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Bau der Berliner Mauer

Mit dem Bau der Berliner Mauer am 13. August 1961 nahm das von Winston Churchill geprägte Schlagwort vom "Eisernen Vorhang" konkrete Gestalt an. 28 Jahre lang zementierte die Mauer die Spaltung Deutschlands und Europas. Bis zu ihrem Fall 1989 starben mindestens 136 Menschen beim Fluchtversuch an der Berliner Mauer.

Straßen wurden aufgerissen, Betonpfähle eingerammt und Stacheldrahtzäune gezogen. In der Nacht zum 13. August 1961 riegelten Volkspolizisten die Grenzen zum Sowjetsektor in Berlin hermetisch ab. Einheiten der Nationalen Volksarmee überwachten die Absperrmaßnahmen. Auf der Westberliner Seite schirmte die Polizei die Grenzanlagen vor der verunsicherten Bevölkerung ab.

Wenige Stunden später verkündeten ostdeutsche Nachrichtensendungen propagandistisch, die kommunistische Partei (SED) habe die von den Westalliierten besetzten Gebiete Deutschlands und Sektoren von Berlin durch einen sogenannten "antifaschistischen Schutzwall" getrennt. Nach einigen Tagen wurde den Westberlinern der Zugang zum Ostteil der Stadt völlig verwehrt - Berlin war in zwei Hälften geteilt: Bis zum 9. November 1989 trennte eine vier Meter hohe Mauer eine Million Ost-Berliner von den damals 2,3 Millionen Einwohnern West-Berlins.

In der Hoffnung die Bevölkerung sei durch das Wochenende abgelenkt, erteilte SED-Parteiführer Walter Ulbricht den Befehl zur Abriegelung der Sektorengrenze in Berlin in der Nacht auf Sonntag, den 13. August 1961. Politische Rückendeckung erhielt die SED-Führung von den Staaten des Warschauer Paktes. Die in der DDR stationierten sowjetischen Truppen sicherten den Mauerbau ab. Mit der Errichtung des "Schutzwalls" wollte die SED-Führung dem zunehmenden Flüchtlingsstrom vom Osten in den Westen Einhalt gebieten. Allein 1960 waren hunderttausende Menschen aus der DDR in den Westen geflohen.

In den ersten Tagen nach dem Mauerbau herrschte angespannte Stimmung. Viele Fragen standen im Raum: Wie würde die Bevölkerung reagieren, wie die Alliierten? Am 16. August protestierten 300.000 Menschen vor dem Schöneberger Rathaus, darunter auch der damalige Bürgermeister Berlins Willy Brandt. Doch die Westmächte unternahmen nichts, da sie eine Eskalation der Situation befürchteten. Der damalige amerikanische Präsident John F. Kennedy brachte die Position der Alliierten auf den Punkt: "Keine sehr schöne Lösung, aber tausendmal besser als Krieg."

Innerhalb weniger Tage markierten Hohlblocksteine und Betonpfähle auch die innerdeutsche Grenze, die sich knapp 1.400 Kilometer lang von der Lübecker Bucht bis zur deutsch-tschechischen Grenze bei Hof erstreckte. Grenzsoldaten wurde der Einsatz von Schusswaffen vorgeschrieben, wenn sie die Flucht von "Grenzverletzern" nicht verhindern konnten. Zum Gebrauch der Schusswaffe der DDR-Grenztruppen legte eine entsprechende Dienstvorschrift aus dem Jahr 1974 »(siehe Originaldokument, PDF-Version: 355 KB)« unter anderem fest: "Der Gebrauch der Schusswaffe ist (durch den Grenzposten, Anm. d. Red.) grundsätzlich mit 'Halt! Hände hoch!' anzukündigen. Wird der Aufforderung nicht Folge geleistet, ist ein Warnschuss abzugeben. Bleibt auch diese Warnung erfolglos, ist gezieltes Feuer zu führen." 1982 fand der Schusswaffengebrauch auch Eingang in das "Gesetz über die Staatsgrenzen der DDR" (sog. Grenzgesetz).

Am 24. August 1961 kam erstmals ein Mensch beim Versuch ums Leben, die Berliner Mauer zu überwinden. Bis heute gibt es keine genauen Zahlen von Maueropfern und Menschen, die bei Fluchtversuchen an der innerdeutschen Grenze starben. Laut dem Forschungsprojekt "Die Todesopfer an der Berliner Mauer, 1961-1989" der Gedenkstätte Berliner Mauer und des Zentrums für Zeithistorische Forschung Potsdam starben mindestens 136 Menschen beim Fluchtversuch an der Berliner Mauer. Darüber hinaus kamen mindestens 251 Menschen während oder nach Kontrollen an Berliner Grenzübergängen ums Leben – viele von ihnen starben an den Folgen eines Herzinfarktes. Dem Forschungsprojekt zufolge kamen mehr als die Hälfte der Opfer in den ersten fünf Jahren nach dem Mauerbau zu Tode. Ein Großteil der Todesopfer waren junge Männer zwischen 16 und 30 Jahren. In 18 Fällen stehen die Recherchen noch aus.

Nach der Wiedervereinigung im Oktober 1991 wurden hunderte Strafverfahren oft gegen mehrere Angeklagte geführt. Grenzsoldaten und Angehörige der militärischen und politischen Führung der DDR mussten sich vor Gericht verantworten. Das höchste Strafmaß, siebeneinhalb Jahre Freiheitsstrafe, erhielt der ehemalige Verteidigungsminister der DDR, Heinz Keßler. Die meisten Mauerprozesse endeten jedoch mit Bewährungsstrafen.


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