Rechtsextreme Demonstranten bei einem Neonazi-Aufmarsch in Berlin am 1. Mai 2010.

13.1.2006 | Von:
Werner Bergmann

Rassistische Vorurteile

Rassistische Klischees bilden sich auch heute noch in Sprache, Literatur und Musik einer Gesellschaft ab. Welche geschichtlichen und kulturellen Wurzeln haben diese tradierten Vorurteile?

US-Polizisten beobachten Demonstranten vor dem Gebäude des Supreme Courts in Washington am 04. Dezember 2006. Während im Gerichtsgebäude Klagen von Eltern aus Louisville und Seattle, die vom Gesetzgeber fordern, bei der Schulwahl von Kindern deren Rasse zu berücksichtigen, diskutiert werden, wird vor dem Gebäude mit Schildern gegen Rassismus demonstriert. (© AP)

Einleitung

Umfragen in den späten 1990er Jahren zu Einstellungen gegenüber den Minderheiten in Deutschland lassen eine ethnische Hierarchisierung erkennen: Zuwanderern aus Italien oder Griechenland wurde größere Sympathie entgegengebracht als "deutschstämmigen" Aussiedlern; diese wiederum erzielten deutlich höhere Sympathiewerte als Zuwanderer aus Osteuropa (Russen), der Türkei, aus Asien (Vietnamesen) und Afrika. Solche Rangordnungen, die den sozialen Status von ethnischen Gruppen spiegeln, sind gesellschaftlich weit verbreitet und legen dem Einzelnen bestimmte Meinungen, Stereotype und Wertungen über diese Gruppen nahe, aus denen sich soziale Distanz und Diskriminierungsbereitschaft herleiten.

Wie kommt es zu dieser Abstufung? Welche Rolle spielen bei der Ablehnung sichtbare (Hautfarbe) und angenommene biologische Differenzen, kulturelle Unterschiede, die unterstellte Armut und Rückständigkeit, die Tatsache, als Flüchtling Asyl zu suchen? Um dies beantworten zu können, muss kurz auf die Geschichte der Rassentheorie und des Kolonialismus eingegangen werden.

Das christliche Geschichtsbild ging von Noah als dem gemeinsamen Stammvater aller Menschen aus, dessen Söhne Ham, Sem und Japhet die Väter der schwarzen, semitischen und weißen Völker waren. Allerdings wurde seit dem 17. Jahrhundert der Fluch Noahs über Ham, "der niedrigste Knecht soll er seinen Brüdern sein" (I. Buch Mose, 9,25), als göttliche Rechtfertigung des Sklavenhandels benutzt. In der frühen Kolonialgeschichte war aber nicht so sehr die andere Hautfarbe der Ureinwohner in Amerika, Afrika und Asien Anlass für diese "Bevormundung". Vielmehr war ihr "Heidentum" ausschlaggebend, sodass sie zu christianisieren waren.

Seit Ende des 17. Jahrhunderts wurde in der Wissenschaft Rasse als naturgeschichtlicher Begriff eingeführt, um Gruppen von Tieren und Menschen nach äußeren Merkmalen zu kategorisieren. Bereits die frühen Klassifikationsschemata enthielten Wertungen, indem sie Menschen in höhere und niedere Arten einstuften. Schon Gottfried Herder (1744-1803) sah darin die Gefahr einer Rechtfertigung von Unterdrückung und Versklavung vorgeblich tiefer stehender Rassen. Tatsächlich entwickelte sich in Europa ein Bild des Indianers und "Negers", das diese in der gutmütigen Variante als "Naturkinder" und "edle Wilde" zeichnete (zum Beispiel Winnetou in dem gleichnamigen Roman von Karl May, Freitag in "Robinson Crusoe" von Daniel Defoe), in der negativen Variante als blutrünstige, verschlagene oder dumme Wilde. In beiden Fällen musste "der Wilde" unter der Vormundschaft des "weißen Mannes" bleiben. Entsprechend wurde die einheimische Bevölkerung von den europäischen Kolonialherren - vor allem von den christlichen Missionaren - als Erziehungsobjekt behandelt. Falls sie sich dagegen auflehnte, schreckten die Kolonialmächte auch vor brutaler Gewalt bis hin zum Völkermord nicht zurück (so geschehen in Reaktion auf den "Hereroaufstand" 1904 im damaligen Deutsch-Südwestafrika).

