einfachPOLITIK: Bundestagswahl 2017

Was nach der Wahl passiert

24.5.2017

Auszählung der Stimmen



Die Wahllokale schließen um 18 Uhr.
Danach kann nicht mehr gewählt werden.
Die Wahlzettel werden aus den Wahlurnen geholt.

Dann werden die Stimmen ausgezählt.
Im Fernsehen laufen am Abend Sendungen zur Bundestagswahl.
Dort werden Hochrechnungen gezeigt.
Eine Hochrechnung zeigt ein geschätztes und berechnetes Ergebnis.
Das geschätzte Ergebnis verändert sich immer wieder.
Im Laufe des Abends werden immer mehr Stimmen ausgezählt.
Die Hochrechnung wird immer genauer.

Einen Tag nach der Bundestagswahl erfahren Sie
das endgültige Ergebnis der Wahl.
Zum Beispiel im Fernsehen,
in der Zeitung oder im Internet.

Die Strichzeichnung zeigt drei Personen. Sie stehen hinter einem Tisch. Auf dem Tisch liegen Zettel. Die Zettel sind in Stapel sortiert. Die Frau am linken Rand lehnt sich über den Tisch und legt einen Zettel auf einen Stapel. In der anderen Hand hält sie weitere Zettel. Der Mann in der Mitte und die Frau rechts neben ihm lesen die Zettel die sie festhalten. (© bpb)


Wer in den Bundestag kommt



Im Bundestag sind 598 Sitze für die Abgeordneten vorgesehen.
299 Abgeordnete werden durch die Erststimmen im Wahlkreis gewählt.
Denn es gibt 299 Wahlkreise in Deutschland.
Die Kandidaten mit den meisten Stimmen in ihrem Wahlkreis,
kommen in den Bundestag.
Diese Kandidaten nennt man Direktkandidaten.
Sie werden direkt gewählt.
Die Namen der Kandidaten stehen auf dem Stimmzettel.

Die anderen 299 Abgeordneten werden durch die Zweitstimme gewählt.
Mit der Zweitstimme wählen Sie eine Partei.
Bei der Zweitstimme wird ausgerechnet,
wie viele Sitze jede Partei im Bundestag bekommt.
Je mehr Zweitstimmen eine Partei bekommt,
desto mehr Sitze bekommt die Partei.


Es zählt auch, wie viele Stimmen eine Partei
aus einem Bundesland bekommen hat.
Bundesländer mit vielen Einwohnern bekommen mehr Sitze
als Bundesländer mit weniger Einwohnern.

Es wird ausgerechnet:
Wie viele Abgeordnete der Partei aus welchem Bundesland
dürfen in den Bundestag?

Eine Partei hat zum Beispiel 100 Sitze bekommen.
Es kann sein, dass 10 Sitze an Personen aus Niedersachsen gehen.
Vielleicht sind zum Beispiel 3 Direktkandidaten oder Kandidatinnen aus
Niedersachsen durch die Erststimme im Bundestag.

Dann dürfen noch 7 Kandidaten oder Kandidatinnen
von der Landesliste in den Bundestag.

Die Grafik besteht aus drei Teilen. Eine Deutschland Karte und zwei Kreisen. Auf der Deutschlandkarte ist das Land Niedersachsen eingefärbt und 3 rote Punkte sind zu sehen. Neben der Karte ist ein Stimmzettel auf dem ‚Erststimme‘ zu lesen ist. Von der Karte geht ein Pfeil zu einem blauen Kreis. An dem Pfeil sind drei rote Menschen platziert. In dem blauen Kreis ist die untere Hälfte in sechs verschieden große und verschieden farbige Abschnitte eingeteilt. In dem roten Abschnitt sind zehn Menschen zu sehen. Unter der Karte ist ein Kreis abgebildet der auch in sechs verschieden große und verschieden farbige Abschnitte eingeteilt ist. Die Farben sind dieselben wie im anderen Kreis. Und die Größenverhältnisse zueinander ebenfalls. Neben dem Kreis ist ein Stimmzettel auf dem das Wort ‚Zweitstimme‘ zu lesen ist. Ein Pfeil geht von diesem Kreis zu dem anderen Kreis. Neben dem Pfeil sind sieben rote Menschen abgebildet und eine Zettel auf dem ‚Landesliste‘ steht. (© bpb)


