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Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus

Vor 66 Jahren befreiten sowjetische Soldaten das Vernichtungslager Auschwitz. Hier wurden zwischen 1940 und 1945 mehr als eine Million Menschen umgebracht. Der Name "Auschwitz" gilt heute als Symbol für den Völkermord an den europäischen Juden. Seit 1996 wird in Deutschland am 27. Januar offiziell der Opfer des Nationalsozialismus gedacht. 2005 wurde der Tag international zum Holocaust-Gedenktag.

Schienen nach Auschwitz-Birkenau: Mehr als eine Million Menschen wurden hier bis zum Januar 1945 ermordet.Schienen nach Auschwitz-Birkenau: Mehr als eine Million Menschen wurden hier bis zum Januar 1945 ermordet. (© AP)
Es war ein klarer Appell, den der damalige Bundespräsident Roman Herzog im Januar 1996 an die Deutschen richtete: "Die Erinnerung darf nicht enden; sie muss auch künftige Generationen zur Wachsamkeit mahnen." Mit diesen Worten erklärte Herzog den 27. Januar zum zentralen Gedenktag an die Opfer des Nationalsozialismus. 2005 beschloss auch die Generalversammlung der Vereinten Nationen (UN), den Tag international zum Holocaust-Gedenktag zu machen.

In zahlreichen Städten sollen Kranzniederlegungen, Ausstellungen und Konzerte an den Holocaust und seine Opfer erinnern. Wie jedes Jahr wehen die Flaggen vor vielen Behörden und öffentlichen Stiftungen auf Halbmast.

Mit Zoni Weisz hält erstmals ein Vertreter der Sinti und Roma die zentrale Gedenkansprache im Bundestag. Foto: Rogier FokkeMit Zoni Weisz hält erstmals ein Vertreter der Sinti und Roma die zentrale Gedenkansprache im Bundestag. Foto: Rogier Fokke
Der deutsche Bundestag begeht den Gedenktag mit Reden und ausländischen Gästen. In diesem Jahr wird Zoni Weisz, ein Vertreter der Sinti und Roma, im Bundestag sprechen. Ingesamt ermordeten die Nationalsozialisten nach Schätzungen von Historikern bis zu 500.000 Sinti und Roma in Europa. Eltern und Geschwister von Zoni Weisz wurden 1944 von den Deutschen nach Auschwitz deportiert, er konnte der Deportation durch die Hilfe eines niederländischen Polizisten entkommen und überlebte den Krieg im Versteck und bei Verwandten. Seine Familie kam im Konzentrationslager ums Leben.

Am 27. Januar 1945 wurde das Vernichtungslager in der südpolnischen Stadt Auschwitz (Oswiecim) bei Krakau durch sowjetische Truppen befreit. Das ab Mai 1940 errichtete Vernichtungslager war das größte während der Zeit des Nationalsozialismus. Mehr als eine Million Menschen wurden dort bis zum Januar 1945 ermordet, die meisten von ihnen Juden.

Auschwitz diente den Nationalsozialisten nach dem Überfall auf Polen am 1. September 1939 anfangs vor allem als Lager für politische Gefangene aus dem Nachbarland. Später wurde es deutlich vergrößert und zum zentralen Ort der systematischen Vernichtung europäischer Juden bestimmt. Im Hauptlager, das auf einem ehemaligen Barackengelände der polnischen Armee errichtet wurde, belief sich die Zahl der Insassen zeitweise auf mehr als 20.000. Dazu kamen mehr als 90.000 Häftlinge, die in dem noch größeren Lager im drei Kilometer entfernten Birkenau (Brzezinka) untergebracht waren. Auf dem später auch Auschwitz II genannten Gelände ließ Hitlers Schutzstaffel (SS) Anfang 1942 auch die ersten Gaskammern errichten.

Heute ist das ehemalige Vernichtungslager Auschwitz ein Museum. 2010 besuchten annähernd 1,4 Millionen Menschen aus der ganzen Welt die Gedenkstätte, so viel wie nie zuvor. Die Mehrheit von ihnen – mehr als 850.000 – waren Schüler und Studenten. Für sie ist Auschwitz vor allem ein Ort des Lernens. Der Ort bietet ihnen Gelegenheit, sich mit der deutschen Vergangenheit zu beschäftigen und die Erinnerung an die Millionen Opfer nationalsozialistischen Terrors wach zu halten sowie Schlüsse für das eigene Handeln zu ziehen – als historische Aufarbeitung und Verantwortung.


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