Erde

16 Millionen Migranten in Deutschland

Jeder fünfte Bundesbürger hat einen Migrationshintergrund: ein historischer Höchststand. Viele Migranten sind schlechter ausgebildet als andere Bürger und deutlich häufiger von Armut betroffen.

Ein Fünftel der deutschen Bevölkerung hat einen sogenannten Migrationshintergrund, so ein Bericht des Statistischen Bundesamtes vom 14. Juli. 2005 lag die Anzahl der Zugewanderten noch bei 15,3 Millionen, das entsprach 18,6 Prozent der Gesamtbevölkerung. Seitdem ist der Anteil der Menschen mit Migrationshintergrund auf 19,6 Prozent gestiegen. Ausschlaggebend für diesen Anstieg sei der sterblichkeitsbedingte Rückgang der deutschen Bevölkerung, während die Bevölkerung mit Migrationshintergrund durch Zuzug und Geburten anwuchs – so der Bericht.

Zuwanderungen in das Gebiet der heutigen Bundesrepublik ab 1950 definiert das Statistische Bundesamt als Migrationshintergrund. Auch seitdem in Deutschland geborene Ausländer und deren Nachkommen werden darunter gefasst.

Laut Bericht machten 2009 7,2 Millionen Ausländer 8,8 Prozent der Gesamtbevölkerung aus, 8,5 Millionen Deutsche mit Migrationshintergrund 10,4 Prozent. Gegenüber 2005 ging die Zahl der Ausländer damit um 96.000 zurück, die Zahl der Deutschen mit Migrationshintergrund stieg um 811.000.

Etwa 70 Prozent der Zuwanderer kamen der Statistik zufolge aus Europa, insgesamt etwa jeder Dritte aus einem Mitgliedstaat der EU. Die Mehrheit der Migranten hat ihre Wurzeln in der Türkei, gefolgt von den Nachfolgestaaten der Sowjetunion und Jugoslawiens.

Menschen mit Migrationshintergrund sind in Deutschland deutlich häufiger vom Armut betroffen: 2009 waren laut Bericht mehr als 25 Prozent aller Lebensformen (Alleinstehende, Alleinerziehende sowie alle Paare mit und ohne Kinder) armutsgefährdet, wenn der Bezieher des Haupteinkommens einen Migrationshintergrund hat – dagegen liegt das Armutsrisiko nur bei etwa 11 Prozent, wenn kein Migrationshintergrund besteht.

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Auch auf das Bildungsniveau hat der Migrationshintergrund einen statistischen Einfluss: 42,8 Prozent aller Migranten haben keinen beruflichen Abschluss, bei Personen ohne Migrationshintergrund liegt der Anteil lediglich bei 19,2 Prozent. Noch deutlicher ist der Unterschied bei allgemeinen Schulabschlüssen: 14 Prozent aller Migranten besitzen keinen allgemeinen Schulabschluss, mit 1,8 Prozent liegt dieser Anteil bei Personen ohne Migrationshintergrund klar darunter.

Deutschland hat seinen Arbeitsmarkt für Migranten schrittweise geöffnet. Damit soll dem demografischen Wandel und dem Fachkräftemangel begegnet werden. Vor allem die Zuwanderung von gut und hoch Qualifizierten soll gezielt gefördert werden. Mit der sogenannten Blue Card hat auch die EU Regelungen getroffen, um Migranten einen langfristigen Aufenthalt in der Union zu gestatten.

Zum 1. Januar 2009 wurden in diesem Rahmen zahlreiche Lockerungen eingeführt: So wurde etwa das Mindesteinkommen, das Fachkräfte für einen unbegrenzten Aufenthalt in Deutschland vorweisen müssen, von 86.400 Euro auf 66.000 Euro pro Jahr gesenkt.


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