Rechtsextreme Demonstranten bei einem Neonazi-Aufmarsch in Berlin am 1. Mai 2010.

21.11.2007 | Von:

NPD ohne Schminke

Wie die NPD ihre eigentliche Position verrät



IV. Völkische Ideologie

"...Die Familie ist Träger des biologischen Erbes. Ein Volk, das tatenlos zusieht, wie die Familie zerstört wird oder ihre Kraft verliert, wird untergehen, weil es ohne gesunde Familien kein gesundes Volk gibt. Kindergeld als volkspolitische Maßnahme des Staates darf nur an deutsche Familien ausgezahlt werden..." (Internetseite NPD Landesverband Hessen, "Unsere Ziele für Hessen und Deutschland", 21.10.2007.)

"Der Mensch 'an sich' existiert nicht, deshalb sind wir nicht unterschiedslos einfach 'Menschen', wie die multikulturalistischen Völkerverächter behaupten ... Der Mensch existiert nur in seiner je unterschiedlichen ethnisch-kulturellen Prägung und damit als Angehöriger eines bestimmten Volkes." (Broschüre der NPD-Parteivorstands: "Eine Handreichung für die Öffentliche Auseinandersetzung. Argumente für Kandidaten & Funktionsträger", 2. Auflage, Juni 2006, S. 14; zitiert nach Verfassungsschutzbericht BMI für 2006.)

"Laden wir die soziale Frage weiterhin völkisch auf - 'Wir Deutsche' oder die 'Fremden', 'Unser Deutschland oder das Ausland' - und untermauern wir den Schlachtruf 'Gegen Verausländerung, Europäische Union und Globalisierung' noch stärker programmatisch, werden wir die etablierten Wahlbetrüger schon bald das Fürchten lehren." (Jürgen Gansel, NPD-Landtagsabgeordneter in Sachsen, in "Deutsche Stimme" 2/2006.)

"Auch wir müssen uns von politischer, wirtschaftlicher und kultureller Fremdbestimmun befreien. Wir wollen eine selbstbestimmte Nation werden." (''Stachel; Schülerzeitung für Mitdenker", Oktober 2007, hrsg. NPD Landesverband Berlin, NPD-LV Brandenburg, verantwortlich NPD-Bundesvorstandsmitglied Jörg Hähnel.)

V. Rassismus und Fremdenfeindlichkeit

"Längst ist ein systematischer Bevölkerungsaustausch im Gange, der dem Wolfsgesetz eines Weltarbeitsmarktes folgt, auf dem 6,5 Milliarden Menschen in einen ruinösen Dumpingwettbewerb getrieben und als 'Ware Mensch' willkürlich hin- und hergeschoben werden. So geht deutsche Intelligenz zunehmend ins Ausland, während ausländische Dummheit mit sozialschmarotzerischen Neigungen ungebremst ins Land kommt." (Jürgen Gansel, NPD-Landtagsabgeordneter in Sachsen, in "Deutsche Stimme" 1/2007, S. 19.)

"Rasse macht nicht nur die Eigenart des Volkes, sondern auch die des Menschen aus; sie ist unveränderbar, sie führt zur Kultur und formt die Erziehung ... Freiheit würde bedeuten, die aus der Rasse stammenden zeitlosen Kräfte bewusst zu formen, sie mit einer Gestalt von wahrer Kultur zu überziehen." ("Deutsche Stimme" Nr. 4/2006,. S. 16; zitiert nach Verfassungsschutzbericht BMI für 2006.)

"Die Mischlinge, die deutsch-nichteuropäischen Beziehungen entstammen, werden das sich renationalisierende Deutschland über kurz oder lang freiwillig verlassen, weil ihnen der nationale Klimawandel nicht passt. Sie werden sich 'Heimatländer' suchen, in denen es keine einheitliche Volkssubstanz gibt, in denen die Durchrassung unumkehrbar ist und die damit verbundene ethno-kulturelle Entwurzelung und Bindungslosigkeit allgegenwärtig ist. Zielland solcher Mischlinge werden naheliegenderweise die USA sein, wo es nie eine Volksgemeinschaft und Kulturnation, sondern nur eine durchrasste Staats- und Einzelwillennation von haltlosen Sozialatomen gab, wo der ethnokulturell kastrierte Einheitsmensch ohne Identität und Heimt wie Unkraut gedeiht." (Broschüre des NPD-Parteivorstands: "Eine Handreichung für die öffentliche Auseinandersetzung. Argumente für Kandidaten und Funktionsträger", 2. Auflage, Juni 2006, S. 9; zitiert nach Verfassungsschutzbericht BMI für 2006.)

