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Krieg im Gazastreifen

Als Reaktion auf den anhaltenden Raketenbeschuss der Hamas hat Israel im Dezember 2008 seine bisher schwerste Militäroffensive im Gazastreifen gestartet. Eine Entspannung der Lage ist derzeit nicht in Sicht.

Explosion nach dem Einschlag einer israelischen Rakete im nördlichen Gazastreifen; Foto: APExplosion nach dem Einschlag einer israelischen Rakete im nördlichen Gazastreifen; Foto: AP
Am 27. Dezember 2008 hat Israel die Militäroperation "gegossenes Blei" im Gazastreifen begonnen. Während die Armee in der ersten Woche des Einsatzes Ziele aus der Luft bombardierte, läuft seit Samstag (03.01.2009) auch eine Bodenoffensive. Ferner mobilisierte die israelische Armee Tausende von Reservisten. Israelischen und palästinensischen Berichten zufolge hat die Armee am Sonntag (04.01.2009) den Gazastreifen geteilt. Drei Kilometer südlich von Gaza Stadt sollen Dutzende Panzer in Stellung gegangen sein. Dabei kam es zu schweren Gefechten zwischen der radikal-islamischen Hamas und israelischen Soldaten. Die Berichterstattung über die aktuelle Konfliktlage ist derzeit allerdings schwierig, da Israel keine Auslandskorrespondenten in den Gazastreifen einreisen lässt.

Mit der Offensive sollen laut Angaben der israelischen Regierung Gebiete unter Kontrolle gebracht werden, von denen aus die Hamas einen Großteil ihrer Raketen auf Israel abfeuert. Die Hamas hatte im Dezember eine Waffenruhe aufgekündigt, die am 19. Juni unter ägyptischer Vermittlung zwischen Israel und zwölf militanten Palästinensergruppen vereinbart worden war. Die israelischen Angriffe gelten Kämpfern und hochrangigen Funktionären der Hamas und sollen mögliche Waffenbestände der Organisation vernichten. Auch Tunnel im Süden des Gaza-Streifens nach Ägypten sind Ziel der Angriffe, über die immer wieder Waffen in das Krisengebiet gelangen.

Allerdings ist auch die Zivilbevölkerung Opfer der Gewalt. Nach Angaben des UN-Hilfswerks für palästinensische Flüchtlinge (UNWRA) haben die Kämpfe bisher mehr als 500 Menschen das Leben gekostet.
Grafik: APGrafik: AP
Das UN-Büro zur Koordinierung humanitärer Einsätze warnte davor, dass sich der Militäreinsatz zu einer humanitären Katastrophe ausweiten könne: Augenzeugenberichten zufolge gebe es kaum noch Strom oder Wasser im Gazastreifen. Die Nahrungsmittelvorräte würden knapp. Den Krankenhäusern mangele es an Medikamenten und Strom. Aufgrund der katastrophalen Lage signalisierte die Hamas am Montag (05.01.2009) erstmals Gesprächsbereitschaft gegenüber der israelischen Regierung. Medienberichten zufolge reiste eine Delegation zu Gesprächen nach Ägypten. Auch eine EU-Delegation ist zu Verhandlungen ins ägyptische Scharm al Scheich gereist, um die Konfliktparteien zu einem Waffenstillstand zu bewegen.

Seit dem Abzug der israelischen Siedler und Soldaten aus dem Gazastreifen 2005 hat sich die Lage in dem Küstengebiet kaum gebessert. Dabei standen die Zeichen zunächst auf Wechsel: Erstmals hatte Israel mit dem Gaza-Abzug ohne Gegenleistung den Palästinensern Land zurückgegeben, das der jüdische Staat im Zuge des Sechs-Tage-Krieges 1967 erobert hatte. Nach wie vor kontrolliert Israel aber die Außengrenzen des Landstrichs an der Mittelmeerküste, der mit rund 1,5 Millionen Bewohnern eines der dicht besiedeltsten Gebiete der Welt ist.

Seit 2007 kontrolliert die radikal-islamische Hamas den Gazastreifen. Bei den Wahlen in den palästinensischen Autonomiegebieten 2006 erreichte sie mit 76 von 132 Sitzen deutlich die absolute Mehrheit. Seither hat sich der Konflikt mit Israel verschärft. Die islamistische Hamas erkennt Israel nicht an und kämpft für einen Palästinenserstaat, der auch das Gebiet des heutigen Israels umfasst. Dies äußert sich unter anderem im permanenten Beschuss Israels mit Raketen, deren Reichweite immer größer wird. Israel reagierte darauf in der Vergangenheit mehrmals mit umfassenden Wirtschaftsblockaden, um die Hamas zu schwächen. Die Militäroperation "gegossenes Blei" markiert den bisherigen Höhepunkt der Auseinandersetzungen im Gazastreifen.


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