Erde

Kein Durchbruch beim UN-Klimagipfel

Der große Wurf blieb aus, das Echo war zwiespältig: Auf dem UN-Klimagipfel in Nairobi beschlossen die Delegierten, dass der Erfolg des Kyoto-Protokolls bis 2008 überprüft werden soll. Eine Entscheidung über die Zukunft des Klimaschutzes nach 2012 wurde allerdings nicht getroffen.

Folge der Erderwärmung: Tornados treten häufiger auf. Foto: stock.xchngFolge der Erderwärmung: Tornados treten häufiger auf. Foto: stock.xchng
Fast zwei Wochen lang hatten rund 6.000 Teilnehmende aus 189 Ländern nach Antworten auf die drängendsten Fragen des Klimawandels gesucht. Doch die wichtigste Frage wurde vorerst verschoben: Wie soll es mit dem Klimaschutz nach 2012 weitergehen, wenn das Kyoto-Protokoll ausläuft?

In den kommenden zwei Jahren wird die Wirksamkeit des Kyoto-Protokolls, das verbindliche Ziele für die Verringerung des Ausstoßes von Treibhausgasen festlegt, überprüft. Im Anschluss daran soll eine Arbeitsgruppe Empfehlungen für neue Quoten von Treibhausgas-Emissionen für die Zeit nach 2012 erarbeiten. Doch bindend wären diese nicht.

Nach wie vor sind einige der größten Treibhausgas-Sünder nicht in das Klimaschutzabkommen eingebunden. Dazu gehören die Vereinigten Staaten von Amerika, die laut Klimaschutzindex von German Watch mehr als ein Fünftel der globalen CO2-Abgase verursachen. Aber auch aufstrebende, bevölkerungsreiche Länder wie China, Indien und Brasilien gehören dazu, deren rapides wirtschaftliches Wachstum mit einem drastischen Anstieg der Treibhausgas-Emissionen einhergeht. Laut German Watch produziert zum Beispiel China bereits heute 17,9 Prozent der globalen Treibhausgase. Bislang sind diese Länder jedoch nicht zu Emissions-Reduzierungen gezwungen. Auch deswegen sind trotz des Kyoto-Protokolls die Kohlendioxid-Emissionen weltweit in den vergangenen Jahren deutlich angestiegen.

Das zweite fassbare Ergebnis des Verhandlungsmarathons in Nairobi war die Einrichtung eines Anpassungsfonds, der Entwicklungsländern helfen soll, sich auf die Folgen des Klimawandels einzustellen. Bis 2012 soll der Fonds mit rund 300 Millionen Euro ausgestattet werden. Für viele Umweltschützer ist diese Summe angesichts der verheerenden Auswirkungen des Klimawandels jedoch nur ein Tropfen auf den heißen Stein.

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