"In Zeiten der Massenarbeitslosigkeit ist jede weitere Aufnahme von ausländischen Arbeitsplatzdieben und Sozialschnorrern zu unterbinden und die Rückführung der Ausländer in ihre Heimatländer anzustreben. Gibt es keine Arbeit, ist jeder ausländische Arbeitsplatzbesitzer und Sozialschnorrer einer zu viel." (Jürgen Gansel, NPD-Landtagsabgeordneter in Sachsen, in "Deutsche Stimme" 11/05)

"Intelligenzmäßig liegen die Neger unter den Deutschen." (Jürgen Rieger, damaliger NPD-Bundestagskandidat und heute NPD-Landesvorsitzender in Hamburg; NDR-Info Interview im Sommer 2005.)

VI. Antisemitismus - Relativierung des Holocaust

"Antisemitismus meint wohl die Kritik an Juden? Selbstverständlich darf man auch Juden kritisieren. Der von jüdischer Seite seit 60 Jahren betriebene Schuldkult und die ewige jüdische Opfertümelei muss sich kein Deutscher gefallen lassen. Es muss endlich Schluss sein mit der psychologischen Kriegsführung jüdischer Machtgruppen gegen unser Volk. Schließlich ist klar, dass die Holocaust-Industrie mit moralischen Vorwänden die Deutschen immer nur wieder finanziell auspressen will. ... Selbstverständlich nehmen wir uns das Recht heraus, die Großmäuligkeit und die ewigen Finanzforderungen des Zentralrats der Juden in Deutschland zu kritisieren." (Broschüre des NPD-Parteivorstands: "Eine Handreichung für die öffentliche Auseinandersetzung. Argumente für Kandidaten & Funktionsträger", 2. Auflage, Juni 2006, S. 10; zitiert nach Verfassungsschutzbericht BMI für 2006.)

"Mit dem Volksverhetzungs-Paragraphen verfügen die Umvolkungs-Strategen (noch) über ein passendes Mittel, um unerwünschten Protest gegen ihre deutschfeindliche Politik zu unterdrücken. Viele Juristen ... betrachten den § 130 als eines freiheitlich-demokratischen Rechtsstaats unwürdig, weil er die grundgesetzlich verbürgte Meinungsfreiheit massiv beeinträchtigt." ("Deutsche Stimme" 4/2007, S. 5)

"Es wird also höchste Zeit, die Holocaust-Waffe stumpf zu machen, damit ein eben nicht ganz normales Völkchen mit ihr keine Sonderinteressen mehr durchsetzen und andere moralisch erpressen kann." (Jürgen Gansel, NPD-Landtagsabgeordneter in Sachsen, in "Deutsche Stimme" 6/2006, S. 14.)

"Offenbar ist dem Zentralrat und seiner Vorsitzenden das mittlerweile über 60 Jahre währende jüdische Opfermonopol derartig zu Kopf gestiegen, dass sie zu einer realistischen Einschätzung ihrer Verhandlungsposition nicht mehr im Stande sind. Frau Knobloch und ihre Freunde sind Gäste in Deutschland und als solche haben sie sich auch zu verhalten." (Frank Franz, Landesvorsitzender der NPD Saar, laut Homepage der NPD-Saar unter der Überschrift "Zentralrat der Juden kriegt den Rachen nicht voll" im Juli 2006; zitiert nach Verfassungsschutzbericht BMI 2006.)

"Wer ist in der Bundesrepublik eigentlich der Souverän? Dieses Gefühl der Ohnmacht, der Gängelung ist es, das man den Menschen klarmachen muss. Denn es glaube keiner, dass ein Gemeinwesen, das einen Bürger eines 'Zweifels an geschichtlichen Wahrheiten' wegsperren will, nicht auch in anderen Fällen seine totalitären Allmachts-Phantasien ausleben wird." (Andreas Molau, NPD-Spitzenkandidat für Niedersachsen, in "Deutsche Stimme" 1/2007, S. 2.)

