Links und Literatur
25.5.2007
1. Monographien und Sammelbände
Braun, Stephan & Vogt, Ute (Hrsg.), Die Wochenzeitung "Junge Freiheit" - Herausforderung für den demokratischen Diskurs und die politische Bildung, VS Verlag, Wiesbaden 2007 (im Erscheinen)
Die Wochenzeitung "Junge Freiheit" gilt als die zentrale Publikation der Neuen Rechten in Deutschland, einer Strömung, die unter dem Deckmantel des Konservativismus ein Scharnier zwischen Rechtsextremismus und demokratischem Spektrum bildet. Jahrelang wurde sie in Verfassungsschutzberichten geführt. Die Herausgeber und Autoren beleuchten Inhalte, Personen und Kunden der "Jungen Freiheit", die weiterhin der Beobachtung durch den Verfassungsschutz unterliegt, und mahnen eine verstärkte Auseinandersetzung mit dieser Publikation und der Neuen Rechten auf politischer und wissenschaftlicher Ebene an.
Esser, Frank u.a. (Hrsg.), Fremdenfeindlichkeit als Medienthema und Medienwirkung. Deutschland im internationalen Scheinwerferlicht, VS Verlag, Wiesbaden 2002
Die Autoren gehen in theoretischer, methodischer und ländervergleichender Hinsicht völlig neue Wege, indem sie fünf verschiedene Effekttypen untersuchen: Suggestions- und Anstiftungseffekte der Berichterstattung auf fremdenfeindliche Gewalt, Resonanzeffekte von Schlüsselereignissen auf Gewalttäter und Berichterstatter, Klimaeffekte im Zusammen-
wirken von Medien, öffentlicher Meinung, politischem Diskurs und Gewalt, Nachrichtenauswahl- und Nationen-Imageeffekte in der internationalen Presse über deutsche Fremden-
feindlichkeit, Effekte individueller und gesellschaftlicher Umweltstrukturen auf fremdenfeindliche Einstellungen und rechte Mobilisierungen im internationalen Vergleich. Der Band zeigt die vielfältige Bedeutung der Massenmedien für das soziale Problem der Fremdenfeindlichkeit auf.
Fromm, Rainer & Kernbach, Barbara, Rechtsextremismus im Internet, Olzog Verlag, München 2001
Fromm und Kernbach erarbeiteten eine umfangreiche Auflistung der wichtigsten rechtsextremistischen Internet-
Seiten. Hier finden wir Informationen über Parteien, Gruppierungen, Einzelpersonen, aber auch über Musik, Subkultur oder Gewaltcomputerspiele. Nützlich ist auch eine abschließende Adressenliste von staatlichen und privaten Organisationen, die bei Fragen zu rechtsextremen Inhalten weiterhelfen können.
Georgi, Viola B. u.a. (Hrsg.): Strategien gegen Rechtsextremismus (Band 2). Handlungsempfehlungen für Politik und Praxis, Verlag Bertelsmann Stiftung, Gütersloh 2005
Im Projekt Strategien gegen Rechtsextremismus wurden die Potenziale von meinungs- und verhaltensprägenden Einrichtungen untersucht, tolerante Haltungen zu vermitteln und demokratiefördernd zu wirken. Im Vordergrund stand die Frage, wie Politik, Bildungseinrichtungen und Medien präventiv gegen Intoleranz und Fremdenfeindlichkeit vorgehen können. Die Autoren leiten aus den Gutachten konkrete und anwendungsbezogene Vorschläge für Toleranzförderung, Schulbildung und Medienarbeit ab.
Gessenharter, Wolfgang & Pfeiffer, Thomas (Hrsg.), Die neue Rechte - eine Gefahr für die Demokratie? VS Verlag, Wiesbaden 2004
Ist die intellektuelle Neue Rechte eine Gefahr für die Demokratie? Könnte es dieser Strömung gelingen, die politischen Koordinaten schleichend nach rechts außen zu verschieben und den Abschied von der "Offenen Gesellschaft" einzuläuten? Zählt sie zu den Ideologieschmieden des Rechtsextremismus, und welchen Einfluss auf Politik und Medien übt sie aus? Fragen wie diese diskutieren 17 Autoren aus den Perspektiven der Sozialwissenschaften, des Verfassungsschutzes und des Journalismus. Ihre Antworten fallen höchst unterschiedlich aus. In allgemeinverständlicher Sprache lässt der Band namhafte Experten zu Wort kommen, die sich u.a. mit der Publizistik der Neuen Rechten beschäftigen.
