Rechtsextreme Demonstranten bei einem Neonazi-Aufmarsch in Berlin am 1. Mai 2010.

Links und Literatur


11.3.2008
Literatur und Links zum Thema Aussteiger aus der rechtsextremen Szene.

Bücher und Broschüren zum Thema



Zentrum Demokratische Kultur (Hg.): "... dann hab´ ich mir das Hitlerbärtchen abrasiert." Exit- Ausstieg aus der rechtsextremen Szene, Ernst Klett Schulbuch Verlag Leipzig, Leipzig 2002

Das Bulletin bietet einen Überblick über die Ausstiegsproblematik. Ausführlich schildert der Matthias Adrian, ein ehemaliger Neonazi aus dem Odenwald, seinen Werdegang in der Szene, die er im Nachhinein als Sekte bezeichnet, und seinen Ausstieg. Abschließend folgt eine Reihe ratgebender Texte für Angehörige von Rechtsextremen.

Fischer, Jörg: Ganz rechts: mein Leben in der DVU, Rowohlt, Reinbek bei Hamburg 1999

Jörg Fischer galt als Nachwuchshoffnung der DVU und der NPD, er arbeitete unter anderem hauptamtlich in der Parteizentrale der "Deutschen Volksunion". In seinem Buch liefert der Aussteiger viele Insiderinformationen zu den Inhalten und den Organisationsstrukturen der beiden rechten Parteien.

Hasselbach, Ingo (u.A.): Die Abrechnung - Ein Neonazi steigt aus, Aufbau Taschenbuchverlag, Berlin 2001

Ingo Hasselbach hat jahrelang als führendes Mitglied der Neonaziszene Hass und Gewalt gepredigt, von Berlin aus Straßenschlachten, Wehrlager und Kameradschaftsabende organisiert, bis er sich 1993 zum Ausstieg entschloss. Hasselbach berichtet über seinen verhängnisvollen Entwicklungsweg vom Punk zum Skinhead und schließlich in eine Szene, die wie eine Droge wirkte im Kampf um Anerkennung und Selbstbewusstsein. Nach dem Ausstieg sind Gewalt und Angst längst nicht aus seinem Leben gewichen, noch immer ist er auf der Flucht vor der Rache seiner ehemaligen Gesinnungsgenossen. Als Journalist engagiert er sich heute mit Artikeln und Projekten gegen die geistigen Brandstifter aus der rechten Szene.

Hewicker, Christine: Die Aussteigerin – Autobiographie einer ehemaligen Rechtsextremistin, Igel-Verlag, Oldenburg 2001.

Jahnel, Stefan: Mythos Neonazi- Abrechnung eines Aussteigers, pro literatur Verlag, Mammendorf 2004

Stefan Jahnel war vor seinem Ausstieg über 10 Jahre in der rechtsextremen Szene tätig, unter anderem in der Führungsebene verschiedenster Neo-Nazi-Organisationen, die inzwischen verboten wurden. Jahnel hat diese Zeit in seinem Buch verarbeitet, in dem er sich bemüht, anhand seines eigenen Beispiels die Wirkmechanismen in der rechten Szene aufzuzeigen.

Koch, Reinhard: Beratungskonzept Wege aus der rechten Szene ,Wege aus der rechten Szen, Bd. 3, Bildungsvereinigung ARBEIT UND LEBEN, Braunschweig 2006/2007

Beratung für Eltern und Bezugspersonen von Jugendlichen in der rechtsextremen Szene. Das Beratungskonzept "Wege aus der rechten Szene" umfasst einen innovativen Ansatz zum Umgang mit Menschen, die eine rechtsextreme Orientierung aufweisen sowie den gesellschaftlichen Bedingungen, in welchen diese Orientierungen gelebt werden und zum Ausdruck kommen.

