22012 – Ein Rückblick in Bildern

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Ein bereits früher vorhandenes Wandbild am Tahrir-Platz in Kairo ist erweitert worden: Zeigte das Bild vorher lediglich das Janus-Gesicht des ehemaligen Herrschers Hosni Mubarak zusammen mit dem Vorsitzenden des Oberstes Militärrates Tantawi, so sind jetzt dahinter noch die Präsidentschaftsbewerber Amre Musa und Ahmed Schafiq gemalt worden, um sie für jedermann ersichtlich als Vertreter des alten Regimes zu brandmarken. Wie so oft findet sich auch ein arabischer Reim zum Bild, der ungefähr wie folgt lautet: "Amre, ich vertraue Dir nicht und Du wirst keinen Tag über mich bestimmen". Die Präsidentschaftswahlen entschied zum Schluss der islamistische Kandidat Mohammed Mursi für sich. Foto: Matthias Tödt

22. November: Ägypten – Nach der Revolution ist vor der Revolution

Am 22. November erlässt der ägyptische Präsident Mohammed Mursi ein Dekret: "zum Schutz der Revolution getroffene Entscheidungen" dürfen von keinem Gericht angefochten werden. Dadurch macht er sowohl die von ihm erlassenen Gesetze als auch die stark umstrittene verfassungsgebende Versammlung rechtlich unangreifbar.
Kritiker befürchten, dass Mursi das Land erneut in eine Diktatur verwandelt. Zehntausende demonstrieren auf dem Tahrir-Platz, dem zentralen Ort der ägyptischen Revolution, gegen das Dekret. Anhänger Mursis gehen ebenfalls auf die Straße und liefern sich gewalttätige Auseinandersetzungen mit Oppositionellen. Nach mehreren Wochen gibt Mursi seine Sondervollmachten auf. An dem Referendum über die neue Verfassung hält er jedoch fest. Auch im Dezember demonstrieren die Gegner Mursis weiter gegen den ihrer Meinung nach zu religiös geprägten Verfassungsentwurf. Zum Ende des Jahres stimmen sie darüber ab.

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Foto: (© picture-alliance/dpa)