Junge Union
David Teller
28.8.2009
Philipp Missfelder, Vorsitzender der Jungen Union (JU), spricht beim Deutschlandtag der JU in Berllin. (© AP)Die Junge Union (JU) ist eine eigenständige Jugendorganisation, die sich als politische Nachwuchsorganisation der CDU und CSU versteht. Mit rund 130.000 Mitgliedern ist sie der größte politische Jugendverband in Europa. Eine Mitgliedschaft bei der JU steht Jugendlichen und jungen Erwachsenen im Alter von 14 bis 35 Jahren offen, wobei die Mitgliedschaft in der JU auch ohne eine Parteimitgliedschaft möglich ist und Parteimitglieder der CDU und CSU in der Altersspanne von 14 bis 35 nicht automatisch Mitglieder der JU sind. Bundesvorsitzender der Jungen Union ist seit Oktober 2002 Philipp Mißfelder.
Die JU wurde 1947 gegründet. In ihrem ersten programmatischen Entwurf von 1950 nimmt das Christentum eine herausragende Stellung für die Vorstellungen der JU über das gesellschaftliche und kulturelle Leben ein. Im Jahr 1972 wurde die Schülerunion (SU) als Arbeitsgemeinschaft innerhalb der JU gegründet.
In der DDR gründete sich im November 1989 die Christlich-Demokratische Jugend (CDJ), die sich 1990 noch vor der Wiedervereinigung der deutschen Staaten mit der westdeutschen JU zu einer gesamtdeutschen konservativ-christlichen Jugendorganisation zusammenschloss.
Struktur
Die JU gliedert sich in einen Bundesverband, 18 Landesverbände sowie Bezirks- und Kreisverbände, die sich weiter in Orts- und Gemeindeverbände untergliedern. In Niedersachsen zerfällt die JU wie die CDU in drei Landesverbände, da die Grenzen der heutigen Bundesländer zur Zeit der Gründung der CDU noch nicht feststanden und die Struktur der Partei der historischen Verwaltungsgliederung folgte.
Beschlussfassende Gremien der JU sind die Delegiertenkonferenzen, die auf Kreis-, Bezirks-, Landes- und Bundesebene einmal jährlich stattfinden. Sie wählen die Vorstände und fassen politische Beschlüsse. Die jährlich stattfindende Delegiertenversammlung auf Bundesebene heißt Deutschlandtag. Die Versammlung ist das oberste beschlussfähige Gremium der JU. Sie setzt sich zusammen aus 300 von den Landesverbänden entsandten Delegierten, dem Bundesvorstand und dem Deutschlandrat der Organisation.
Zwischen den jährlichen Kongressen finden auf Bundes-, Landes-, Bezirks- und Kreisebene kleinere Delegiertenversammlungen statt, die politische Beschlüsse fassen können.
Der Deutschlandrat ist das entsprechende Gremium auf Bundesebene und setzt sich aus Vertretern der Landesverbände, dem Bundesvorstand sowie dem Bundesvorsitzenden der Schüler Union zusammen. Er hat die Aufgabe, zwischen den Deutschlandtagen über grundsätzliche politische Fragen abzustimmen.
Die ehrenamtlichen Vorstände nehmen die organisatorischen und geschäftsführenden Aufgaben war, vertreten die JU nach außen und werden von Arbeitskreisen und Kommissionen zu spezifischen Themen inhaltlich unterstützt.
Auf Landes- und Bundesebene arbeiten eigene Geschäftsstellen der JU den Vorständen zu. Über die nationale Ebene hinaus ist die JU Mitglied in der Jungen Europäischen Volkspartei (JVEP) und der Jugendvereinigung der Europäischen Volkspartei (EVP). Das Mitgliedermagazin "Die Entscheidung" wird alle zwei Monate vom Bundesverband herausgegeben.
Politische Ausrichtung
Die Junge Union geht in ihrer Programmatik laut eigener Aussage von einer christlich-konservativen Position aus.
In der Selbstdarstellung auf ihrer Homepage heißt es: "Wir sind christlich-demokratisch und liberal, weil wir für die Grundrechte des Bürgers und seine Freiheit eintreten; christlich-sozial, weil wir uns für alle Menschen, vor allem für die Schwächeren, einsetzen; konservativ und fortschrittlich, weil wir Bewährtes nur durch Neues ersetzen wollen, wenn wir das mögliche Neue als besser erkannt haben. Wir wollen damit Motor einer ständigen Erneuerung in den Unionsparteien sein, sachpolitisch und personell."
Ausdrücklich wird darüber hinaus auf das Bekenntnis zu gemeinsamen Zielen mit den Unionsparteien hingewiesen.
In der inhaltlichen Auseinandersetzung mit der Politik der Mutterparteien nahm die JU oftmals eine Position im innerparteilichen Reformflügel ein, wobei Bündnisse mit anderen Unterorganisationen der CDU und CSU (CDA, Frauenvereinigung / Frauen Union) keine Seltenheit waren. Insbesondere in den 1970er Jahren konnte die JU erheblichen Einfluss auf die Willensbildung der Parteien ausüben.
Literatur
Junge Union Deutschlands, 2009: Junge Union. »www.junge-union.de« (25.08.2009)
Lepszy, Norbert, 2009: Sonderorganisationen der Parteien. In: Andersen, Uwe/Woyke, Wichard (Hrsg.). 2009: Handwörterbuch des politischen Systems der BRD, Wiesbaden, 608-613.
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