Koch, Reinhard (Hrsg.): Theoretische Analysen, Wege aus der rechten Szene, Bd. 4, Bildungsvereinigung ARBEIT UND LEBEN, Braunschweig 2006/2007 Rechtsextremismus zwischen Theorie und Praxis: Theoretische Erklärungsmodelle und Ausstiegsanalysen

Der Theorieband ist ein Ergebnis der Fachtagung "Wege aus der rechten Szene", die im Sommer 2006 in Braunschweig durchgeführt wurde. Neben Christel Hopf und Wolfgang Welp-Eggert, deren im Rahmen der Tagung präsentierte Vorträge in diesem Band vorgelegt werden, geben weitere Autoren einen Überblick über die Problematik rechtsextremistischer Gewalt und Sozialisation vor dem besonderen Hintergrund von Ein- und Ausstiegsprozessen in die rechte Szene. Der Band ist eine Sammlung grundsätzlicher Texte, die dem Leser einen Einstieg in die Thematik ermöglichen, aber auch dem aktuellen Stand der Bedeutung sozialisatorischer Einflüsse auf die Entstehung von Affinitäten zu rechtsextremen Gruppierungen beleuchtet. Die Frage, welche Schutzfaktoren Menschen davon abhalten, sich rechtsextremen Gruppen anzuschließen, lässt sich vor diesem Hintergrund nur sehr schwer beantworten. Gesicherte Erkenntnis ist aber immerhin, dass junge Menschen den Weg aus rechtsextremen Szenen wieder herausfinden können, wenn sie entsprechend professionell dabei unterstützt werden.

Lindahl, Kent: Exit- Mein Weg aus der Neonazi-Szene, dtv, München 2001.

Kent Lindahl, ein ehemaliger schwedischer Neonazi, beschreibt in "Exit" wie er in die Szene hinein- und wieder aus ihr hinausgeraten ist und wie er danach ein Aussteigerprogramm auf die Beine gestellt hat.

Lobermeier, Olaf: Empirische Studien Rechtsextremismus und Sozialisation, Wege aus der rechten Szene, Band 2, Bildungsvereinigung ARBEIT UND LEBEN, Braunschweig 2006

In der Studie wurden 20 Eltern und enge Angehörige von Kindern aus der rechtsextremen Szene mittels qualitativer problemzentrierter Interviews zur interdepenten Beziehungsqualität befragt. Gegenstand der Untersuchung war die Beziehung von Eltern bzw. engen Angehörigen zu ihren Kindern, welche sich in der rechtsextremen Szene befanden, bzw. immer noch in diese Szene involviert sind.

Möller, Kurt (u.A.): Rechte Glatzen - Rechtsextreme Orientierungs- und Szenezusammenhänge - Einstiegs-, Verbleibs- und Ausstiegsprozesse von Skinheads, 2007

Der Baseballschläger schwingende Glatzkopf in Bomberjacke und Springerstiefeln personifiziert in der öffentlichen Meinung das Problem des Rechtsextremismus wie kaum jemand sonst. Dennoch ist über den Zusammenhang von Skinheadsein und rechtsextremer Orientierung wissenschaftlich fast nichts bekannt. Die Studie untersucht aktuell oder vormals rechtsextrem orientierte Skinheads und zeigt, wie und warum Skinheads zu einer rechtsextremen Auffassung gelangen, unter welchen Bedingungen sie diese ggf. wieder ablegen und in welcher Weise Skin-Kultur und politische Orientierung sich beeinflussen. Das Buch gibt den aktuellen Stand der Forschung wieder, beschäftigt sich mit Einstiegs- und Ausstiegsprozessen von Skinheads und enthält Folgerungen für Forschung und Praxis.

Peltz, Cornelius: Elternhandreichung Handlungsfähig bleiben - handlungsfähig werden, Wege aus der rechten Szene, Bd. 1, Bildungsvereinigung Arbeit und Leben, Braunschweig 2006

Diese Broschüre richtet sich an Eltern rechtsextremer Jugendlicher und an MultiplikatorInnen in der (sozial-)pädagogischen Arbeit. Im Mittelpunkt steht dabei der Ansatz, den Zugang zur Auseinandersetzung mit dem Kind nicht ausschließlich über subjektive Moralvorstellungen oder Bewertungen der Eltern, sondern zusätzlich über rechtliche Grundlagen zu wählen. Anhand von Fagen, wie "Was können Eltern unternehmen, wenn ihr Kind in seinem Zimmer rechtsextreme Musik hört?" und 13 weiteren Fragestellungen werden sowohl der rechtliche Rahmen elterlichen Handelns als auch Handlungsempfehlungen benannt. Die Antworten werden von einer betroffenen Mutter sowie einem "Aussteiger" mit Blick auf ihre "Alltagstauglichkeit" kommentiert. Die Geschichte der betroffenen Mutter wird darüber hinaus ausführlich dokumentiert.

