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Zehn Jahre Euro

Es ist eines der wichtigsten Daten in der europäischen Geschichte: Am 2. Mai 1998 legten Europas Staats- und Regierungschefs den Grundstein für die Euroeinführung. Inzwischen gehören 15 Mitgliedsstaaten dem Euroraum an.

Ein Meilenstein der europäischen Integration: Der Euro, Foto: APEin Meilenstein der europäischen Integration: Der Euro, Foto: AP
Die Einführung der Gemeinschaftswährung stellte die letzte Etappe der Wirtschafts- und Währungsunion (WWU) dar, die im Rahmen des Maastricht-Vertrags - die vertragliche Grundlage der EU - verankert ist. Mithilfe der WWU soll ein einheitlicher Wirtschaftsraum geschaffen werden, um Europas Wettbewerbsfähigkeit auf dem Weltmarkt zu stärken. Wer der Eurozone beitreten will, muss daher bestimmte stabilitätspolitische Bedingungen erfüllen, die so genannten Maastrichter Konvergenzkriterien. Bislang ist der Euro, der seit dem 1. Januar 2002 als Bargeld im Umlauf ist, in 15 der 27 EU-Staaten offizielles Zahlungsmittel.

Mit Einführung des Euro ist einer der größten und stärksten Wirtschaftsräume der Welt entstanden. Nicht jedes EU-Land betrachtetet den europäischen Wirtschaftsraum als Vorteil: Dänemark, Großbritannien und Schweden haben bis heute ihre nationale Währung beibehalten. Sie befürchten, die nationale Wirtschaft könne zu stark von den Entscheidungen auf europäischer Ebene beeinflusst werden. Anders die Neumitglieder der EU: Sie befürworten den Anschluss an den Euroraum. Als erstes ex-kommunistisches Land ist Slowenien am 1. Januar 2007 der Währungsunion beigetreten. Ein Jahr später schafften Malta und Zypern als bislang letzte Kandidaten den Sprung in die Eurozone.

Damit hat sich die Anzahl der Europäer, die mit dem Euro zahlen, auf fast 320 Millionen erhöht. Estland, Lettland und Litauen haben ihre Landeswährungen bereits an den Wechselkurs des Euro gebunden. Polen, Ungarn oder Tschechien müssen noch warten. Litauen erhielt von der Europäischen Zentralbank für das angestrebte Beitrittsdatum zum Euroraum, 1. Januar 2007, eine Absage. Ursache war die zu hohe Inflationsrate. Am 7. Mai wird die EU-Kommission ihre Empfehlung darüber abgeben, ob die Slowakei zum Jahreswechsel 2008/2009 der WWU beitreten darf. Die slowakische Regierung erklärte, dass das Land die Konvergenzkriterien für die Einführung des Euro erfülle.

Während zu Beginn die Bedenken groß waren, dass der Euro zu schwach sein könnte, fällt die Bilanz zehn Jahre nach der formalen Euro-Einführung positiv aus: Der Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB), Jean-Claude Trichet, bezeichnete den Euro jüngst als einen der größten Erfolge der Währungsgeschichte. Inzwischen ist der Euro neben dem Dollar zur zweitwichtigsten Weltwährung geworden. Infolgedessen steigt auch die Akzeptanz in der EU-Bevölkerung. Laut Eurobarometer-Umfragen sind 95 Prozent der Zyprer und 90 Prozent der Malteser der Meinung, dass die Umstellung auf den Euro in ihrem Land reibungslos und effizient vonstatten gegangen ist.

Bis der Euro vollends im Bewusstsein der Europäer angelangt ist, kann es allerdings noch dauern. Finanzpsychologen prophezeien für Deutschland, dass erst die nach 1990 Geborenen, nicht mehr in D-Mark umrechnen würden.


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