Für uns ist das kein Holocaust-Denkmal, sondern wir bedanken uns dafür, dass man uns dort jetzt schon die Fundamente der neuen deutschen Reichspartei geschaffen hat." (Udo Voigt, NPD-Bundesvorsitzender auf einer Parteiveranstaltung in Senden im April 2004; zitiert nach Verfassungsschutzbericht BMI 2004.)

"Der Bomben-Holocaust von Dresden steht ursächlich weder im Zusammenhang mit dem 1. September 1939 noch mit dem 30. Januar 1933. Die Pläne zur Vernichtung des Deutschen Reiches existierten nämlich schon lange, bevor in Versailles der erste Nationalsozialist geboren wurde." (Jürgen Gansel, NPD-Landtagsabgeordneter in Sachsen, am 21.1.2005 im Sächsischen Landtag; s. Sächsischer Landtag Plenarprotokoll 4/8 vom 21. Januar 2005.)

"Durch den Dauereinsatz der Auschwitz-Keule ... kamen die Deutschen in eine Schuldknechtschaft, die es in- und ausländischen Kreisen bis heute ermöglicht, die Deutschen moralisch zu demütigen, wirtschaftlich auszunehmen und politisch zu bevormunden." (Jürgen Gansel, NPD-Landtagsabgeordneter in Sachsen, in "Deutsche Stimme" 6/2005.)

VII. Geschichtsklitterung - Verherrlichung des NS-Regimes

"Rudolf Heß war ein absoluter Idealist. Er ist vergleichbar nach meiner Auffassung mit Ghandi." (Udo Pastörs, NPD-Fraktionsvorsitzender in Mecklenburg-Vorpommern im MDR-Magazin "Fakt" vom 22. Mai 2006; zitiert nach Verfassungsschutzbericht BMI für 2006.)

"Im Mittelpunkt des Denkens von Franz Schönhuber stand immer die Verbindung von patriotischer Politik mit sozialer Gerechtigkeit. ... Als Frontsoldat der Waffen-SS, einer Armee, die tatsächlich Europaarmee war, in der Freiwillige aus fast allen europäischen Nationen die Hochkultur des alten Kontinents und seine Völker gegen die stalinistische Schreckensherrschaft verteidigten, war ihm der Aufbau einer Nation Europa, bestehend aus gleichberechtigten Völkern, kleinen und großen, nicht nur Ziel aller Politik, sondern eine Sache des Herzens. Dieses Erbe gilt es aufzunehmen und weiterzutragen." (Rüdiger Schrembs, ehemaliges NPD-Landesvorstandsmitglied Bayern, in "Deutsche Stimme" 1/2006, S. 8.)

"Herbert Schweiger, selbst ehemaliger Angehöriger der Waffen-SS als Untersturmführer im Pionierbataillon der 'Leibstandarte SS Adolf Hitler', beschreibt in diesem Buch seinen Kriegseinsatz zwischen 1941 und 1945. ... Weit spannt er den Bogen von den misslichen Zuständen in der Weimarer Republik und dem Aufstieg des Nationalsozialismus über die Entstehung der Waffen-SS und ihre weltanschaulichen Grundsätze als europäische Elitearmee bis hin zur politischen Betätigung und Kameradenhilfe in der Nachkriegszeit. Dabei stellt der Autor klar heraus, dass die Soldaten der Waffen-SS nicht nur im härtesten Fronteinsatz ihren Mann standen, sondern auch nach dem Zusammenbruch im Mai 1945 Deutschland die Treue hielten." (NPD Landesverband Mecklenburg-Vorpommern, Homepage am 14.9.2007)

1945 standen nicht nur ein paar Männer vor einem Pseudotribunal, sondern ein einzigartiger europäischer Lebensentwurf wurde vom Bolschewismus und von den liberalistischen USA unterjocht und abgeurteilt." (Redetext auf der NPD-Homepage, 25. Oktober 2006; zitiert nach Verfassungsschutzbericht BMI für 2006.)