Nick W. Reger: Verschenkte Jahre. Eine Jugend im Nazi-Hass. Herausgegeben als book on demand von Exit-Deutschland 2006.
Mehr unter: »archiv.mut-gegen-rechte-gewalt.de«

Rommelsbacher, Birgit: Der Hass hat uns geeint - Junge Rechtsextreme und ihr Ausstieg aus der Szene, Campus, Frankfurt 2005

Birgit Rommelsbacher schildert anhand von Interviews und Biographien, wie Jugendliche in die rechtsextreme Szene hineingeraten, was sie dort suchen – und wie sie sich später, als junge Erwachsene, in einem langen inneren Prozess aus der Ideologie und dem Umfeld lösen. Dabei brauchen sie Unterstützung, Bezugspersonen, die vor der Auseinandersetzung nicht zurückscheuen, und vor allem menschliche Anerkennung. Neben dieser persönlichen Seite analysiert die Autorin die gesellschaftlichen Ursachen des Rechtsextremismus – je mehr rechte Ideologien in der "Mitte" der Gesellschaft akzeptiert werden, desto mehr finden sich die Extremisten am "Rand" bestätigt. So zeigt die Autorin ein Geflecht an Ursachen für die Ausbreitung des Rechtsextremismus, aber auch entsprechende Möglichkeiten, ihm gegenzusteuern.

Winterberg, Yury/Peter, Jan: Der Rebell – Odfried Hepp. Neonazi, Terrorist, Aussteiger, Gustav-Lübbe-Verlagsgruppe, Bergisch Gladbach, 2004.

Initiativen im Netz



»www.verfassungsschutz.de«
Das Aussteigerprogramm für Rechtsextremisten des Bundesamtes für Verfassungsschutz inklusive der Kontaktdaten der Programme der einzelnen Bundesländer.

»www.exit-deutschland.de«
Die Initiative Exit- Deutschland bietet seit 2001 unabhängige Hilfe zur Selbsthilfe für Aussteiger aus der rechtsextremen Szene.

»www.lsjv.de«
Seite der "Elterninitiative gegen Rechts- Hilfe für Eltern von rechtsextremistisch orientierten Jugendlichen".

»www.raa-berlin.de«
Homepage der EXIT- Elterninitiative

»www.elterngegenrechts.de«
Homepage der Berliner Elterninitiative "Eltern gegen Rechts".

Weitere Texte im Netz



»www.ida-nrw.de«
Der Artikel "Unterstützung für Aussteiger aus der rechtsextremen Szene" bietet einen Überblick über die verschiedenen Modelle der Ausstiegshilfe, einzelne Projekte und Kritik an Aussteigerprogrammen.

»www.bundestag.de«
"Ein- und Ausstiegsprozesse rechtsextremer Skinheads". Ein Überblick von Kurt Möller und Nils Schuhmacher.

»www.birgit-rommelspacher.de«
Interview mit Professorin Birgit Rommelspacher über mögliche Ursachen für Einstieg und Ausstieg aus der rechtsextremen Szene.

»www.hagalil.com«
Interview mit Gabriel Landgraf, der aus der rechtsextremen Szene ausgestiegen ist.

»archiv.mut-gegen-rechte-gewalt.de«
Artikel über Tanja Privenau und ihren Ausstieg aus der rechtsextremen Szene.

»www.blaetter.de«
"Betreuter Rechtsextremismus" von Gideon Botsch und Christoph Kopke ist ein sehr kritischer Beitrag zum Thema Hilfe für Aussteiger und Resozialisierung von Rechtsextremen.