Die politischen Konflikte zwischen den "weißen" Kolonialherren und den "farbigen" Untertanen wurden im kolonialen Gesellschaftsmodell biologisiert und als "Rassenkampf" gedeutet. Eine "Rassenmischung" wurde entsprechend als "Verrat an der weißen Rasse" abgelehnt. Spuren dieser Anschauungen finden wir noch heute - wie auch das Bild des guten oder bösen Sklaven, in dem sich mehr oder minder wohlwollende Geringschätzung (über die Rückständigkeit, die auf Faulheit und Dummheit oder ein "kindliches Gemüt" zurückgeführt wurde) mit der Furcht vorm "schwarzen Mann" (der als wild, triebhaft und brutal gilt) mischt. Die Wahrnehmung wird durch das grundlegende Muster von Zivilisation und Reife (Selbstbild) gegenüber Unzivilisiertheit, Unreife und Vitalität (Fremdbild) strukturiert, das auch der jeweiligen Hautfarbe die Bedeutung "besser/schlechter als" verleiht.

Obwohl inzwischen in der Genetik, der Biologie und den Gesellschaftswissenschaften Einigkeit darüber besteht, dass eine Einteilung von Menschen in "Rassen" nicht möglich ist, ist dieser Begriff im Alltagsdenken verbreitet und hat kürzlich mit der Formulierung, niemand dürfe "aus Gründen seiner Rasse" diskriminiert werden, noch Eingang in den Gesetzentwurf zur Umsetzung europäischer Antidiskriminierungsrichtlinien gefunden. Die Deutsche Sektion des Global Afrikan Congress hat zu Recht gefordert, stattdessen die Formulierung "aus rassistischen Gründen" bzw. "nach rassistischen Kriterien" zu wählen.

Sprache, Lied- und Schriftgut

Dieses rassistische Wahrnehmungsmuster ist tief in unsere Sprache eingebettet und wird über scheinbar harmlose Lieder und Geschichten früh an die nächste Generation weiter vermittelt. Schon in der Umgangssprache verbindet sich mit dem Wort "schwarz" häufig etwas Ungesetzliches, Schlechtes oder Trauriges: Schwarzmarkt, Schwarzer Peter, Schwarzarbeit, jemanden anschwärzen oder schwarze Trauerkleidung. Ein Blick in das "Lexikon der sprichwörtlichen Redensarten" von Lutz Röhrich zeigt, dass eine positive Bedeutung des Begriffs "schwarz" selten ist (zum Beispiel ins Schwarze treffen), sich aber eine Fülle von Redensarten mit negativer Bedeutung findet.

Eine Umwertung hat die amerikanische Black-Power-Bürgerrechtsbewegung Mitte der sechziger Jahre mit den Slogans "Black is beautiful" und "Black Supremacy" (Überlegenheit der Schwarzen) in Gang bringen wollen. Auch die Veränderung in der Bezeichnung der "Schwarzen" in den USA von "Farbige" (Coloured) über "Neger" (Negroes), "Schwarze" (Blacks) hin zu African-Americans versucht, über neue Begriffe alte Stereotype außer Kraft zu setzen.Ein herabsetzendes Bild des Schwarzen findet sich in Bezeichnungen wie "Negerkuss" oder "Mohrenkopf" für Kuchen und in seiner Funktion als Möbel (etwa ein Mohr als Träger von Obstschalen, als Tischbein), in dem sie als Sklaven oder Dienstboten erscheinen. Kindern werden mit dem Lied "Zehn kleinen Negerlein", die alle verschiedene Todesarten erleiden müssen, oder dem Spiel "Wer fürchtet sich vorm Schwarzen Mann" schon frühzeitig negative Klischees vermittelt. Auch die bekannte "Geschichte von den schwarzen Buben" aus Heinrich Hoffmanns "Struwwelpeter" von 1845 erscheint nur bei oberflächlicher Betrachtung als antirassistisch. Zwar werden die drei bösen weißen Buben vom Nikolaus wegen ihrer Verspottung des "kohlrabenschwarzen Mohren" bestraft und selbst "schwarz gemacht", doch sieht dieser das Schwarzsein seinerseits als Makel an: "Ihr Kinder, hört mir zu, und lasst den Mohren hübsch in Ruh! Was kann denn dieser Mohr dafür, dass er so weiß nicht ist wie ihr?" Wegen seiner Hautfarbe verdient "der Mohr" demnach nicht Spott, sondern Mitleid.