"Dass wir sechs Jahre durchgehalten haben gegen die ganze Welt, ist eine enorme Leistung, die letztendlich ohne die charismatische Persönlichkeit Hitlers nicht möglich gewesen wäre." (Jürgen Rieger, der 2009 verstorbene NPD-Landesvorsitzende in Hamburg; NDR-info-Interview im Sommer 2005)


Veranstaltungsdokumentation (März 2016)

17. bpb:forum – Nach dem Auftakt: das NPD-Verbotsverfahren und die streitbare Demokratie

Wie gehen wir mit Individuen und Gruppierungen um, die demokratische Freiheiten in Anspruch nehmen, selbst aber ein sehr beschränktes Demokratieverständnis haben? Nach Eröffnung des Verbotsverfahrens gegen die NPD Anfang März diskutietren die Teilnehmer des Podiums über mögliche staatliche und zivilgesellschaftliche Antworten auf Radikalisierung, Rechtsextremismus und -populismus.

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Dossier Rechtsextremismus

Initiativenblog

Welche Konzepte gegen die extreme Rechte sowie gegen Rassismus, Antisemitismus und andere Formen gruppenbezogener Abwertungen gibt es? Hier stellen sich Initiativen mit ihren eigenen Ideen und Berichten aus der praktischen Arbeit vor: Ein Initiativenblog, der stetig wächst und die Vielfalt an konzeptionellen Ansätzen abbildet.

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Mediathek

Die Arier

In einer persönlichen Reise begibt sich die Afrodeutsche Mo Asumang auf die Suche nach den Ursprüngen des Arierbegriffs und dessen Missbrauch durch Rassisten in Deutschland und den USA.

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Mediathek

Kombat Sechzehn

Der 16-jährige Georg zieht von Frankfurt am Main nach Frankfurt an der Oder um, weil sein Vater dort einen neue Arbeit gefunden hat. Nur schwer findet er sich in der neuen Situation zurecht. In seiner Isolation und Orientierungslosigkeit gerät Georg zunehmend in den Sog einer rechtsextremen Clique...

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Rassismus, Antisemitismus, Homophobie… Aspekte der Gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit begegnen uns in vielen Bereichen der Gesellschaft. Die "Begegnen-Reihe" soll in unterschiedlichen Formaten auf Aussagen und Handlungen vorbereiten, in denen Menschen ausgegrenzt und diskriminiert werden.

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Sie benötigen ein Bild zur Illustration Ihres Presseartikels, wollen sich einen Überblick über das bpb-Angebot zum Thema verschaffen oder Pressemitteilungen nachlesen? Hier finden Sie Informationen zum breiten Engagement der bpb gegen Rechtsextremismus.

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Hier finden Sie Publikationen der bpb zum Thema Rechtsextremismus.

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Fortbildungskonzept

Qualifiziert handeln!

Bei der Auseinandersetzung mit Rechtsextremismus und abwertenden Haltungen gewinnt ein Thema mehr und mehr an Bedeutung: Qualifiziertes Handeln. Die Bundeszentrale für politische Bildung hat daher in Kooperation mit drei ausgewählten Partnern ein umfassendes Fortbildungskonzept entwickelt: Das DGB-Bildungswerk Bund, der Bundesarbeitskreis Arbeit und Leben und die Evangelischen Akademien in Deutschland führen Fortbildungen für Multiplikatorinnen und Multiplikatoren mit jeweils besonderen Schwerpunkten durch.

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Das von den Bundesministerien des Innern und der Justiz gegründete bundesweite Bündnis für Demokratie und Toleranz – gegen Extremismus und Gewalt (BfDT) in der Bundeszentrale für politische Bildung will das zivilgesellschaftliche Engagement für Demokratie und Toleranz in unserem Land sichtbar machen und möglichst viele Bürgerinnen und Bürger zum Einsatz für unsere Demokratie ermutigen. Seit seiner Gründung im Jahr 2000 haben sich eine Vielzahl von Organisationen dem Bündnis angeschlossen - von großen Verbänden bis hin zu kleinen Aktionsgruppen.

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Mit dem Programm "Zusammenhalt durch Teilhabe" fördert das Bundesministerium des Innern (BMI) Projekte für demokratische Teilhabe und gegen Extremismus in Ostdeutschland. Demokratie und gesellschaftlicher Zusammenhalt sollen dort gefördert werden, wo sie entstehen: an der Basis. Das BMI hat die bpb mit der Umsetzung des Bundesprogramms betraut.

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