Menschen drängen sich zur Weihnachtszeit in der Fußgängerzone von Essen.

Ausländerbeschäftigung in der DDR


31.5.2012
Trotz einer sehr hohen Frauenerwerbstätigkeit in der DDR herrschte ein starker Arbeitskräftemangel. Daher wurden Regierungsabkommen mit anderen sozialistischen Staaten zur Anwerbung von Arbeitskräften abgeschlossen. Die ausländischen Arbeitskräfte wurden nach der Wende entlassen. Erst 1993 erhielten sie aus humanitären Gründen eine Aufenthaltserlaubnis.

Auch nachdem die Abwanderungsmöglichkeiten durch den Bau der Mauer in Richtung Westen nicht mehr gegeben waren, herrschte in der DDR trotz einer sehr hohen Frauenerwerbstätigkeit ein starker Arbeitskräftemangel. Deshalb schloss die DDR Regierungsabkommen mit anderen sozialistischen Staaten zur Anwerbung von Arbeitskräften ab: Kuba (1978), Mosambik (1979) und Vietnam (1980). In der zweiten Hälfte der 1980er-Jahre waren 11.000 Kubaner, 12.000 Mosambikaner und 34.000 Vietnamesen in der DDR beschäftigt. Im Jahr 1989 waren insgesamt 190.000 ausländische Arbeitskräfte in DDR-Betrieben tätig, der Frauenanteil lag bei 15 %.

Die ausländischen Arbeitskräfte wurden in der Produktion eingesetzt, insbesondere in der Automobilindustrie. Sie verrichteten überwiegend einfache Tätigkeiten, die nur geringe Qualifikationen erforderten. Der Arbeitsplatz wurde zugewiesen und konnte nicht gewechselt werden. Ein Bleiberecht war nicht vorgesehen. Ausländerinnen, die in der DDR schwanger wurden, mussten entweder eine Abtreibung vornehmen oder in ihr Herkunftsland zurückkehren. Die ausländischen Arbeitskräfte waren ausschließlich in Gemeinschaftsunterkünften untergebracht mit bis zu fünf Personen pro Zimmer. Wer sie besuchen wollte, unterlag einer Anmelde- und Auskunftspflicht (Die Ausländerbeauftrage des Senats von Berlin 1991). Eine Integration der ausländischen Arbeitskräfte fand nicht statt und war auch nicht geplant. Nach der Wende wurden die ausländischen Arbeitskräfte meist entlassen. Ihr Aufenthaltsstatus blieb zunächst unklar. Erst 1993 erhielten sie aus humanitären Gründen eine Aufenthaltserlaubnis.