Rechtsextreme Demonstranten bei einem Neonazi-Aufmarsch in Berlin am 1. Mai 2010.

Bildergalerie: Wenn Neonazis Kinder kriegen...

Die Familie mit möglichst vielen Kindern gilt Rechtsextremen als Ideal. Die Kinder wachsen in diesen Familien fast ausnahmslos mit einem menschenfeindlichen, rassistischen, nationalistischen und vom "völkischen" Denken durchzogenen Weltbild auf. Häufig werden sie von anderen Kindern ferngehalten und dürfen nur mit "ihresgleichen" spielen. Nicht selten wird der rechtsextreme Nachwuchs autoritär oder gar paramilitärisch erzogen: Die Kinder sollen einst "der Sache" dienen.Zeltlager und Jugendfreizeiten bot die "Heimattreue Deutsche Jugend" für die Neonazi-Kinder an, inklusive militärischem Drill und ideologischen Schulungen. Bis zu 400 Mitglieder hatte der Verein, der am 31. März 2009 mit sofortiger Wirkung verboten wurde.Kinder sichern den "Rasseerhalt", daher spielen sie in der rechtsextremen Ideologie auch eine so große Rolle. Im Namen "unserer Kinder" wird "für das eigene Volk" und gegen Flüchtlingsunterkünfte, den Zuzug von Migranten oder gegen Gendermainstreaming und die Ehe-für-alle gehetzt.Kinderreichtum und ein bäuerliches Leben – die Ikonografie des rechtsextremen Jugendbunds Pommern erinnert an die NS-Zeit. Die Mädchen tragen lange Zöpfe, die Mütter sollen in der Kindererziehung aufgehen. Den Frauen kommt gegen den befürchteten "Volkstod", hinter dem sich Anleihen an die Bevölkerungspolitik und die "Rassenhygiene" der Nationalsozialisten verbergen, eine besondere Rolle zu. Schließlich sind sie es, die "weiße", "reinrassige" "deutsche" Kinder zur Welt bringen und so den "Volkstod" verhindern können."Die Revolution beginnt im Bett" – auch so machen Neonazis auf den vermeintlich drohenden "Volkstod" aufmerksam. Die Fortpflanzung in den heimischen Schlafzimmern dient dabei einer rein biologistischen Funktion, nämlich "deutsche Kinder" für den Umsturz – die Revolution – zu zeugen.Fast ein Familienidyll ... die Frisuren und Kleider der beiden Mädchen könnten Zufall und nicht Erziehung hin zur vermeintlich weiblichen Rolle sein, wäre diese Mutter mit ihren vier Kindern nicht Teilnehmerin einer Neonazi-Demonstration in Hildesheim, die dort ihren "deutschen" Nachwuchs präsentiert. An ihrem Sonnenhut trägt sie übrigens die Reichsfarben schwarz-weiß-rot.Das rechtsextreme Familien- und Frauenbild idealisiert die Frau als Mutter und Bewahrerin des Volkes. Sie soll die "deutschen" Kinder nicht nur gebären, sie soll auch die Erziehung leisten und dabei gute "deutsche" Werte und Traditionen weitergeben. Eine Forderung sowohl der NPD als auch des "Rings Nationaler Frauen" ist das Müttergehalt,
damit Kinder nicht "fremdbetreut" werden müssen.Welchen Nachwuchs sich Neonazis wünschen und wie ihre Kinder zu sein haben – daran lassen sie oft keinen Zweifel. Schon für die Allerjüngsten gibt es entsprechende Szenekleidung.Angeblich wollen sie nur ihre Kinder schützen, doch der vermeintliche Einsatz gegen Kindesmissbrauch instrumentalisiert die Opfer für antidemokratisches Gedankengut. Die Forderung, sich gegen "Kinderschänder" einzusetzen, ist in nahezu allen Millieus anschlussfähig, viele bekommen gar nicht mit, dass es weniger um die Kinder als um die Verbreitung der Ideologie geht. Auf diesem T-Shirt allerdings lässt schon die Grafik erahnen, aus welcher Ecke die Forderung kommt.