Menschen drängen sich zur Weihnachtszeit in der Fußgängerzone von Essen.

31.5.2012 | Von:
Stefan Hradil

Fazit

Die Auswirkungen des demografischen Wandels sind in allen Bereichen der Wirtschaft, Gesellschaft und Politik spürbar. Wie alle Krisen, hat die demografische Veränderungen auch ihre Chancen. Die Bewertungen in öffentlichen Debatten gehen deutlich auseinander. Auffällig ist jedoch die Einigkeit im Hinblick auf viele erforderlichen Maßnahmen.

Überblickt man die bisherigen und kommenden Prozesse des demografischen Wandels, so wird sichtbar, wie folgenreich sie sind. Es dürfte kaum einen Bereich von Wirtschaft, Gesellschaft und Politik geben, der hiervon nicht beeinflusst ist bzw. sein wird. Die große Aufmerksamkeit der Bevölkerung für demografische Veränderungen wird hieraus verständlich.

Gleichwohl gehen die Bewertungen des demografischen Wandels in der Bevölkerung, in der Politik und in der Wissenschaft weit auseinander. Neben Sichtweisen, die bestenfalls erwarten, dass die Gesellschaft nach erheblichen Mühen und Opfern "mit einem blauen Auge" davon kommen könne, finden sich Beurteilungen, die weit weniger Anstrengungen und Risiken veranschlagen. Schließlich wird darauf aufmerksam gemacht, dass – wie alle Krisen – auch die demografischen Veränderungen ihre Chancen haben.

Auffällig ist jedoch, dass ungeachtet der deutlich auseinandergehenden Bewertungen in öffentlichen Debatten doch erhebliche Einigkeit im Hinblick auf viele erforderliche Maßnahmen besteht. Dass beispielsweise die Bedingungen geschaffen werden müssen, um älteren Arbeitnehmern und Frauen in Zukunft bessere Erwerbschancen als bisher zu vermitteln, dass es erheblicher Ausweitungen und Verbesserungen im Bildungswesen bedarf, ist weitgehend unstrittig. Es scheint, dass sich nicht wenige Sachzwänge auch trotz öffentlichen Streits durchsetzen.