Geberkonferenz zur Bekämpfung von Infektionskrankheiten
In Berlin tagt seit Mittwoch die internationale Geberkonferenz für den
Globalen Fonds zur Bekämpfung von Aids, Tuberkulose und Malaria. Ziel der
Konferenz: Den Gesamtetat des Fonds bis 2010 erheblich aufstocken.
Deutschland will sich bis 2010 mit 600 Millionen Euro beteiligen.
Teilnehmer der Geberkonferenz: in der Mitte der Vorsitzenden der Geberkonferenz, Kofi Annan. Foto: APDer Exekutivdirektor des Globalen Fonds, Michel Kazatchkine, sprach zum Auftakt der Konferenz von der "größten internationalen Finanzierungsrunde für die Gesundheit, die es je gegeben hat". Zurzeit verfügt der Fonds über ein Volumen von rund zwei Milliarden Dollar. Bis 2010 habe der Fonds einen Gesamtfinanzierungsbedarf von insgesamt circa 15 Milliarden Dollar für den Kampf gegen Infektionskrankheiten.
Einen Tag vor der Geberkonferenz stellte Entwicklungsministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul die so genannte "Schuldenumwandlungsinitiative" der Bundesregierung vor. Dabei handelt es sich um ein neues Finanzierungsmodell, das dem Fonds zusätzlich Geld einbringen soll: Die Industrienationen erlassen den Entwicklungsländern Schulden, wenn sie im Gegenzug mit diesen Geldern den Ausbau ihres Gesundheitssystems finanzieren.
Gestern unterzeichnete Wieczorek-Zeul zusammen mit dem indonesischen Botschafter Makmur Widodo und Kazatchkine den ersten Vertrag dieser Art. Darin verpflichtet sich Indonesien, die Hälfte der 50 Millionen Euro Schuldenerlass durch die Bundesrepublik in seine Gesundheitsprogramme zu investieren. Auch Kenia, Pakistan und Peru sollen an dem Finanzierungsmodell teilnehmen. Wieczorek-Zeul kündigte an, den Etat für den Fonds mittels der Schuldenumwandlungsinitiative von derzeit 87 Millionen Euro jährlich in den kommenden vier Jahren auf 200 Millionen Euro jährlich aufzustocken.
Weltweit sind rund 40 Millionen Menschen mit dem HI-Virus infiziert, darunter insbesondere Kinder und Frauen. Die meisten mit dem HI-Virus infizierten Menschen leben im südlichen Afrika. Nach Angaben des UN-Kinderhilfswerkes Unicef sind 2,3 Millionen Kinder mit der Immunschwäche infiziert. Nur jedes siebte Kind wird medizinisch versorgt, so dass jedes Jahr 330.000 Kinder an den Folgen der Krankheit sterben. Insgesamt sterben jährlich rund sechs Millionen Menschen an vermeidbaren und behandelbaren Krankheiten wie Aids, Tuberkulose und Malaria.


