Menschen drängen sich zur Weihnachtszeit in der Fußgängerzone von Essen.

Bevölkerung - Die Angst vor der demografischen Zukunft

Inhaltliche Daten
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Seniorinnen sitzen am Mittwoch (02.09.2009) in Leichlingen auf einer Bank, neben sich ihre Rollatoren. Foto: Oliver Berg dpa +++(c) dpa - Report+++
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Schlagworte
.Senioren , .Rentner , .Gesellschaft (© picture-alliance/dpa)
Schon seit den 1980er-Jahren haben Bevölkerungs- und Sozialwissenschaftler immer wieder darauf hingewiesen, dass die künftige demografische Entwicklung Probleme mit sich bringen wird. Die Politik hat sich mit diesen Befunden auch durchaus befasst. Sie hat diverse Kommissionen zusammen gestellt und um Rat gebeten. Diesen Ratschlägen folgend wurden beispielsweise die Rentenregelungen verändert. Die Öffentlichkeit hat das Thema des demografischen Wandels zunächst kaum beachtet.

Spät, aber heftig hat sich dann auch der öffentliche Diskurs der demografischen Veränderungen angenommen. Seit der Jahrtausendwende hat kaum ein Thema die Medien und ihr Publikum so beschäftigt wie der demografische Wandel. Bücher, Fernseh- und Zeitschriftenbeiträge darüber häuften sich. Der demografische Wandel geriet zum Dauergesprächsgegenstand in Talkshows und Diskussionsveranstaltungen.

Kaum ein Thema hat bei den Bürgern aber auch so viele Ängste hervorgerufen. Der Geburtenrückgang und die Alterung der Gesellschaft werden ganz überwiegend negativ gesehen. Die eigene Zukunft und die der Kinder erscheinen gefährdet. Angesichts dessen soll im folgenden Beitrag ein von Ängsten möglichst freier, sachlicher Blick auf den demografischen Wandel und seine Folgen ermöglicht werden. Diese Perspektive wird zeigen, dass Bevölkerungsrückgang und Alterung neben Belastungen und Risiken, die viele fürchten, auch manche Chancen mit sich bringen werden.

Grundbegriffe



Größe und Zusammensetzung einer Bevölkerung verändern sich ausschließlich durch drei Prozesse: durch Geburten, Sterbefälle und Außenwanderungen (das heißt durch Umzüge über die Gebietsgrenzen hinweg).

Jede Geburt, jeder Sterbefall und jede Aus- bzw. Einwanderung stellt einen einschneidenden biografischen Vorgang im menschlichen Leben dar. Aber erst dann, wenn wir Geburten, Sterbefälle und Außenwanderungen insgesamt als Bevölkerungsprozesse betrachten, wird deutlich, dass sie Bevölkerungsstrukturen erzeugen oder verändern. Diese haben erhebliche Auswirkungen: So prägt die strukturelle Zusammensetzung einer Bevölkerung nach Ethnien und Altersgruppen wirtschaftliche Vorgänge, Politikfelder und das Alltagshandeln der Menschen – und damit auch wieder Geburten, Sterbefälle und Außenwanderungen.

Bleiben in einem Gebiet die Verhältnisse der Geburten, Sterbefälle und Außenwanderungen zueinander relativ konstant, so spricht man von einer Bevölkerungsweise.

Bevölkerung - Die Angst vor der demografischen Zukunft

Das Modell der demografischen Übergänge

Im Zuge des Übergangs von der Agrar- zur Industriegesellschaft hat sich auch die Demografie verändert. Der demografische Wandel lässt sich allerdings nicht nur mit Modernisierung und Wohlstand begründen. Geringere Geburtenraten, hohe Lebenserwartungen sowie grenzüberschreitende Wanderungen sind auch von anderen Faktoren abhängig. Weiter...