Überhangmandate und Ausgleichsmandate



Manchmal passiert folgendes:
33 Abgeordnete einer Partei werden durch die Erststimme
in den Bundestag gewählt.
Nach der Ausrechnung der Zweitstimme
bekommt die Partei aber eigentlich nur 30 Sitze im Bundestag.
Das sind 3 Sitze weniger, als die Partei nach
der Erststimme bekommen müsste.

Diese 3 zusätzlich gewählten Abgeordneten dürfen
aber trotzdem in den Bundestag.
Man nennt das Überhangmandate.
Es kommen dann mehr als 598 Abgeordnete in den Bundestag.

Dann dürfen auch die anderen Parteien mehr Abgeordnete
in den Bundestag schicken.
Das nennt man Ausgleichsmandate.

Es wird genau berechnet:
Wie viele Abgeordnete dürfen die anderen Parteien
zusätzlich in den Bundestag schicken?
Keine Partei hat so Vorteile durch die Überhangmandate.

Die Grafik erklärt Überhangmandate und Ausgleichmandate. Unter dem Wort ‚Partei A‘ sind 30 blaue Menschen abgebildet und 3 rote. Die roten Menschen stellen die Überhangmandate dar. Ein Pfeil geht nach rechts. Dort sind unter dem Wort ‚Partei B‘ 20 blaue Menschen abgebildet und 2 grüne. Die grünen Menschen stellen die Ausgleichsmandate dar. Unter dem Wort ‚Partei C‘ sind 10 blaue Menschen und ein grüner Mensch abgebildet. (© bpb)


Die 5%-Hürde



Wenn mindestens 5 % aller Wähler und Wählerinnen
mit ihrer Zweitstimme die Partei X gewählt haben,
bekommt die Partei X Sitze im Bundestag.
Haben weniger als 5 % der Wähler und Wählerinnen
mit ihrer Zweitstimme die Partei X gewählt,
bekommt die Partei X keine Sitze im Bundestag.
Die Zweitstimmen einer Partei zählen nur,
wenn die Partei von allen Zweitstimmen
mindestens 5 % bekommen hat.

5% bedeutet: 5 von 100 Wählern haben die Partei gewählt.
Hat die Partei nicht 5% der Stimmen bekommen,
bekommt sie keine Sitze im Bundestag.
Das nennt man: 5%-Hürde.

Für die 5%-Hürde gibt es eine Ausnahme:
Eine Partei hat in 3 Wahlkreisen
die meisten Erststimmen bekommen.
Dann zählen auch ihre Zweitstimmen.

Für die 5%-Hürde gibt es einen Grund:
Je mehr Parteien im Bundestag sind,
desto schwerer können Entscheidungen getroffen werden.
Mit zu vielen kleinen Parteien gibt es sehr viele Meinungen.
Wenn alle etwas anderes wollen, ist es schwierig sich zu einigen.
So ist es auch schwer eine stabile Regierung zu haben.

Die Grafik zeigt eine Hürde neben der die Zahl 5% steht. Ein roter Balken endet unter der Hürde und hat ein Kreis mit einem Kreuz. Daneben sind zwei grüne Balken. Beide grünen Balken enden über der Hürde und haben einen Kreis mit einem Häkchen. (© bpb)


Die Koalition



Nach der Wahl bilden sich Fraktionen im Bundestag.
In einer Fraktion sind die Abgeordneten aus einer Partei
oder die Abgeordneten mit den gleichen Zielen.

Die Abgeordneten stimmen im Bundestag über wichtige Fragen ab.
Die Fraktionen im Bundestag wollen bei Abstimmungen gewinnen.
Die Fraktionen wollen möglichst viele ihrer Ziele erreichen.
Sie brauchen dazu viele Abgeordnete,
die so abstimmen, wie die Fraktion das will.

