Menschen drängen sich zur Weihnachtszeit in der Fußgängerzone von Essen.

31.5.2012 | Von:
Jürgen Wilke

Verbreitung und Nutzung der Medien

Die Mediennutzung hat in Deutschland stark zugenommen und sich diversifiziert. Während Radio und TV-Geräte seit längerem in fast jedem Haushalt vorzufinden sind, hat die Ausstattung der Kommunikationsgeräte stark zugenommen. Besonders in Haushalten mit Jugendlichen gab es Entwicklungssprünge im Gerätebesitz.

Die Bedeutung der Medien ergibt sich aus ihrer Verfügbarkeit und ihrer Nutzung. Radio- und Fernsehgeräte sind schon seit längerem in fast jedem Haushalt in Deutschland vorhanden, oft sogar mehrere davon, so dass Familienmitglieder auch unabhängig voneinander dazu Zugang haben. Erheblich gewandelt hat sich im letzten Jahrzehnt die Ausstattung mit anderen der Kommunikation dienlichen Geräten. Stark zugenommen hat die Zahl der Personal Computer (2009: 61 %) und der Laptops/Notebooks (39,3 %). Modems und Internet-Anschlüsse erreichten eine Verbreitung von 72 %. Zwei von fünf Bundesbürgern besitzen im Durchschnitt einen MP3-Player. Vor allem in Haushalten mit Jugendlichen hat es Entwicklungssprünge im Gerätebesitz gegeben (Klingler 2008). Über ein Handy verfügten 2008 95 % der 12- bis 19jährigen (1998: 8 %), über einen MP3-Player/iPod 86 % (1998: noch nicht erhoben), über einen CD-Player 76 % (1998: 31 %) und über einen Computer/Laptop 71 Prozent (1998: 35 %).

Die Veränderungen der Mediennutzung

Die Mediennutzung durch die Bevölkerung hat in Deutschland erheblich zugenommen und sie hat sich diversifiziert. Für den Konsum von Fernsehen, Hörfunk und Presse wurden 1988/89 im Durchschnitt täglich noch 330 Minuten aufgewandt, 2000 waren es 425 und 2009 480 Minuten, d. h. acht Stunden (das ist mehr als im Durchschnitt mit Schlafen verbracht wird) (Media Perspektiven: Basisdaten 2009). Diese Erhöhung ist im Wesentlichen auf die Erweiterung es Medienangebots durch private Programmanbieter seit den 1980er-Jahren zurückzuführen. Hinzu kommt heute die Nutzung des Internet und anderer Kommunikationsangebote. Im Internet surften die Bundesbürger 2009 täglich im Gesamtdurchschnitt 70 Minuten, im Jahr 2000 waren es erst 17 Minuten gewesen. Die durchschnittliche Verweildauer bei den tatsächlichen Internet-Nutzern betrug 2009 bereits 136 Minuten pro Tag. Eine weitere Steigerung ist zu erwarten.

Spezifische Züge weist wiederum die Mediennutzung von Kindern und Jugendlichen auf. Während sich das Fernsehen bei den 12- bis 19jährigen bisher noch behaupten konnte, haben die Printmedien deutlich an Nutzung verloren. Die tägliche Reichweite der Tageszeitungen ist bei den 14- bis 29jährigen von 72,3 % (1980) auf 41,1 % (2008) zurück gegangen. Aber auch die Zeitschriftenlektüre wird sporadischer. Es werden z. B. nicht mehr fortlaufend alle Ausgaben des "Spiegel" oder von "Bravo" gelesen. Allerdings werden gleichartige Angebote heute über das Internet rezipiert. Während auch die Radionutzung sinkt, steigt die Beliebtheit von Tonträgern (MP3-Player) und Videospeichermedien (DVD-Player) an.