einem Neonazi-Aufmarsch in Berlin am 1. Mai 2010.

Glossar

Fremdenfeindlichkeit



Fremdenfeindlichkeit, auch Xenophobie genannt, bezeichnet ablehnende, ausgrenzende und feindliche Einstellungen und Haltungen gegenüber Personen und Gruppen, die als ''fremd'' definiert werden. Mit „fremd“ ist in der Regel eine von der Mehrheit abweichende ethnische Herkunft gemeint.

Fremdenfeindlichkeit beruht also auf einem Konstrukt. Das "Fremdsein" ist keine unveränderliche Eigenschaft, sondern eine willkürliche Zuschreibung, die sich meist auf Herkunft, Hautfarbe, Sprache oder Religion bezieht. Fremdenfeindlichkeit ist daher unabhängig von der Staatszugehörigkeit. Fremdenfeinde schließen auch Menschen gleicher Staatsbürgerschaft aus, wenn sie diese aufgrund bestimmter Merkmale als "fremd" definieren.

Der Begriff Fremdenfeindlichkeit wird – ähnlich wie der Begriff Ausländerfeindlichkeit – unscharf verwendet. So wird sowohl in den Medien als auch in wissenschaftlichen und politischen Debatten oft von Fremdenfeindlichkeit gesprochen, wenn diskriminierende oder gewalttätige Handlungen zum Beispiel gegenüber schwarzen Deutschen oder Migranten und Sinti und Roma mit deutscher Staatsbürgerschaft auftreten – in Fällen also, wo es eigentlich um rassistische Handlungen geht.

Fremden- bzw. Ausländerfeindlichkeit gilt in der Sozialforschung als wichtiges Element des Rechtsextremismus, ist aber bis weit in die Mitte der Gesellschaft verbreitet. So stimmten laut Untersuchungen eines Leipziger Wissenschaftlerteams um Elmar Brähler und Oliver Decker mehr als ein Drittel der Befragten dem Satz zu: "Die Bundesrepublik ist durch die vielen Ausländer in einem gefährlichen Maß überfremdet."



03.02.2014