Erde

Nationale Pisa-Studie: Sachsen an der Spitze

Bei der dritten innerdeutschen Pisa-Studie hat Sachsen in den Bereichen Naturwissenschaften, Mathematik und Lesen den ersten Platz belegt und damit Bayern von der Spitze abgelöst. Schwerpunkt der Studie bildeten diesmal die Naturwissenschaften.

Schulstunde in Bremen: Der Stadtstaat bildete 2006 das Schlusslicht im bundesweiten Vergleich. Foto: APSchulstunde in Bremen: Der Stadtstaat bildete 2006 das Schlusslicht im bundesweiten Vergleich. Foto: AP
Sachsens Schüler erzielten bei der neuesten nationalen Pisa-Studie (Pisa-E- Studie genannt) den Spitzenplatz. Das ostdeutsche Bundesland belegte im Ländervergleich in allen drei Disziplinen - Naturwissenschaften, Lesen und Mathematik - den ersten Rang, dicht gefolgt von Bayern, das 2003 noch Erstplatzierter war. Thüringen landete auf dem dritten Platz, gefolgt von Baden-Württemberg, Sachsen-Anhalt und Rheinland-Pfalz. Grundlage der Bewertung waren die Leistungen aus dem Jahr 2006. Die Ergebnisse der aktuellen Studie wurden am Dienstag (18.11.2008) in Berlin vorgestellt.

Demnach punktete Sachsen vor allem in dem diesjährigen Schwerpunktbereich der Naturwissenschaften. Mit 541 Punkten erreichten die Schülerinnen und Schüler den höchsten Wert - im Vergleich: Die Jugendlichen in Bremen kamen nur auf 485 Punkte, was einem Lerndefizit von etwa zwei Schuljahren entspricht. Damit können Sachsen wie auch Bayern im Bereich der Naturwissenschaften an das internationale Spitzenniveau anschließen. In 13 Bundesländern lagen die Leistungen der befragten Schülerinnen und Schüler hier über dem OECD-Mittelwert, drei Länder liegen auf oder unter dem internationalen Mittelwert. Mit ein Grund für das gute Abschneiden ist das Unterrichtsmodell der ostdeutschen Bundesstaaten, die den Naturwissenschaften generell einen höheren Stellenwert einräumen. Der Stundenanteil der Naturwissenschaften ist in allen neuen Ländern deutlich höher als im Westen. Des Weiteren wird das zweigliederige sächsische Schulsystem als Erfolgsfaktor genannt. So liegt etwa der Anteil der Hauptschulabsolventen mit 13 Prozentpunkten unter dem Bundesdurchschnitt von 24 Prozent. Zudem konnte die Zahl der Jugendlichen ohne Schulabschluss in den vergangenen Jahren um fünf Prozent gesenkt werden.

Auch beim Lese- und Textverständnis schnitt Sachsen am besten ab und verwies Bayern auf den zweiten Platz. Im Anschluss folgen Thüringen, Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und das Saarland. In der Mathematik wurde Baden-Württemberg nach Sachsen und Bayern Drittplatzierter, gefolgt von Thüringen, Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg. Wie bereits bei der Vorgängerstudie aus dem Jahr 2003 bildeten die Stadtstaaten Bremen und Hamburg in allen drei Teildisziplinen das Schlusslicht, konnten ihren Abstand aber jeweils verringern.

Nach Ansicht der Präsidentin der Kultusministerkonferenz (KMK), Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU), befänden sich die Länder auf einem guten Weg: "Die Schere schließt sich." Auch Bundesländer "am unteren Rand" der Leistungsskala holten deutlich auf, sagte Kramp-Karrenbauer bei der Vorstellung des neuen Pisa-Bundesländervergleichs.
Liste der Bundesländern mit den Ergebnissen der bundesweiten Pisa-Studie 2006 in den einzelnen Schwerpunkten. Grafik: APListe der Bundesländern mit den Ergebnissen der bundesweiten Pisa-Studie 2006 in den einzelnen Schwerpunkten. Grafik: AP
Seit der ersten bundesweiten Pisa-Studie aus dem Jahr 2000 seien in allen drei Kompetenz-
bereichen kontinuierliche Verbesserungen zu verzeichnen: Die größten Zuwächse zeigten sich in den Naturwissenschaften, die geringsten im Lesen.

Eine weitere positive Entwicklung ist der große Sprung, den die neuen Länder zwischen 2000 und 2006 gemacht haben. Allerdings sieht der Bericht auf dem Gebiet der Chancengleichheit nach wie vor Aufholbedarf: In allen Ländern lässt sich ein bedeutsamer Zusammenhang zwischen Schulerfolg und sozialer Herkunft nachweisen, der im bundesweiten Vergleich stark variiert: Während dieser in Sachsen und in Niedersachsen vergleichsweise gering ausgeprägt ist, stellen die Autoren der Studie einen engen Zusammenhang in den Stadtstaaten Berlin und Hamburg fest. Dabei seien Jugendliche mit Migrationshintergrund besonders benachteiligt.

Christina Anger / Axel Plünnecke / Susanne Seyda

Bildungsarmut - Auswirkungen, Ursachen, Maßnahmen

Zwischen sozioökonomischer Herkunft und Bildung besteht ein enger Zusammenhan. Um Bildungsarmut zu bekämpfen, müssen die Schüler besser gefördert werden. Weiter...

Barbara und Bennet I. sind beide in Deutschland geboren und besuchen eine Gesamtschule.

Carolin Reißlandt

Bildung und Integration

Die Bildungsbe(nach)teiligung von Kindern mit Migrationshintergrund, Ursachen dessen und Lösungsansätze dafür sowie die Ausbildung von Einwanderern stehen im Mittelpunkt dieses Kapitels Weiter...

Eva Clausen

Bildung in der Krise

Schlechte Arbeitsbedingungen für Lehrkräfte, frustrierte Schüler und Studenten und wenig Aussicht auf Besserung. Nach der Wirtschaftskrise ruft Europa jetzt den Bildungsnotstand aus. Weiter...