Glaser, Stephan & Pfeiffer, Thomas (Hrsg.) Erlebniswelt Rechtsextremismus. Menschenverachtung mit Unterhaltungswert, Wochenschau Verlag, Schwalbach 2007 (im Erscheinen)
Der Band und die begleitende CD-ROM gehen den Strategien nach, die hinter der Erlebniswelt des Rechtsextremismus (z.B. Lifestyles, Konzerte, Demonstrationen und Sonnenwendfeiern) stehen, und analysieren vor allem Musik und Websites der Szene. Zugleich werden Methoden und pädagogische Ansätze vorgestellt, mit denen in der Bildungsarbeit mit Jugendlichen der kritische Blick auf den Rechtsextremismus geschärft werden kann.
Kellershohn, Helmut u.a. (Hrsg.), Jugend im Visier. Geschichte, Umfeld und Ausstrahlung der "Unabhängigen Nachrichten", Unrast Verlag 2002
Die "Unabhängigen Nachrichten" gehören zum Umfeld der NPD. Sie entstanden vor über 30 Jahren aus einer Rechtsabspaltung der nationalneutralistischen "Deutschen Gemeinschaft". Agitation und Propaganda umfassen die gesamte programmatische Breite von Holocaust-Leugnung bis zu aggressivem Rassismus. Durch ihre Reihe "Auf dem Stundenplan" nehmen die "Unabhängigen Nachrichten" Jugendliche ins Visier und betreiben Fälschung der Geschichte, um Volk und Nation zu entlasten. Im Umfeld der "Unabhängigen Nachrichten" verknüpft Werner Symanek mit seinem Verlag VAWS Propaganda und Kommerz. Die Autoren der Studie zeigen, wer hinter den "Unabhängigen Nachrichten" und VAWS steckt, wie ihre Propaganda funktioniert und wie man sich dagegen wehren kann.
Nationales Forschungsprogramm 40+, Rechtsextremismus – Ursachen und Gegenmaßnahmen, Zürich 2006
Rechtsextreme Gruppen erhalten für selbstinszenierte Aktionen von den Medien starke Beachtung, denn der Tabubruch sorgt für Quotensteigerung. Die zeitweise intensive Thematisierung setzt zwar die Politik unter Druck, Maßnahmen zu ergreifen, aber die kurzfristige Aufmerksamkeit erschwert die kritische Überprüfung sowie differenzierte Diskussionen. Dies schwächt auf die Dauer die politische Kultur, so das Fazit der Studie.
Pfeiffer, Thomas, Für Volk und Vaterland. Das Mediennetz der Rechten – Presse, Musik, Internet, Aufbau Verlag, Berlin 2002
Der deutsche Rechtsextremismus ist zu einer neuen sozialen Bewegung geworden. Flexible Aktionsbündnisse, informell geplante Projekte und regionale Neonazi-Kameradschaften haben traditionellen Organisationsstrukturen von Parteien, Vereinen und Verbänden den Rang abgelaufen. Medien wie Internet und Handys gewährleisten die permanente Mobilisierung und Vernetzung. Spezielle Strategien, die von der diffizilen Rechtslage profitieren, erschweren Gegenmaßnahmen zum Schutz der demokratischen Kultur. Die Studien über Presse, Nationale Infotelefone, Homepages, den Mailbox-
Verbund "Thule-Netz" und Rockmusik basieren auch auf Interviews mit Rechtsextremen und Verfassungsschützern.
