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Ratko Mladic vor UN-Tribunal

Serbien hat den früheren bosnisch-serbischen General und mutmaßlichen Kriegsverbrecher Ratko Mladic an das UN-Kriegsverbrechertribunal ausgeliefert. Das Haager Gericht klagt den am vergangenen Donnerstag (26. Mai) festgenommenen Mladic unter anderem wegen Völkermordes an.

Er war die rechte Hand des ebenfalls in Den Haag angeklagten früheren Serbenführers Radovan Karadzic und galt als der meistgesuchte mutmaßliche Kriegsverbrecher Europas: Ratko Mladic, der ehemalige Befehlshaber der bosnisch-serbischen Armee, wurde am 26. Mai nach 16 Jahren Flucht in einem Dorf nahe Belgrad gefasst. Am Freitag (3. Juni) muss der 69-jährige vor die Richter treten und Stellung zur Anklage nehmen.

Dem Ex-General werden Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit während des Bosnienkriegs zur Last gelegt, vor allem die Planung und Durchführung des Massakers von Srebrenica. In die bosnische Stadt waren am 11. Juli 1995 serbische Einheiten eingedrungen. Sie töteten dort an den folgenden Tagen etwa 8.000 bosnische Muslime. Die Gräuel in der UN-Schutzzone gelten als Symbol für die Verbrechen, die während des Bosnienkrieges zwischen 1992 und 1995 begangen wurden. Der Internationale Gerichtshof der Vereinten Nationen bewertete das Massaker 2007 als Genozid.

Am Dienstag (31. Mai) war Mladic an den Internationalen Strafgerichtshof für das ehemalige Jugoslawien (International Criminal Tribunal for the former Yugoslavia – ICTY) in Den Haag überstellt worden. Der Ex-General war bereits am 24. Juli 1995 vom ICTY als Kriegsverbrecher angeklagt worden. Seitdem hielt er sich versteckt.

Das Tribunal wurde etabliert, um Verbrechen zu ahnden, die seit 1991 im Zuge der gewaltsamen Auseinandersetzungen im ehemaligen Jugoslawien begangen wurden. Grundlage für die Tätigkeit des Gerichtshofs bilden Resolutionen des UN-Sicherheitsrats.

Zu den vor dem Gericht verhandelten Verbrechen zählen schwere Verletzungen der Genfer Abkommen, willkürliche Zerstörung von Städten oder Dörfern, Völkermord und Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Das Tribunal hat bereits gegen 161 hochrangige Politiker, Militärs und Polizeiangehörige der verschiedenen Parteien des Jugoslawienkonflikts Anklage erhoben. 125 Verfahren wurden bislang abgeschlossen.


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