Das Bild des Schwarzen als "willigem Sklaven" oder als Negativbild des teils kindlichen, teils blutrünstig-wilden "Negers" findet sich auch in Jugend- und Fahrtenliedern, die in so bekannten Liedersammlungen wie "Die Mundorgel" und "Der Turm" abgedruckt sind.

Glücklicherweise nimmt die Prägung von Kindern und Jugendlichen durch diese lange Zeit weiter vermittelten Geschichten und Lieder heute ebenso ab, wie die im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts begründete Tradition der "Neger"- und Kannibalenwitze aus den Zeitungen heute weitgehend verschwunden ist.

Quellentext

Rassismus oder viel Lärm um nichts?

Der Augsburger Zoo präsentierte im Juni 2005 ein Event unter dem Titel "African Village". An rund 40 Ständen präsentierten sich überwiegend afrikanische Künstler, Gastronomen, Händler und Initiativen (ein Dorf war nicht aufgebaut). Die Aktion provozierte Kritik: Die "Initiative Schwarzer Menschen in Deutschland" (ISD) forderte ihre Absage, weil schwarze Menschen in stereotyper Weise im Zoo ausgestellt würden. Dies erinnere an die Tradition kolonialer Völkerschauen. Andere Initiativen schlossen sich der Kritik an (s.u.). Der Zoo und die Stadt Augsburg verteidigten die Idee und wiesen die Vorwürfe zurück. Die Auseinandersetzung stieß auf ein kontroverses Medienecho im In- und Ausland.

Angriff auf die Menschenwürde
Wir unterstützen den Protest der schwarzen deutschen Community [gemeint ist die ISD] gegen das Vorhaben des Augsburger Zoos, vom 9. bis 12. Juni 2005 zwischen den Tiergehegen ein "African Village" aufzustellen. Dieses Vorhaben steht in konzeptioneller wie in praktischer Hinsicht in direkter Tradition der so genannten Völkerschauen zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Wir fordern die Absage der Veranstaltung. Im Rahmen von Völkerschauen wurde die so genannte "afrikanische Kultur" als Exkurs in exotische Gefilde präsentiert. Es ging zu keiner Zeit darum, sich mit der tatsächlichen Lebenssituation der Menschen auf dem afrikanischen Kontinent oder hierzulande auseinanderzusetzen. Der deutschen Bevölkerung wurde vielmehr das "wilde exotische Tier" vorgeführt. [...]
Unser Protest richtet sich gegen den Ort, die Form und den Inhalt der Präsentation. Die geplante Veranstaltung mag "gut gemeint" sein, aber ein Tierpark kann niemals ein "adäquater" Ort für die Präsentation der Lebenssituation von Menschen anderer Kontinente sein. Ein solches Ansinnen ist im besten Fall unsensibel und ignorant. Wir empfinden das Vorhaben als zynisch, rassistisch und als Angriff auf die Menschenwürde. [...] Es ist skandalös, dass für die finanzielle Sanierung des Zoos und die Förderung der Tourismusbranche rassistische Stereotype bedient werden und auf koloniale Verhaltensweisen zurückgegriffen wird.