Pörsken, Bernhard, Die Konstruktion von Feindbildern. Zum Sprachgebrauch in neonazistischen Medien, VS Verlag, 2. Aufl., Wiesbaden 2005
Dieses Buch liefert einen Einblick in eine extremistische Subkultur, deren Schriften nur selten an die Öffentlichkeit gelangen: Es sind die Zeitungen und Zeitschriften, die Flugblätter und Pamphlete zahlreicher neonazistischer Gruppen, die hier detailliert untersucht werden. Der Autor beschreibt die publizistischen Methoden der Neonazis und analysiert ihre Medien; er skizziert den ideologischen Sprachgebrauch einzelner Gruppen und zeichnet - ausgehend von konstruktivistischen Prämissen - die Erschaffung und Entstehung ihrer Weltbilder nach. Ziel ist es dabei stets, die linguistische Analyse politischer Kommunikation mit den Schlüsselideen einer konstruktivistischen Erkenntnistheorie zu verbinden. Wie entsteht, so lautet die Kernfrage, eine ideologische Wirklichkeit? Wie wird aus dem anderen Menschen ein Gegner? Wie werden Feindbilder konstruiert?
Wiederer, Ralf, Die virtuelle Vernetzung des internationalen Rechtsextremismus, Centaurus Verlag 2006
Rechtsextreme Aktivisten finden im Internet weltweite Agitations- und Vernetzungsmöglichkeiten. Die vorliegende Arbeit untersucht diese virtuellen Vernetzungsmuster mit (teil-)automatisierten Erhebungsverfahren und netzwerkanalytischen Methoden. Dabei stehen weniger die Eigenschaften der verschiedenen Gruppierungen im Mittelpunkt des Interesses als vielmehr deren Beziehungsmuster. Um den Transformationsprozess des internationalen Rechtsextremismus nachvollziehen zu können, werden die strukturellen und semantischen Zusammenhänge rechtsextremer Websites analysiert und miteinander in Beziehung gesetzt.
weitere Inhalte:
- Ausgewählte Weblinks zu deutsch- und englischsprachigen Informationsquellen
- Die Macht der Konzerne:
- Kommentierte Linkliste
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- Links ins Internet
- Links zum Thema
- Literaturliste interkulturelle kulturelle Bildung
- Materialien
- Moderieren ist alles: Frauen im Politik-Talk
- Surftipps zur Finanzierung kultureller Bildung
- Weiterführende Links
Dossier
Nationalsozialismus und Zweiter Weltkrieg
Mit dem deutschen Überfall auf Polen begann am 1. September 1939 der Zweite Weltkrieg. Als er 1945 endete, lag Europa in Trümmern. Über 55 Millionen Menschen waren tot. Wie konnte es soweit kommen? Und wie sollte es weitergehen mit einem Land, das den größten Zivilisationsbruch der Geschichte begangen hatte? Weiter...
Podiumsdiskussion
Rechter Terror und der Inlandsgeheimdienst oder: Wer überwacht die Überwacher?
Rechter Terror - wieso konnte jahrelang, ohne dass der Inlandsgeheimdienst von den rassistischen Morden Kenntnis erlangte, die rechtsextreme Organisation "Zwickauer Zelle" in Deutschland Menschenleben zerstören? Wie konnten die Taten mit rassistischen Hintergrund unentdeckt bleiben? Weiter...

Bündnis für Demokratie und Toleranz
Das von den Bundesministerien des Innern und der Justiz gegründete bundesweite Bündnis für Demokratie und Toleranz – gegen Extremismus und Gewalt (BfDT) in der Bundeszentrale für politische Bildung will das zivilgesellschaftliche Engagement für Demokratie und Toleranz in unserem Land sichtbar machen und möglichst viele Bürgerinnen und Bürger zum Einsatz für unsere Demokratie ermutigen. Seit seiner Gründung im Jahr 2000 haben sich eine Vielzahl von Organisationen dem Bündnis angeschlossen - von großen Verbänden bis hin zu kleinen Aktionsgruppen. Weiter...
BundesprogrammZusammenhalt durch Teilhabe
Mit dem Programm "Zusammenhalt durch Teilhabe" fördert das Bundesministerium des Innern (BMI) Projekte für demokratische Teilhabe und gegen Extremismus in Ostdeutschland. Demokratie und gesellschaftlicher Zusammenhalt sollen dort gefördert werden, wo sie entstehen: an der Basis. Das BMI hat die bpb mit der Umsetzung des Bundesprogramms betraut. Weiter...


