Menschen drängen sich zur Weihnachtszeit in der Fußgängerzone von Essen.

31.5.2012 | Von:
Jürgen Wilke

Ausblick: Das Mediensystem im Umbruch

Das deutsche Mediensystem befindet sich in einem tiefgreifenden Umbruch. Das Zeitalter der Printmedien scheint zunehmend durch neue Medien abgelöst zu werden. Von einer Ersetzung der "alten" Medien durch das Internet kann dennoch bisher nicht gesprochen werden.

Das Mediensystem in Deutschland befindet sich – wie in vielen anderen Ländern gegenwärtig auch – in einem tiefgreifenden Umbruch. Manche sagen, es sei der größte, seitdem Johannes Gutenberg Mitte des 15. Jahrhunderts die Drucktechnik erfand und die Entstehung von Massenmedien in der Neuzeit überhaupt einleitete. Tatsächlich scheint das von den Printmedien beherrschte Zeitalter, die "Gutenberg-Galaxis", wie Marshall McLuhan in Bezug auf den Buchdruck sagte, zunehmend durch neue Medien abgelöst zu werden.

Von einer Substitution der "alten" Medien durch das Internet kann aber bisher noch nicht die Rede sein. So spielt dieses für die aktuelle Information der Gesamtbevölkerung immer noch eine untergeordnete Rolle. Nur bei den Menschen zwischen 20 und 29 Jahren ist es schon das Informationsmedium Nummer 1. Zugleich ändern sich die Kommunikationsweisen in der Gesellschaft tiefgreifend. Während für ältere Menschen immer noch das persönliche Gespräch die angenehmste Form der Kommunikation ist, bevorzugen die jüngeren das ausgiebige Telefonieren, das Email-Schreiben, das Chatten im Internet, das Twittern und das Verschicken von SMS (Allensbacher Berichte Nr.3/2009). Die Möglichkeiten der neuen Technologien lassen aus passiven Rezipienten und Konsumenten aktive Produzenten und Akteure werden. Dies verändert die soziale Welt grundlegend.