Materialien zum Kapitel "Bevölkerung"

Bevölkerung - Die Angst vor der demografischen Zukunft

Historischer Rückblick

Während die Lebenserwartung in vorindustriellen Gesellschaften kurz war, ist sie seitdem stetig angestiegen. Kinder wurden damals primär als Alterssicherung und Arbeitskräfte angesehen. Heute haben sich die Lebensbedingungen vollkommen geändert. Der Lebensstandard von Familien sinkt mit der Geburt jedes Kindes und damit auch die Bereitschaft, mehrere Kinder aufzuziehen. Weiter...

Bevölkerung - Die Angst vor der demografischen Zukunft

Aktuelle Situation und demografische Herausforderungen

Seit mehr als 30 Jahren ist die Geburtenrate in Deutschland konstant niedrig. Gleichzeitig steigt die Lebenserwartung weiterhin an. Nach dem Statistischen Bundesamt ist auch ein rückläufiges Wanderdungssaldo zu verzeichnen. Sowohl die Auswanderung der Ausländer als auch der Deutschen überwiegen. Weiter...

Bevölkerung - Die Angst vor der demografischen Zukunft

Beurteilungen des demografischen Wandels

Die demografische Entwicklung und ihre voraussichtlichen Folgen lösen unterschiedliche Reaktionen aus. Es herrscht Uneinigkeit darüber, inwieweit Probleme zu erwarten sind und wie mit diesen umgegangen werden soll. Somit differieren die Maßnahmenempfehlungen. Derzeit gibt es in Öffentlichkeit, Politik und Wissenschaft vier Gruppierungen: Pessimisten, Kritiker, Optimisten und Aktivierer. Weiter...

Bevölkerung - Die Angst vor der demografischen Zukunft

Fazit

Die Auswirkungen des demografischen Wandels sind in allen Bereichen der Wirtschaft, Gesellschaft und Politik spürbar. Wie alle Krisen, hat die demografische Veränderungen auch ihre Chancen. Die Bewertungen in öffentlichen Debatten gehen deutlich auseinander. Auffällig ist jedoch die Einigkeit im Hinblick auf viele erforderlichen Maßnahmen. Weiter...

Bevölkerung - Die Angst vor der demografischen Zukunft

Weiterführende Literatur

Hier finden Sie Literaturhinweise zum Kapitel "Bevölkerung - Die Angst vor der demografischen Zukunft" Weiter...

 
Demografischer WandelDossier

Demografischer Wandel

Zu- und Auswanderung, Geburtenrate, Sterblichkeit - die sind die drei zentralen Faktoren für die demografische Entwicklung. Der demografische Wandel wird unsere Gesellschaft spürbar verändern - ob auf Kommunal-, Landes- oder Bundesebene, im Bereich der Sozialversicherungen, der Arbeitswelt, der Infrastruktur oder der Familienpolitik. Das Dossier beleuchtet die wichtigsten Bereiche und skizziert den Stand der Debatte. Weiter... 

Entwicklung der Altersstruktur, 2008 bis 2060.Die soziale Situation in Deutschland

Bevölkerung

Die Bevölkerungsentwicklung und -struktur wird von sehr unterschiedlichen Einflüssen geprägt. Die durchschnittliche Zahl der Kinder und die steigende Lebenserwartung sind ebenso bestimmende Faktoren wie die Wanderungsbewegungen über die Grenzen Deutschlands. Weiter... 

Außereheliche Lebendgeburten, 2009Europa

Bevölkerung

500 Millionen Menschen leben in der Europäischen Union (EU), mehr als 800 Millionen in Europa. In keine Region der Welt sind im letzten Jahrzehnt mehr Menschen eingewandert. Trotz der Zuwanderung ist Europa die einzige Region der Welt, für die bis 2050 ein Bevölkerungsrückgang prognostiziert wird. Weiter... 

BevölkerungsentwicklungSoziale Probleme

Bevölkerungs- entwicklung

Den größten Teil der Menschheitsgeschichte hat sich die Bevölkerungszahl nur langsam verändert – noch vor 500 Jahren lebten lediglich 500 Millionen Menschen auf der Welt. Erst seit Mitte des 17. Jahrhunderts hat ein massives Bevölkerungswachstum eingesetzt. Heute leben weit mehr als sieben Milliarden Menschen auf der Welt. Weiter...