Auszug aus einer Pressemitteilung der Mobilen Beratung gegen Rechtsextremismus in Berlin vom 6. Juni 2005.

Solidarische Hilfe
Ich glaube auch, dass die in Augsburg wohnenden Afrikaner die Kritik an "African Village" nicht verstehen werden. Allein schon deshalb, weil es ausdrücklich nicht darum geht, Menschen schwarzer Hautfarbe "zur Schau zu stellen", sondern afrikanische Kultur, deren Vertreter auch in Augsburg präsent sind, einem breiten Publikum nahe zu bringen. Gerade für afrikanische Vereine und einzelne afrikanische Kulturschaffende ist es bekanntlich schwer, sich in der Öffentlichkeit "hör- und sehbar" zu machen. Deshalb halte ich die Wahl des Augsburger Zoos als Veranstaltungsort für durchaus adäquat. Schließlich ist dieser der größte Besuchermagnet der Region.
Ausdrücklich weise ich den Vorwurf zurück, die vorgesehene Veranstaltung erinnere an die früheren so genannten Völkerschauen, die zur Bildung rassistischer Grundhaltungen in Deutschland beigetragen haben. Solche Vorhaltungen sind haltlos, nicht zutreffend und verkennen vollkommen historische Zusammenhänge. Ich halte deshalb Veranstaltungen dieser Art - wie bislang in vielen Städten auch so realisiert - für ein Stück solidarische Hilfe für einen Erdteil, dem viel zu wenig humanitäre Aufmerksamkeit geschenkt wird!

Auszug aus der Presseerklärung des Augsburger Oberbürgermeisters Dr. Paul Wengert vom 1. Juni 2005.

Rockmusik

In der gegenwärtigen "RechtsRock"-Szene, zu der etwa 80 bis 100 aktive rechtsextremistische Bands gehören, kommt der Rassismus direkt und brutal zum Ausdruck, zum Beispiel in dem Lied "Hurra, Hurra, ein Nigger brennt" von der Band "Die Härte". In dem 1996 verbotenen "Afrika-Lied" der 2003 als "kriminelle Vereinigung" verurteilten Gruppe "Landser" werden Schwarzafrikaner mit Affen gleichgesetzt und per Schiffsuntergang in den Tod geschickt. Rechtsextreme Skinhead-Gruppen wie "Rassenhass", "Race War" oder "White Aryan Rebels" signalisieren ihren militanten "White Power"- Rassismus schon durch ihre Namen. Sie aktualisieren mit Liedern wie "Volk steh´ auf" die kolonialen, im Nationalsozialismus radikalisierten Vorstellungen eines Rassenkrieges, indem sie zu Hass und Gewalt gegen Schwarze, Ausländer und Juden aufrufen (Bundesamt für Verfassungsschutz, Rechtsextremistische Skinheads: Musik und Konzerte 2004).

Afrika in den deutschen Medien und Schulbüchern

Über Länder der "Dritten Welt" wird in den deutschen Medien vergleichsweise selten berichtet - und zwar so selten, dass der gesamte afrikanische Kontinent in manchen Monaten in den Nachrichtensendungen des Fernsehens überhaupt nicht vorkommt und auch nur selten in den Tageszeitungen thematisiert wird. Dies räumten Medienvertreter in der SWR2-Sendung "Zwischen Hölle und Paradies. Das Afrikabild in den deutschen Medien" im Januar 2002 selbstkritisch ein. In 80 Prozent aller Beiträge wird Afrika als "Hölle" beschrieben - in Negativberichten über Natur- und Hungerkatastrophen, Kriege und Staatsstreiche.

