Parteitypen
28.8.2009
In der Wissenschaft und den Medien fallen regelmäßig Begriffe wie "Volkspartei", "extreme Partei" oder "liberale Partei". Solche Bestimmungen heben einzelne Eigenschaften hervor oder bilden vereinfachende Typen, um die Vielfalt der Parteien übersichtlich zu ordnen.
Eine erste Unterscheidung ergibt sich daraus, wie eine Partei zum politischen System steht, zur demokratischen Ordnung der Bundesrepublik Deutschland. Parteien, die dieses System unterstützen und bejahen, heißen systemkonform. Steht eine Partei dem System feindlich gegenüber, wird in Deutschland häufig von einer extremen Partei gesprochen.
Diese Unterscheidung reicht zur Einschätzung der von einer Partei vertretenen Inhalte aber meist nicht aus. Durch internationalen Vergleich lassen sich so genannte Parteienfamilien identifizieren, deren Mitglieder sich durch ähnliche Programme und Politiken auszeichnen.
Programm und Ideologie
Die Politikwissenschaftler Uwe Backes und Eckhard Jesse haben 1998 als wichtigste Parteienfamilien liberale, konservative, christliche, sozialdemokratische bzw. sozialistische, kommunistische und rechtsextremistische Parteien unterschieden:
Im Zentrum der Programmatik liberaler Parteien stehen individuelle Freiheits- und Bürgerrechte und damit auch der Rechtsstaat.
Konservative Parteien richten ihre Anstrengungen darauf, gewachsene, bewährte politische und gesellschaftliche Verhältnisse zu bewahren bzw. wiederherzustellen. Tradition und Sicherheit spielen eine wichtige Rolle.
Christliche Parteien beziehen sich in ihren politischen Einstellungen auf das Christentum. Dies kann allerdings zu unterschiedlichen programmatischen Positionen führen, sodass christliche Parteien sowohl eine eher soziale als auch eine eher konservative Politik verfolgen können.
Sozialistische oder sozialdemokratische Parteien entstammen der Arbeiterbewegung. Entsprechend sind ihre Ideale soziale Gleichheit und Gerechtigkeit. Innerhalb der sozialdemokratischen und sozialistischen Bewegungen existieren zahlreiche Differenzierungen.
Kommunistische Parteien sehen sich als Speerspitzen auf dem Weg in eine Gesellschaft, die durch die so genannte "Diktatur des Proletariats" gekennzeichnet ist, also durch die Herrschaft der Arbeiterklasse.
Rechtsextremistische Parteien stehen für nationalistische und antidemokratische Tendenzen. Zum Teil vertreten sie rassistische und antisemitische Positionen.
weitere Inhalte:
- Annäherung an einen komplexen Begriff
- Das Politiklexikon
- Demokratietheorien
- Die CDU nach der Bundestagswahl 2009
- Die CSU nach der Bundestagswahl 2009
- Die Grünen nach der Bundestagswahl 2009
- DIE LINKE nach der Bundestagswahl 2009
- DIE PARTEI
- Die SPD nach der Bundestagswahl 2009
- Kleines Lexikon der Politik
- PIRATEN
- Preisverleihung im Wettbewerb „Aktiv für Demokratie und Toleranz“ 2011 in München
Publikation zum Thema
Parteiensystem der Bundesrepublik Deutschland
Die Parteien haben eine wichtige Rolle im politischen System der Bundesrepublik. Sie vertreten die Interessen ihrer Mitglieder und Wähler und versuchen, sie durch Teilhabe an der Macht politisch durchzusetzen. Weiter...
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Das politische System Deutschlands
Das sich an ein breiteres Publikum wendende Grundlagenwerk informiert über die politischen Institutionen und analysiert wichtige politische Akteure und Einrichtungen. Es beleuchtet darüber hinaus das internationale Umfeld, das die deutsche Politik von Anfang an geprägt hat. Weiter...
Publikation zum Thema
Extremistische Parteien
Wann ist eine Partei extremistisch? Weder in der öffentlichen Diskussion noch in der Wissenschaft herrscht Einigkeit über den Begriff. Die neue APuZ bietet Definitionen, gibt einen Überblick über radikale Parteien in Europa und zeigt neue Entwicklungen extremistischer Parteien. Weiter...