»www.goethe.de«
Artikel über den einfachen Einstieg und den mühsamen Ausstieg aus der rechtsextremen Szene.

»http://www.hr-online.de«
Film über den Aussteiger Matthias Adrian.

Weitere Links



»http://www.abendblatt.de«
Artikel über zwei Aussteiger.

»http://www.spiegel.de«
Artikel über den Aussteiger Gabriel Landgraf.

»www.hagalil.com«
Artikel über Aussteiger Ingo Hasselbach

»www.mut-gegen-rechte-gewalt.de«
Interview mit einer Aussteigerin

»http://www.ruhrnachrichten.de/lokales/wtlo/art939,178888« Artikel über eine Ausstiegsberaterin.

»www.taz.de«
Artikel über eine Aussteigerin.

Hörfunk & TV



»www.hr-online.de«
Rechte Einsicht. Nick G. - ein junger Aussteiger erzählt
Manuskript:
»www.hr-online.de«
NPD-Aussteiger packt aus (Hessenschau 2.12.2007)

»www.hr-online.de«
Vor zwei Jahren trat Simon Zimmermann in die NPD ein. Schnell stieg er in die hessische Führungsspitze der Partei auf. Vor einigen Monaten stieg er aus der rechten Szene aus. Im hr-fernsehen spricht er erstmals öffentlich über die Gründe und erzählt Details aus dem Innenleben der NPD.


 

Dossier

"Stolpersteine" des Künstlers Gunter Demnig in dessen Atelier in Köln. Demnig erinnert an die Opfer der NS-Zeit, indem er vor ihrem letzten selbstgewählten Wohnort Gedenktafeln aus Messing in den Boden einläßt. Inzwischen liegen "Stolpersteine" in über 300 Orten Deutschlands, ebenso in Österreich, Ungarn und in den Niederlanden.

Nationalsozialismus und Zweiter Weltkrieg

Mit dem deutschen Überfall auf Polen begann am 1. September 1939 der Zweite Weltkrieg. Als er 1945 endete, lag Europa in Trümmern. Über 55 Millionen Menschen waren tot. Wie konnte es soweit kommen? Und wie sollte es weitergehen mit einem Land, das den größten Zivilisationsbruch der Geschichte begangen hatte? Weiter... 

Podiumsdiskussion

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APRI
Rechtsextreme Demonstrantinnen einer freien Kameradschaft in Arnstadt 2006.

Rechter Terror und der Inlandsgeheimdienst oder: Wer überwacht die Überwacher?

Rechter Terror - wieso konnte jahrelang, ohne dass der Inlandsgeheimdienst von den rassistischen Morden Kenntnis erlangte, die rechtsextreme Organisation "Zwickauer Zelle" in Deutschland Menschenleben zerstören? Wie konnten die Taten mit rassistischen Hintergrund unentdeckt bleiben? Weiter...

Bündnis für Demokratie und Toleranz

Bündnis für Demokratie und Toleranz

Das von den Bundesministerien des Innern und der Justiz gegründete bundesweite Bündnis für Demokratie und Toleranz – gegen Extremismus und Gewalt (BfDT) in der Bundeszentrale für politische Bildung will das zivilgesellschaftliche Engagement für Demokratie und Toleranz in unserem Land sichtbar machen und möglichst viele Bürgerinnen und Bürger zum Einsatz für unsere Demokratie ermutigen. Seit seiner Gründung im Jahr 2000 haben sich eine Vielzahl von Organisationen dem Bündnis angeschlossen - von großen Verbänden bis hin zu kleinen Aktionsgruppen. Weiter... 

Zusammenhalt dur TeilhabeBundesprogramm

Zusammenhalt durch Teilhabe

Mit dem Programm "Zusammenhalt durch Teilhabe" fördert das Bundesministerium des Innern (BMI) Projekte für demokratische Teilhabe und gegen Extremismus in Ostdeutschland. Demokratie und gesellschaftlicher Zusammenhalt sollen dort gefördert werden, wo sie entstehen: an der Basis. Das BMI hat die bpb mit der Umsetzung des Bundesprogramms betraut. Weiter...