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Gesundheitsfonds: Einheitlicher Beitrag von 15,5 Prozent

Ab dem 1.1.2009 müssen alle gesetzlich Krankenversicherten einen einheitlichen Kassenbeitrag von 15,5 Prozent zahlen. Dies hat das Bundeskabinett am Dienstag (07.10.2008) beschlossen.

Etwa 85 Prozent der Bevölkerung in Deutschland sind bei einer der gesetzlichen Krankenkassen versichert. Foto: APEtwa 85 Prozent der Bevölkerung in Deutschland sind bei einer der gesetzlichen Krankenkassen versichert. Foto: AP
Der einheitliche Beitragssatz ist Bestandteil der von der Großen Koalition beschlossenen Gesundheitsreform. In deren Mittelpunkt steht der so genannte Gesundheitsfonds. Künftig werden die Beiträge der Arbeitnehmer und Arbeitgeber in diesen Gesundheitsfonds fließen. Hinzu kommt ein Steuerzuschuss. Die Krankenkassen erhalten dann pro Versichertem eine feste, einheitliche Pauschale aus dem Fonds. Kassen, in denen besonders viele alte Menschen, Kranke oder Geringverdiener versichert sind, erhalten einen Zuschlag. Kommt eine Kasse mit dem ihr zugewiesenen Beitrag nicht aus, muss sie einen Zusatzbeitrag von mindestens acht Euro im Monat von ihren Versicherten verlangen. Allerdings sieht das Gesetz vor, dass kein Versicherter mehr als ein Prozent seines Einkommens als Zusatzbeitrag zahlen darf. Krankenkassen hingegen, die mit dem zugewiesenen Geld aus dem Gesundheitsfonds auskommen, können ihren Mitgliedern Beiträge zurückerstatten.

Der Spitzenverband der gesetzlichen Krankenkassen (GKV) hatte einen Beitragssatz von mindestens 15,8 Prozent gefordert, um die steigenden Kosten für Ärzte und Krankenhäuser weiterhin decken zu können. Sollte der Gesundheitsfond die Ausgaben für die Versicherten nicht zu 100 Prozent decken, müssten die gesetzlichen Krankenkassen Zusatzbeiträge erheben, erklärte die GKV.

Derzeit liegen die Krankenkassenbeiträge der mehr als 200 gesetzlichen Krankenkassen zwischen rund 13 und 16,5 Prozent; im Durchschnitt liegen sie bei 14,9 Prozent des Bruttolohns. Mit dem einheitlichen Beitrag soll, wie auch in der gesetzlichen Arbeitslosen-, Renten- und Pflegeversicherung, für jeden Versicherten der gleiche Beitragssatz für die gleiche Leistung gelten. Als Grund für die Erhöhung werden vor allem höhere Ausgaben für Krankenhäuser, Arzthonorare sowie steigende Arzneimittelausgaben angegeben. Als Ausgleich soll der Beitrag zur Arbeitslosenversicherung von Anfang 2009 bis Mitte 2010 um 0,5 Punkte auf 2,8 Prozent sinken.

Durch die Neuregelung erhofft sich die Bundesregierung bessere Wettbewerbsbedingungen unter den Krankenkassen sowie mehr Qualität und Transparenz für die Versicherten. Da der Wettbewerb nicht mehr über geringe Beitragssätze geführt werden könne, müssten die Kassen nun mit mehr Qualität und Service um Kunden werben.


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