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Einbürgerungstest für Ausländer

Wer die deutsche Staatsangehörigkeit erwerben möchte, muss künftig einen Einbürgerungstest bestehen. Insgesamt 310 Fragen zu Demokratie, Geschichte und Gesellschaft hat das Bundesinnenministerium veröffentlicht. Der Test selbst wird aus 33 Fragen bestehen. Die bpb bietet zahlreiche Angebote, um sich auf den Test vorzubereiten.

33 Antworten bis zur Einbürgerung. Foto: AP33 Antworten bis zur Einbürgerung. Foto: AP
Wie heißt die deutsche Verfassung? Wie viele Bundesländer hat die Bundesrepublik? Was ist die Aufgabe der Polizei? Voraussichtlich ab dem 1. September müssen Ausländer, die Deutsche werden wollen, einen Einbürgerungstest bestehen. Das Bundesinnen-
ministerium hat nun einen Katalog veröffentlicht mit 300 Fragen zu den Themen "Leben in der Demokratie", "Geschichte und Verantwortung" sowie "Mensch und Gesellschaft". Für jedes Bundesland gibt es zehn weitere Fragen.

Aus diesem Katalog werden jedem Prüfling 30 allgemeine Fragen gestellt sowie drei Fragen zu dem Bundesland, in dem er oder sie lebt. Zu jeder Frage gibt es vier Antwortmöglichkeiten, von denen aber nur eine richtig ist. Um den Test zu bestehen, müssen mindestens 17 Fragen richtig beantwortet werden. Wer es nicht beim ersten Mal schafft, kann den Test beliebig oft wiederholen. Allerdings wird der Test etwa 25 Euro kosten. Ausländer, die mindestens einen deutschen Hauptschulabschluss besitzen, müssen den Test nicht absolvieren. Ebenfalls vom Test befreit sind Kinder unter 16 Jahren, Menschen mit Behinderung und ältere Menschen.

Die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, Maria Böhmer, verteidigte den Test gegen Kritik. Wer sich zu Deutschland bekennen wolle, müsse auch wissen, wozu genau, sagte die Politikerin. Außerdem seien die abgefragten Kenntnisse für die Bewerber von Vorteil. Politiker von Grünen, FDP und Linkspartei hatten den Fragenkatalog des Bundesinnenministeriums zuvor kritisiert. Zum Teil werde Wissen abgefragt, über das "die meisten Deutschen wohl erst verfügen, wenn sie ein Semester Staatsrecht studiert haben", sagte etwa Volker Beck (Grüne). Sybille Laurischk von der FDP hatte bereits im Vorfeld bemängelt, dass der Test vor allem auf formelhaftes Auswendiglernen setze. Annelie Buntenbach vom Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) sieht im Einbürgerungstest eine weitere Hürde für die Integration: "Es gibt in Deutschland kein Klima, in dem sich Ausländer willkommen fühlen."

Innenminister Wolfgang Schäuble wehrte sich gegen die Vorwürfe. Der Test diene nicht als Abschreckung: "Wir sind großzügig in der Gewährung der deutschen Staatsbürgerschaft, aber die Einbürgerung ist nicht voraussetzungslos", so Schäuble in einem Zeitungsinterview. Von dem Test werde niemand überfordert. Um allerdings mögliche Fehler zu korrigieren, sei noch genügend Zeit.

Das Bundesinnenministerium kündigte an, zu jeder Aufgabe kurze schriftliche Hintergrundinformationen zu veröffentlichen. Diese ermöglichten eine individuelle Vorbereitung. Aber auch Volkshochschulen und andere Bildungseinrichtungen sollen Vorbereitungskurse anbieten.

Umfangreiches Material zu den Themenfeldern des Einbürgerungstests bietet auch die Bundeszentrale für politische Bildung/bpb. So erklärt das Online-Dossier Wahlen zum Bundestag nicht nur das deutscheWahlsystem, sondern auch, was sich hinter der Vertrauensfrage verbirgt und welche Rolle die Medien im Wahlkampfspielen. Mit der Flash-DokumentationBundestagswahlen 1949-2005 können sich unsere Nutzer auf eine interaktive Zeitreise durch die Wahlkämpfe und ihre Themen begeben.

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