Oft wird Afrika nur im Zusammenhang mit Themen genannt, die deutsche oder europäische Interessen berühren. Alternativ wird der Kontinent in den Medien als "Paradies" gepriesen - als der unberührte, aber bedrohte wilde Kontinent mit seinen unverdorbenen, schönen schwarzen Menschen, die singen und tanzen. So folgen manche Berichte noch immer kolonialen und rassistischen Wahrnehmungsmustern, etwa wenn politische Konflikte als unpolitische "Stammeskriege" interpretiert und ihre Primitivität und Brutalität betont wird. Humanitäre Aktionen wie Spendenaufrufe im Fernsehen bei Natur- und Hungerkatastrophen, Epidemien oder Flüchtlingselend haben den Nebeneffekt, das alte Afrikabild eines primitiven, geschichtslosen und chaotischen Erdteils zu zementieren, der letztlich aus eigenem Verschulden nicht aus seiner Unterentwicklung herauskommt. Es fehlen "positive" Bilder des Alltagslebens und Berichte aus afrikanischer Sicht.

Selbst in der Sportberichterstattung, in der farbige Sportler individueller und positiver dargestellt werden und die Hautfarbe eine neutrale Kennzeichnung ist, schimmern gelegentlich noch Bildwelten aus der Kolonialzeit durch, wenn diese als stets lächelnd und gutgelaunt (Stereotyp der Kindlichkeit und Unreife), bescheiden und abergläubisch porträtiert werden. Das Bild "praller Vitalität" wird mit der Abwesenheit von "Geist" kombiniert. Stets scheint die Angabe der Hautfarbe, oft mit einem Tiervergleich verbunden, eine wichtige Information zu vermitteln, etwa wenn von einer "schwarzen Gazelle" die Rede ist oder in der Fernsehberichterstattung über die Leichtathlethik-WM 2005 in Helsinki Läufer aus Äthiopien als "Panther" bezeichnet wurden.

Sport und Popmusik (Jazz, Soul, Reggae, Rap) sind heute zwar einerseits Felder, wo Schwarze große Erfolge und soziales Prestige gewinnen, doch bedienen beide Gebiete mit ihrer Betonung von körperlicher Vitalität und Musikalität immer noch das Stereotyp der unverbrauchten, gefühlsintensiven Lebenskraft, das schon für die künstlerischen Strömungen des ausgehenden 19. und frühen 20. Jahrhunderts als Kontrastbild für die blutlose Moderne eine große Rolle gespielt hat.

Analysen deutscher und europäischer Schulbücher kritisieren, dass dort zum Teil ein veraltetes, von Exotismen geprägtes Bild Afrikas vermittelt werde, das mit den zahlreichen Facetten des Kontinents wenig zu tun habe. Zudem würden weiterhin problematische Begriffe verwendet (Eingeborene, Stamm, Häuptling, Naturvölker, Mulatte). Laut der Schulbuchuntersuchung Anke Poenickes von 2001 behandelten die Schulbücher (Erstauflagen 1998 bis Anfang 2001) Afrika zumeist nur im Rahmen "europäischer Themen" (zum Beispiel der europäischen Expansion). Dabei werde Europas Rolle in Afrika zu wenig problematisiert, es stilisiere sich primär als Helfer. Über Afrika werde in einem väterlich-bevormundenden Ton gesprochen, afrikanische Perspektiven fehlten. Schulbücher für Biologie benutzten nach wie vor das "Rassenkonzept", wobei die "Negriden" häufig durch Fotos, etwa von Massai mit Ohren- und Nasenringen, dargestellt würden.

Diese Sichtweisen bestimmen das Afrikabild von Schülerinnen und Schülern: Neuere Befragungen haben gezeigt, dass Afrika für sie fremd und vor allem durch Mängel ("alle sind arm", hartes Los der Frauen) und Gewalt ("Stammeskriege") gekennzeichnet ist. Auch positive Stereotype wie die des "edlen Wilden" belegen das Fortleben überholter Vorstellungen.

Das Afrikabild der Medien, Schulbücher, Werbung, Literatur und Politikdiskurse reflektiert das globale Machtungleichgewicht zwischen der "Dritten" und der westlichen Welt. Es bestärkt die Vorurteile, mit denen Farbige als Flüchtlinge, Studierende, Touristen in Deutschland oder als deutsche Staatsangehörige (es gibt schätzungsweise drei- bis fünfhunderttausend schwarze Deutsche) konfrontiert werden.