Erde

Sechs Jahre nach 9/11

Die Anschläge vom 11. September 2001 forderten mehrere tausend Menschenleben und markieren bis heute eine Zeitenwende. Auch sechs Jahre danach ist der "Krieg gegen den Terror" noch nicht beendet.

Arbeiten am "Freedom Tower" in New York City: Seit Ende April 2006 wird hier auf dem Ground Zero des am 11. September 2001 bei Terroranschlägen zerstörten World Trade Centers gebaut. Foto: APArbeiten am "Freedom Tower" in New York City: Seit Ende April 2006 wird hier auf dem Ground Zero des am 11. September 2001 bei Terroranschlägen zerstörten World Trade Centers gebaut. Foto: AP
Am 11. September 2007 um 8:46 Uhr beginnt in New York wie jedes Jahr das Gedenken an die Opfer von Ground Zero. Es war 8:46 Uhr, als vor sechs Jahren das erste Flugzeug in das World Trade Center stürzte. Rund 2.800 Menschen kamen bei dem Angriff ums Leben. Ground Zero ist inzwischen eine Baustelle, auf der derzeit Tag für Tag 600 Bauarbeiter an neuen Hochhäusern arbeiten. Am 11. September 2001 hatten islamistische Terroristen fast gleichzeitig vier Passagier-Flugzeuge entführt. Damit attackierten sie die Zwillingstürme des World Trade Centers in New York und das Pentagon in Washington. Die vierte Maschine hatte den Amtssitz des US-Präsidenten zum Ziel, stürzte jedoch vorher ab. Ingesamt starben etwa 3.000 Menschen, doppelt so viele wurden verletzt. 60 Jahre nach der japanischen Attacke auf Pearl Harbour (1941) sahen sich die Vereinigten Staaten wieder einem Angriff auf US-Territorium ausgesetzt.

Die Anschläge haben die Koordinaten der amerikanischen Gesellschaft und der US-Politik verschoben. Sicherheitsgesetze wurden verschärft, Einschränkungen der Freiheits- und Bürgerrechte gingen damit einher. Am 7. Oktober 2001 begann die "Operation Enduring Freedom". Die Amerikaner und ihre Verbündeten führten Krieg in Afghanistan und im Irak. Die Invasion im Irak begann am 20. März 2003, und noch immer kommt das Land nicht zur Ruhe. Beinahe 170.000 US-Soldaten sind dort momentan stationiert. Während demokratische Strukturen aufgebaut werden, versuchen die Soldaten, das Land zu befrieden, das immer noch unter Terroranschlägen zu leiden hat. Gleichzeitig machen die USA Jagd auf im Land vermutete Kämpfer der Terror-Organisation al Qaida.

Kurz vor dem sechsten Jahrestag der Anschläge in den USA tauchte eine Video-Botschaft von Osama Bin Laden auf, dem Kopf der Terror-Organisation al Qaida. Darin erklärte er, der Irak-Krieg könne nur beendet werden, wenn die USA sich dem Islam zuwendeten und ihr kapitalistisch-demokratisches System aufgäben. US-Präsident Bush reagierte prompt und bekräftigte, die USA müssten im Irak Entschlossenheit zeigen.


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