Vielleicht hat eine Fraktion die absolute Mehrheit im Bundestag.

Absolute Mehrheit bedeutet:
Über die Hälfte aller Abgeordneten gehören zu dieser Fraktion.
Das kommt aber sehr selten vor.
Eine Fraktion mit absoluter Mehrheit
hat auch bei Abstimmungen die Mehrheit.
Die Fraktion braucht sich keine andere Fraktion als Partner suchen.
Sie kann Abstimmungen auch alleine gewinnen.

Meistens hat in Deutschland keine Fraktion die absolute Mehrheit:
Dann sucht sich die Fraktion einen Partner.
2013 haben sich zum Beispiel die CDU, die CSU und die SPD
zur Zusammenarbeit verabredet.
Man kann auch sagen:
Sie haben eine Koalition gebildet.

Die Koalition hat im Bundestag dann meistens die absolute Mehrheit.
Mehr als die Hälfte der Abgeordneten gehören zu der Koalition.
Die Koalition kann dann Abstimmungen im Bundestag gewinnen.

Die Koalition kann so auch die Mehrheit bei der Wahl
des Bundeskanzlers oder der Bundeskanzlerin haben.
Die Koalition bestimmt also,
wer Bundeskanzler oder Bundeskanzlerin wird.

Es kann aber auch eine Minderheitsregierung geben.
Minderheitsregierung bedeutet:
Die Koalition hat keine absolute Mehrheit im Bundestag.

Die Strichzeichnung zeigt drei Personen. Zwei Männer im Anzug und eine Frau mit Bluse, Blazer und Rock. Die beiden Männer geben sich die Hand. Alle drei Personen sind in einem Gespräch vertieft und gut gelaunt. (© bpb)


Die Opposition



Neben der Koalition gibt es im Bundestag auch eine Opposition.
In der Opposition sind die Abgeordneten,
die nicht zu der Koalition gehören.
Das Wort Opposition bedeutet "entgegenstellen".

Die Opposition ist oft anderer Meinung als die Bundesregierung.
Sie schaut deshalb oft besonders genau hin,
ob die Bundesregierung gut arbeitet.
Sie hat die Aufgabe, die Arbeit der Regierung zu kontrollieren.

Die Opposition kann auch zeigen,
dass sie andere Lösungen hat, die sie besser findet.
Sie kann deshalb auch einen Gegenvorschlag für ein Gesetz machen.
Eine starke Opposition ist für die Demokratie wichtig.
Die Opposition sagt dann ihre Meinung im Bundestag.
So hören die Bundesregierung und die Bürger und Bürgerinnen
auch andere Meinungen,
als die von der Koalition und der Bundesregierung.
Der Wähler und die Wählerin kann dann bei der nächsten Wahl entscheiden,
welche Meinung er oder sie besser findet.
Die Strichzeichnung zeigt drei Hände, die in die Luft gestreckt sind. Die beiden äußeren Hände halten einen Zettel mit dem Wort ‚Ja‘. Die Hand in der Mitte hält einen Zettel mit dem Wort ‚Nein‘ (© bpb)




Was bedeutet…


  • Koalition
    Eine Koalition ist ein Zusammenschluss
    von zwei oder mehreren Fraktionen
    für eine festgelegte Zeit.

    Fraktionen bilden eine Koalition,
    damit sie Abstimmungen im Bundestag
    gewinnen können.
    Bevor sich eine Koalition bildet,
    verhandeln die Parteien miteinander.
    Das nennt man Koalitionsverhandlungen.

    Die Parteien diskutieren:
    • Können wir Deutschland zusammen regieren?
    • Welche Ziele verfolgen wir gemeinsam?
    • Wer soll Kanzler oder Kanzlerin werden?
    • Aus welchen Parteien sollen die Minister und
      Ministerinnen in der Regierung kommen?
    Nach den Verhandlungen können sich die Parteien
    für oder gegen eine Koalition entscheiden.
    Wenn sich mehrere Parteien für eine Koalition entscheiden,
    schließen sie einen Koalitionsvertrag.
    Sie regieren Deutschland dann gemeinsam.


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