Was ist die CSU?
Heinrich Oberreuter
15.8.2009
Delegierte gehen auf dem Kleinen Parteitag der CSU in München an einem Logo der Partei vorbei. (© AP)Mitgliederzahl:
ca. 162.000Bundesvorsitz:
Horst SeehoferKontakt:
Nymphenburger Str. 64 / 80335 MünchenDie "Christlich Soziale Union" (CSU) sieht ihre programmatischen Wurzeln in christlicher Verantwortung, Frieden in Freiheit und sozialer Marktwirtschaft. Geprägt vom christlichen Menschenbild, hat sie sich seit ihrer Gründung intensiv um Wertorientierung im politischen Handeln bemüht.
Gesellschaftspolitisch tritt die CSU grundsätzlich für das Ideal von Ehe und Familie ein, respektiert aber auch alle anderen Lebensgemeinschaften, in denen Menschen Verantwortung füreinander tragen. Emanzipatorische Defizite versucht sie durch verstärkte Bemühungen der Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu reduzieren. Bildung gilt als soziale Frage des 21. Jahrhunderts, wobei laut Grundsatzprogramm Chancengerechtigkeit und Leistungsprinzip verknüpft bleiben.
Wirtschaftspolitisch vertritt die CSU sowohl die Orientierung an Wachstum und Modernisierung als auch die Sozialethiken des Katholizismus und Protestantismus, mit ihren Ideen von Gerechtigkeit und Würde im Arbeits- und Wirtschaftsprozess. Selbstverantwortung rangiert vor Kollektivismus und Staatseingriffen, woraus sich z. B. Steuerentlastungsvorschläge erklären. Im Krisenfall schreckte die Partei aber auch vor Staatsinterventionen nicht zurück. Soziale Marktwirtschaft bedeutet für die CSU nicht Marktradikalismus, sondern politisch begründete Rahmensetzung, auch für die internationalen Finanzmärkte. Grundsätzlich besitzt ökologisch verantwortbare Wirtschaftsdynamik für die CSU hohen Stellenwert. Allerdings setzt ihr politischer Wertkonservatismus gentechnischen und biomedizinischen Entwicklungen ethische Grenzen.
Die CSU versteht sich als Speerspitze des Föderalismus und als Agentin spezifisch bayerischer Interessen. Dies und die positive Haltung der CSU gegenüber dem Subsidiaritätsprinzip erklären auch ihre Kritik am europäischen Zentralismus.
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